Reichstag, Sitz des Deutschen Bundestages

14.11.2012

Brainstorming

Nach bestimmten Regeln werden zu einem Problem, einer Frage oder einem Thema, das die Kinder und Jugendlichen betrifft, Vorschläge, Ideen, Einfälle usw. gesammelt, um neue und möglichst originelle Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Didaktische Hinweise
Diese "klassische" Methode eignet sich besonders, ...
  • wenn viele Ideen in kurzer Zeit gefunden werden sollen,
  • wenn ungewöhnliche und unkonventionelle Ideen gewünscht sind,
  • um feste Denkstrukturen aufzubrechen,
  • um die Kreativität einer Gruppe anzuregen,
  • wenn ein Arbeits- oder Diskussionsprozess ins Stocken geraten ist,
  • als Einstieg in einen neuen Arbeitsschritt.
Brainstorming ist auch besonders für Kinder zur Fantasielockerung und Ideensammlung geeignet. Hierbei sollte darauf geachtet werden, eine kreative und fantasieanregende Fragestellung zu formulieren, die nicht unbedingt einen direkten Realitätsbezug haben muss. Sollen z. B. Bedürfnisse und Wünsche von Kindern herausgefunden werden, könnten folgende Fragestellungen formuliert werden:

"Was würdet ihr als erstes tun, wenn es keine Erwachsenen gäbe, die euch etwas verbieten können?" oder "Stellt euch vor, ihr seid auf einer Insel. Auf dieser Insel werden Wünsche zu Wirklichkeit. Wie möchtet ihr dort leben? Was gäbe es alles auf dieser Insel? Und was gäbe es dort auf keinen Fall? Wie würdet ihr dort spielen?".

Im Anschluss an das Brainstorming können aus den Ideensammlungen die brauchbarsten Vorschläge von der Wunschinsel herausgefiltert werden: "Was würdet ihr mit nach Hause nehmen? Was wäre euch am wichtigsten? Was könnte man am besten in unserer Schule, unserem Dorf etc. gebrauchen?"

Verlauf
Vorbereitungen: Die Moderatorin/Der Moderator formuliert eine Frage, zu der Vorschläge und Einfälle gesammelt werden sollen. Die Frage sollte die Teilnehmenden direkt ansprechen (z. B. "Was können wir tun, damit ...?", "Welche Möglichkeiten fallen Euch ein, um an Geld für unser Projekt zu kommen?", ...). Ist die Frage formuliert, wird sie als Überschrift auf einen Papierbogen oder ein Flipchart geschrieben. Auf einem weiteren Papierbogen werden die Regeln für das Brainstorming festgehalten und gut sichtbar in den Gruppenraum gehängt.
  1. Die Moderatorin/Der Moderator erklärt die Vorgehensweise des Brainstormings sowie die Regeln und Vorteile dieser Methode. Danach benennt sie/er noch einmal das Problem, das in der Gruppe bearbeitet werden soll und liest die Fragestellung vor.
  2. Nun beginnt das Brainstorming: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußern mündlich ihre Ideen, Vorschläge und Einfälle zu der Frage. Sie werden von der Moderatorin/dem Moderator auf den Papierbogen geschrieben. Wenn zwei Moderatoren anwesend sind, empfiehlt sich hier eine Arbeitsteilung: Einer leitet den Prozess, während der andere die Aussagen aufschreibt (kann auch durch Gruppenmitglieder übernommen werden). Wichtig ist, dass die Moderatorin/der Moderator auf das Einhalten der Regeln achtet und darauf drängt, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Wort kommen.
  3. Flaut der erste Ideensturm ab, sollte das Brainstorming noch nicht gleich abgebrochen werden: Unkonventionelle und neue Ideen brauchen manchmal etwas länger! Nach 10 bis 20 Minuten, wenn das Brainstorming dem Ende zugeht, feuert die Moderatorin/der Moderator die Gruppe noch einmal an: JETZT DIE WILDESTE IDEE!
  4. Als Abschluss liest die Moderatorin/der Moderator die gesammelten Vorschläge und Einfälle vor und fragt noch einmal nach weiteren Ideen. Kommen keine Ergänzungen mehr, ist das Brainstorming abgeschlossen.
  5. Bevor nun die Vorschläge, Ideen und Einfälle weiter bearbeitet werden (z. B. durch eine Mehrpunktentscheidung oder eine Diskussion), sollte in jedem Fall eine Pause gemacht werden, um diese kreative Phase mit ihren eigenen Regeln von einer bewertenden Phase deutlich zu trennen.
Variante
Karten-Brainstorming "Ideenschleuder" (auch bekannt als "Brainstorming und Kartenabfrage"): Beim Karten-Brainstorming schreibt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer selbst und für sich die eigenen Ideen, Vorschläge und Einfälle auf Moderationskarten. Stoppt der Ideenfluss, hängen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Karten selbst (und unabhängig von den anderen) an Pinnwände. Bei dem Gang an die Pinnwände schauen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Beiträge der anderen an und lassen sich dadurch zu neuen Ideen anregen. Der Vorteil hierbei ist, dass alle zu Wort kommen, und dass die Karten anschließend leicht nach Sachzusammenhängen zu ordnen sind.

Benötigtes Material
  • mindestens zwei große Papierbögen
  • Klebestreifen, wenn die Bögen an die Wand gehängt werden sollen oder Pinnwände mit Nadeln bzw. Flipchart
  • 1-2 dicke Filzstifte
Literatur
Claudia Brunsemann, Waldemar Stange u. a.: Mitreden – Mitplanen – Mitmachen. Berlin [u. a.] 1997, S. 100 ff.