Reichstag, Sitz des Deutschen Bundestages

14.11.2012

Handy als Dokumentationsmedium

Videos und Audios mit dem Handy
Ein modernes Handy bietet verschiedene Dokumentationsmöglichkeiten: Es kann für die Aufzeichnung von Videos und Audios, als Fotokamera oder als Diktiergerät verwendet werden. Mithilfe eines kurzen Videos oder Audios kann die Arbeit der Schülerinnen und Schüler anschaulich dokumentiert werden. Mögliche Inhalte eines kurzen Filmes könnten sein:
  • Befragungssituationen in der Fußgängerzone
  • die Auswertungsarbeit an den Rechnern
  • ein kurzer Präsentationsvortrag
  • eine Diskussionsrunde
  • eine Dokumentation der Ausstellung der Befragungsergebnisse
  • ein kurzer Film zur Frage "Ich gehe wählen, weil…"
  • Meinungsbilder und Feedback der Schülerinnen und Schüler nach Beendigung des Projektes
Dies alles lässt sich mit den meisten aktuellen Handys problemlos und schnell in kurzen Videos, aussagekräftigen Bildern und Tonmitschnitten festhalten. Einige Fragen inhaltlicher, rechtlicher und technischer Natur sollten zu Beginn geklärt werden.
  1. Was wollen wir dokumentieren?
  2. Bevor man anfängt aufs Geratewohl Videos, Bilder und Tonaufnahmen zu produzieren, sollte man sich überlegen: "Was genau wollen wir eigentlich zeigen?" Hat man diese Frage beantwortet, lassen sich die Aufzeichnungen wesentlich zielgerichteter erstellen.
  3. Darf man alles ins Netz stellen, was man filmt?
  4. Man sollte bedenken, dass man die vollständigen Rechte besitzen muss, um ein Video, Fotos oder mp3s ins Netz laden zu dürfen. Am besten bittet man alle Personen, die zu sehen und zu hören sind um eine schriftliche Einverständniserklärung. Bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern sollten auch die Erziehungsberechtigten ihr Einverständnis erklären. Hierbei sollten die Jugendlichen auf die Seriosität des Projektes hinweisen und darauf achten, dass die Aufzeichnung nur auf der Schulhomepage verwendet wird.
  5. Wie kommen die erstellten Dateien auf den Rechner, um sie ins Netz zu laden?
  6. In der Regel gibt es hier mehrere Möglichkeiten. Daten können beispielsweise via Bluetooth oder USB-Kabel direkt auf den Computer übertragen werden. Eine weitere Möglichkeit ist, den Inhalt der Speicherkarte des Handys über ein Kartenlesegerät auf den Computer zu kopieren. Oft können technikversierte Schüler hierbei helfen.
Die unten genannten Tipps lassen sich auch für die Aufzeichnung von Bildern und Audios verwenden, alle erstellten Dateien lassen sich wie unten beschrieben übertragen!

1. Videos aufzeichnen
Vor dem Verwenden der Video-Funktion sollten die Einstellungen überprüft werden: Bei Tageslicht ist üblicherweise der Automatik-Modus der Kamera am besten; zudem sollte darauf geachtet werden, unbedingt die höchste Auflösung zu wählen und falls möglich als Speicherplatz schon die Speicherkarte des Mobiltelefons zu verwenden.

Zunächst sollten die Schülerinnen und Schüler darauf achten, dass sie die Kamera richtig halten. Auch wenn das trivial erscheint, ist es sinnvoll, darauf hinzuweisen, da viele Handys im Video-Modus horizontal – statt wie bei der sonstigen Bedienung vertikal – gehalten werden müssen. Achten Sie hierbei auf die Ausrichtung der Schrift oder der Symbole; wenn sie während der Aufnahme lesbar sind, sollte die Datei auch auf dem PC richtig dargestellt werden. Die kleine, handliche Form des Gerätes verführt auch dazu, es während der Aufnahme zu drehen; es ist aber am PC nicht möglich, diese Drehung ohne erheblichen Aufwand wieder zu entfernen.

Bei der Aufnahme sollte nicht gezoomt werden, da sich dadurch die Qualität des Videos deutlich verschlechtert und die Verwackelung verstärkt wird. Die Lichtquelle sollte hinter dem "Kameramann" sein, da ansonsten eine Gegenlicht-Situation entsteht in der der Interviewte nur als Umriss sichtbar ist. Für Interviews eignet sich am besten die Aufnahme von Oberkörper und Kopf, da so Mimik und Gestik sichtbar sind.

2. Videos und Audios übertragen
Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Methoden, um Videos vom Mobiltelefon auf den PC zu übertragen: Daten können via Speicherkarte, Infrarot, Bluetooth oder USB-Kabel direkt auf den Computer übertragen werden. Möchte man den Inhalt einer Speicherkarte auf den Computer kopieren, kann man hierfür beispielsweise ein Kartenlesegerät verwenden. Falls Sie die Datei im Windows-Explorer nicht direkt finden, können Sie nach *.3gp Dateien suchen, dies ist das übliche Speicherformat für Handyvideos. Geöffnet werden können diese Videos z. B. mit dem kostenlosen Quicktime-Player von Apple.

Via Speicherkarte
Diese Methode ist auf jeden Fall zu bevorzugen, da sie die schnellste, sicherste und unkomplizierteste ist. Schon vor der Aufnahme sollte die Speicherkarte als Speicherziel/Speicherort festgelegt werden. Oft kann das Video aber auch nach der Aufnahme auf die Speicherkarte verschoben werden. Nach der Aufnahme den Video-Modus beenden, die Speicherkarte herausnehmen, in den Kartenleser stecken, und über den Explorer die Speicherkarte öffnen. Einige Handys müssen zum Entfernen der Speicherkarte ausgeschaltet werden, z. B. wenn diese sich unter dem Akku befindet.

Via Infrarot
Die Infrarot-Schnittstelle ist an PCs selten zu finden, aber viele Laptops haben eine Infrarot-Schnittstelle über die sich problemlos Dateien empfangen lassen. Wenn die Schnittstelle am Laptop aktiviert ist, muss die Infrarot-Schnittstelle des Handys parallel dazu in kurzem Abstand (zum Beispiel 5 cm) positioniert werden. Im Kontextmenü des Handys kann nach der Aufnahme des Videos normalerweise die Option "Senden/Senden an/Senden als" gewählt werden. Hierbei sollten Sie "via Infrarot" auswählen. Wahrscheinlich erscheint auf dem Laptop-Bildschirm nun eine Meldung, in der gefragt wird, ob das Gesendete empfangen und wo es abgespeichert werden soll.

Via Bluetooth
Da Bluetooth eine höhere Reichweite hat, ist es auch besser abgesichert. Oft müssen sowohl beim Handy als auch in der Software am Computer
  • das Bluetooth angeschaltet werden,
  • die Sichtbarkeit des Bluetooth-Gerätes aktiviert werden,
  • das jeweils andere Gerät als "bekanntes Gerät" hinzugefügt werden und
  • ein zuvor festgelegtes Passwort eingegeben werden.
Hierbei ist es sinnvoll, dass nur ein Handy aktiviert wird, da es sonst leicht zu Verwechslungen kommt. Viele Schüler wissen auch nicht, welchen Namen ihr Handy in den Bluetooth-Einstellungen hat. Nach der Übertragung müssen die Zugriffsrechte ("bekanntes Gerät") wieder entfernt werden, um Missbrauch zu verhindern.

Via USB
Das problematische bei dieser Methode ist, dass Treiber und oft auch Herstellersoftware des Mobiltelefons installiert werden müssen. Handys mit großem Speicher werden gelegentlich durch Plug&Play als Festplatte erkannt. In diesem Falle muss nichts installiert werden. Der Vorteil der Methode ist die schnelle Übertragungsgeschwindigkeit und die Zuverlässigkeit der Verbindung.