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Reichstag, Sitz des Deutschen Bundestages

29.8.2013

Z 02.01 Analyse der Internetauftritte

Gerade zu Wahlkampfzeiten gewinnt das Internet erheblich an Bedeutung: Alle Parteien sind inzwischen im Netz präsent und nutzen verschiedene Möglichkeiten, um möglichst viele Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. Neben der Bereitstellung von Informationen zu bestimmten Themen, Stellungnahmen oder auch Veranstaltungen auf ihren eigenen Webseiten und denen der Kandidatinnen und Kandidaten,
Grafiken auf BITKOM-Studie 2013Demokratie 3.0 (© BITKOM - Astrid Scheibe)
nutzen die Parteien auch Online-Befragungen, Wikis, Weblogs, Videoplattformen wie YouTube und MyVideo sowie Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter als interaktive Instrumente der Kommunikation im Wahlkampf (vgl. Schweitzer/Albrecht, 2011, S. 28 ff.).

Dass die Parteien sich hiermit einer wichtigen Quelle bedienen, zeigt eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2013 der BITKOM: Hiernach informieren sich 60 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger im World Wide Web über politische Themen; bei der jüngeren Bevölkerung sind es sogar 80 Prozent. Die Hälfte der jungen Bürgerinnen und Bürger geht zudem davon aus, dass der Online-Wahlkampf einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahl 2013 haben wird (BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., Online-Kampagnen entscheiden die Bundestagswahl, 2013).

Die Online-Angebote der Parteien sind stark darauf ausgerichtet, die Bevölkerung direkt am politischen Geschehen teilhaben zu lassen und ermöglichen somit "die kollektive Verarbeitung, Verbreitung, Ergänzung, Kategorisierung und Bewertung verschiedener Inhalte und Kontakte im World Wide Web" (Schweitzer/Albrecht, 2011, S. 10 f.). Politische Beiträge können nicht nur gelesen, sondern auch kommentiert, erstellt oder "geliked" werden, aktuelle Themen können nicht nur in Foren und Chatrooms diskutiert, sondern auch durch ein e-Voting gewichtet werden und Bilder und Videos können nicht nur angesehen und verfolgt, sondern auch selbst erstellt, hochgeladen und verbreitet werden. Neben der Informationsvermittlung haben also auch der interaktive Austausch mit und von sowie die Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern eine wichtige Funktion im Wahlkampf.

Arbeitsaufträge:
  1. Beurteile die Internetseiten der Parteien sowie wahlweise die der Kandidatinnen und Kandidaten nach ausgewählten Kriterien und trage Stichpunkte zur jeweiligen Seite in die folgende Tabelle ein. Ihr könnt dabei arbeitsteilig vorgehen, indem ihr mehrere Kleingruppen bildet, die jeweils die Webseite einer Partei oder einer Kandidatin/eines Kandidaten analysieren. Achtet aber darauf, dass jede im Bundestag vertretene Partei mindestens einmal ausgewählt wird – bei Interesse können auch die Webseiten anderer Parteien oder Kandidatinnen und Kandidaten (Beispiele findet ihr unter http://www.werstehtzurwahl.de) anhand der folgenden Kriterien beurteilt werden.

  2. Kriterium

    Bewertung

    Übersichtlichkeit und Nutzerfreundlichkeit
    (Struktur, Navigation, Rubriken, Buttons, Suchmaschine etc.)



    Design
    (Farben, Qualität und Einbindung von Bildmaterial etc.)

    (An-)Sprache
    (Adressat/-innen, Verständlichkeit, Jugendsprache, Textlänge etc.)

    Inhalte und Informationsangebote
    (Aktualität, Auswahl und Hervorhebung bestimmter Themen, Hilfe zur Selbstrecherche etc.)

    Bundestagswahl
    (Eigenwerbung, Mobilisierung von Wähler/-innen, Informationen, Materialien und Veranstaltungen/Termine zum Wahlkampf, Bezug zu und Darstellung von gegnerischen Parteien und Kandidat/-innen etc.)

    Transparenz und Authentizität
    (Parteiprogramm und -struktur, Dokumente, Mitglieder, Organisation, Geschichte, Biographie, Leitlinien, Werte)

    Kommunikation und interaktive Angebote
    (Ansprechpartner/-innen, E-Mail, Newsletter, RSS-Feeds, Veranstaltungen, e-Vote, Mitgliedschaft, Social Media: Facebook, Twitter etc.)

    Multimedia
    (Audios, Videos, Podcasts, eigener Kanal, Apps, Download, Aktualität etc.)


  3. Schreibe in Einzelarbeit auf der Grundlage deiner bzw. eurer Notizen einen kritischen Text über deine gewählte Webseite von ca. 1 bis 1½ Seiten. Richte deinen Text (oder auch eine E-Mail) an eine Klassenkameradin bzw. einen Klassenkameraden, deren bzw. dessen Namen du vorher gelost hast und berichte ihr bzw. ihm von deinen Eindrücken und warum du die Seite wie beurteilst. Beantworte in diesem Kontext auch die Frage, ob du die Seite jugendnah findest und warum du die Partei bzw. die Kandidatin/den Kandidaten (nicht) wählen würdest.
    Du kannst dich hierbei stilistisch und formal an dem Text der Kolumnistin Michele Loetzner in der Rubrik "Waswählen" der Süddeutschen Zeitung (http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/571152/World-Wide-Wahl) orientieren. Schreibe auf den Text, den du von einer Mitschülerin bzw. einem Mitschüler bekommst, eine kurze Antwort von ca. ½ Seite und überreiche sie (oder sende sie via Mail) an die Verfasserin bzw. den Verfasser.

  4. Teste nun eines der interaktiven Angebote, die du auf der von dir analysierten Webseite gefunden hast – dabei kannst du frei wählen, ob du etwas in einem Chatforum, auf Facebook oder Youtube kommentieren, an einem e-Vote teilnehmen, den Newsletter abonnieren oder aber einen Eintrag im Gästebuch hinterlassen möchtest o.ä.
    Wichtig ist, dass du deine Arbeitsschritte in einem Arbeitstagebuch festhältst (eine Tabelle zum Ausfüllen findest du in Z 02.02). Stelle deine Ergebnisse (inklusive möglicher Reaktionen und Antworten von Parteimitgliedern oder anderen Userinnen und Usern) nach einer Woche in der Klasse in einem Kurzvortrag (5 Minuten) zusammenfassend vor. Diskutiert anschließend gemeinsam, welche Angebote ihr warum gut findet. Was hat gut geklappt? Welche Angebote würdet ihr als Jugendliche weiterhin nutzen?
Das Arbeitsmaterial ist PDF-Icon hier als PDF-Dokument abrufbar.