Reichstag, Sitz des Deutschen Bundestages

14.8.2013

Z 02.03 – Feedbacktest

Im Rahmen der Internetauftritte wollen die Parteien sowie ihre Kandidatinnen und Kandidaten nicht nur durch ein breiteres Informationsangebot mehr Bürgerinnen und Bürger im Wahlkampf erreichen, sondern auch mithilfe verschiedener Partizipationsmöglichkeiten potenzielle Wählerinnen und Wähler gewinnen. Dabei hat die Internetpräsenz auch eine symbolische Wirkung, denn durch die Nutzung verschiedener Formen des Internets wollen sich die Parteien und ihre Kandidatinnen und Kandidaten als zeitgemäß, kreativ und jugendnah präsentieren – dabei betonen die Parteien häufig die Wichtigkeit eines zeitnahen Austauschs mit (vgl. Schweitzer/Albrecht, 2011, S. 25 f.) und die Bedeutung der Meinungsäußerung von Bürgerinnen und Bürgern. Teste nun selbst einmal die Bereitschaft von Politikerinnen und Politikern, auf Anfragen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger – zeitnah – zu reagieren. Gehe bei dem Feedbacktest folgendermaßen vor:

Arbeitsaufträge:
  1. Überlege dir zuerst, zu welchem Thema du gern welche Partei befragen möchtest. Anregungen zur Themenfindung findest du unter folgenden Links:
  2. Lasst anschließend einen Zettel mit der Tabelle Z 02.04 in der Klasse rumgehen und füllt jeweils die ersten drei Spalten aus – so verhindert ihr, dass ihr nicht alle die gleiche Partei zum gleichen Thema befragt. Achtet darauf, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Parteien und Themen besteht. Hängt die Liste anschließend im Klassenzimmer auf, damit ihr sie später weiter ausfüllen könnt.

  3. Formuliere nun dein Anliegen mit einer konkreten Fragestellung aus; deine konkrete Ansprechpartnerin bzw. deinen konkreten Ansprechpartner wählst du später aus. Du kannst dich hierbei an folgenden Beispielen orientieren:
    • Sehr geehrte Frau Mustermann (Politikerin der CDU),
      schon seit einiger Zeit verfolge ich sehr interessiert das politische Geschehen und zwar nicht erst jetzt in der heißen Phase des Wahlkampfes: Seit einem Jahr engagiere ich mich in der Jungen Union. Was mich jedoch an der jetzigen Politik sehr ärgert ist, dass ich als 16-Jähriger am 22. September nicht wählen darf! Und das, obwohl ich mich als politisch mündigen Bürger betrachte …
      Wieso, Frau Mustermann, setzt sich Ihre bzw. unsere Partei nicht für die Herabsenkung des Wahlalters auf 16 ein?
      Mit freundlichen Grüßen
      Max Artig
    • Sehr geehrter Herr Mustermann (Politiker der GRÜNEN),
      ich bin ehrenamtlich in einem örtlichen Tierschutzverein tätig und begegne den Folgen tierquälerischer Handlungen leider viel zu häufig. Ich würde mir wünschen, dass auf politischer Ebene mehr Interesse und Engagement bestünde, die Tierquälerei zu stoppen – mindestens aber zu bekämpfen. Um meinem Anliegen Ausdruck zu verleihen, möchte ich am 22. September unbedingt die Partei wählen, die sich hierfür einsetzt. Was tut Ihre Partei konkret, um dieses Thema anzugehen?
      Mit freundlichem Gruß
      Miriam Artig
    • Sehr geehrte Frau Mustermann (Politikerin der SPD),
      im nächsten Jahr werde ich meinen Schulabschluss machen und habe große Sorge, dass ich – wie so viele in meinem Alter – keinen Ausbildungsplatz, und schon gar nicht in meinem Traumjob (Hotelmanagement), finden werde. Deshalb habe ich zwei Fragen an Sie:
      1. Was tut Ihre Partei für die Senkung der Jugendarbeitslosigkeit?
      2. Wie unterstützt Ihre Partei Auszubildende?
      Für eine Rückmeldung wäre ich sehr dankbar.
      Herzliche Grüße
      Ihre Anne Artig
  4. Suche dir nun eine Politikerin oder einen Politiker deiner gewählten Partei auf abgeordnetenwatch (http://www.abgeordnetenwatch.de/) aus; gib hierzu entweder deine Postleitzahl in das Suchfeld ein, um eine Politikerin oder einen Politiker aus deinem Wahlkreis anzuschreiben, gehe auf den Reiter Wahlen – Bundestag - Kandidierende, um nach Bundesländern, Parteien oder Wahlkreisen auszuwählen, schreibe die Abgeordneten an, indem du über den Reiter Parlamente – Bundestag direkt zu den Abgeordneten kommst oder gib einen konkreten Namen in das Suchfeld ein. Wenn du eine geeignete Politikerin oder einen geeigneten Politiker gefunden hast, dann klicke auf das entsprechende Profil und betätige den Button befragen (unter dem Bild). Fülle die Felder aus (nicht alle sind notwendig) und schreibe deine Anfrage in das entsprechende Feld – vergiss nicht, das Thema anzugeben und den Namen der Person in dein Schreiben einzufügen. Beobachte und notiere nun, ob du eine Rückmeldung erhältst, wie lange das Warten darauf dauert und wie der Inhalt und die Länge der Antwort sind; trage die entsprechenden Ergebnisse in die Liste ein.

  5. Bildet so viele Kleingruppen, wie Parteien befragt wurden und nehmt eine statistische Auswertung vor. Füllt zuerst folgende Tabelle aus:
  6. Partei

    Anzahl der Anfragen

    Anzahl der Antworten

    davon Standardantworten

    Anzahl der jeweiligen Länge

    kurz

    mittel

    lang

    Dauer (in Tagen):

    Minimum

    Maximum

    Durchschnitt


    Stellt eure Auswertung nun graphisch dar, indem ihr jeweils ein Diagramm für die Variablen (a) Anfragen und (Standard-)Antworten, (b) Länge und (c) Dauer erstellt. Entscheidet, welche Darstellungsform – ob Balken-, Kreis-, Säulendiagramm oder eine andere – jeweils sinnvoll ist. Diagramme für die Darstellung der Antwortlänge sowie der Rückmeldungsdauer könnten beispielsweise so aussehen:
    Beispieldiagramme FeedbacktestBeispieldiagramme Feedbacktest



    Präsentiert eure Ergebnisse der gesamten Klasse. Was fällt auf? Gibt es Parteien, deren Politikerinnen und Politiker besonders schnell und ausführlich, selten und kurz oder sogar gar nicht geantwortet haben?

  7. Bewertet abschließend die inhaltlichen Aussagen der Politikerinnen und Politiker. Malt dazu eine große Zielscheibe auf einem Papierbogen oder der Tafel auf; bezüglich der Fragestellung "Wie zufrieden bin ich mit der Antwort?" zeichnet nun jede Schülerin und jeder Schüler jeweils in die vier mit Unterfragen gekennzeichneten Bereiche einen farbigen Punkt an die Stelle, die ihre bzw. seine Meinung repräsentiert – die Mitte der Zielscheibe bedeutet dabei sehr zufrieden und der äußere Rand überhaupt nicht zufrieden. So erstellt ihr ein Meinungsbild der gesamten Klasse, das ihr anschließend erläutern und diskutieren könnt.
ZielscheibeZielscheibe



Literatur: Schweitzer, Eva Johanna/Albrecht, Steffen: Das Internet im Wahlkampf: Eine Einführung, in: Dies. (Hrsg.): Das Internet im Wahlkampf. Analysen zur Bundestagswahl 2009, Wiesbaden 2011, VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 9-65.

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