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Reichstag, Sitz des Deutschen Bundestages

14.8.2013

Wahlkampfauftritte (Z8)

Wahlkampfauftritte der Spitzenkandidaten der Parteien werden bisweilen nach unterschiedlichen Konzepten gestaltet. Dies gilt insbesondere für die Auftritte der Kanzlerkandidaten von CDU und SPD. Mithilfe von Videos und der Materialien Z 08.03 und Z 08.04 kannst du analysieren nach welchen unterschiedlichen Konzepten die Wahlkampfauftritte der Spitzenkandidaten inszeniert sind und welche Bedeutung sie haben. Wenn du keine Zeit oder Gelegenheit hast, eine solche Veranstaltung zu besuchen, können Videoaufzeichnungen dir wichtige Eindrücke vermitteln.

Wenn du selbst eine Wahlkampfveranstaltung besuchen möchtest, kannst du dich mit diesen Materialien sehr gut vorbereiten und eigene Beobachtungen machen. (Eine Übersicht der Wahlkampftermine der Spitzenkandidaten findest du in Z 08.05 und Z 08.06.)

Folgende Arbeitsschwerpunkte bieten sich zur Analyse der Wahlkampauftritte an
  1. Wahlkampfveranstaltungen im Vergleich

    Versuche nun mithilfe von Videos einzelner Wahlkampfauftritte (z.B. bei youtube oder exemplarisch die Dokumentation der Wahlkampfauftritte der beiden Kanzlerkandidaten in Münster (am 23. und 29.8.2013) von einer Studiengruppe der Universität Münster) und den Materialien Z 08.03 und Z. 08.04 die unterschiedlichen Konzepte der Wahlkampfveranstaltungen herauszuarbeiten.

    Vergleich der Wahlkampfstrategien
    • Vergleiche die Strategien der beiden Kanzlerkandidaten, mit den Bürgern und Bürgerinnen ins Gespräch zu kommen, und die eingefangenen Zuschauerreaktionen. Beachte dabei, was der US-Psychologe und Wahlforscher J. Haidt über das Verhältnis von Bewusstsein (Verstand) und Emotionen bei Wahlentscheidungen gesagt und in einem schönen Bild vom Elefanten und seinem Reiter zum Ausdruck gebracht hat: „Wir haben das lange untersucht. Ich habe versucht, ein einfaches Bild zu finden, und bin auf den Elefanten und seinen Reiter gekommen. Unser Bewusstsein ist der Reiter, alles andere ist der Elefant. Bewusstsein macht aber lediglich zwei Prozent unseres Selbst aus, der Elefant sind die restlichen 98 Prozent – das Unbewusste, die Emotionen und vor allem die Moral.“ Er identifiziert fünf Bereiche, in denen das Gefühl der Wähler und Wählerinnen angesprochen wird: Mitgefühl, Gerechtigkeitssinn, Loyalität, Respekt für Autorität und Glaube. (Vgl. Andrian Kreye: Moral bindet und blendet. Interview mit Jonathan Haidt, »http://blogs.sueddeutsche.de/feuilletonist/2012/09/21/wir-sind-die-98-prozent«/)
    • Fazit: Wer Wähler und Wählerinnen gewinnen will, muss den Verstand, vor allem aber die Gefühle der Menschen ansprechen.
    • Wer von den beiden Kandidaten hat wann (eher) diese emotionalen Bereiche angesprochen, wer ist eher über den Verstand gegangen?
    • Diskutiert die Thesen: Merkel trifft mit ihrem Wahlkampfstil eher die Stimmung und Gefühlslage ihrer Wählerschaft. Steinbrück setzt eher auf die Überzeugungskraft von Sachargumenten. Sucht in Videos nach Belegen, die diese Thesen belegen und widerlegen. Zieht am Ende eurer Analyse dann eine Bilanz.
    • Beurteilt die Erfolgsaussichten beider Strategien vor dem Hintergrund, dass die große Mehrheit der Bevölkerung mit ihrer augenblicklichen Situation recht zufrieden ist.
  2. Motivationen der Zuschauer
    • Mit welchen Erwartungen kommen die Zuschauer zu den Wahlkampfauftritten?
    • Welche politischen Themen beschäftigen die Zuschauer der Wahlkampfauftritte?
    • Wer sind die Teilnehmer der Wahlkampfveranstaltungen?
    • Wie bewerten die Zuschauer die Veranstaltungen?
  3. Wirkung von Wahlkampfauftritten
    • Versuche die unterschiedlichen Bewertungen der interviewten Leute in den Filmen darzustellen.
    • Unterscheide hier typische Äußerungen von Gegnern und Sympathisanten
    • Wie bewertest du die unterschiedlichen Wahlkampfkonzepte?
    • Diskutiert in der Klasse mit welchen Erwartungen ihr zu einer Wahlkampfveranstaltung gehen würdet.
Das Arbeitsmaterial istPDF-Icon hier als PDF-Dokument abrufbar.