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20.6.2013

M 01.10 Grenzen und Gefahren der Netzaktivitäten: Gruppe 2: Initiative Sauberes Hamburg

Als viel genutztes Informations- und Kommunikationsmedium hat das Internet viele positive Eigenschaften. Allerdings sollte man den Blick vor den negativen Aspekten nicht verschließen. Gefahren wie Mobbing, (sexuelle) Belästigung, Datenmissbrauch und Urheberrechtsverletzungen, "Abzocke" und der freie Zugang zu Gewalt und Pornographie sind allgegenwärtig. Da jeder etwas im Netz publizieren und/oder verändern kann, kann es auch passieren, dass falsche oder ungenaue Informationen verbreitet werden oder Texte mit rechtsextremen oder rassistischen Inhalten kursieren. Auch Blogs zu sogenannten "selbstgefährdenden Themen" (Christine Feil 2010, S. 414) wie Suizid oder Magersucht stellen eine Gefahr dar. Neben den inhaltlichen Gefahren ergeben sich auch Probleme, wie eine etwaige Internetsucht oder "Angriffe" von Trojanern und Viren auf den Rechner.

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll darauf aufmerksam machen, sich mit Netzinhalten kritisch auseinanderzusetzen.


Literatur:

Christine Feil: Kinder und Internet – Chancen und Gefahren, in: Recht der Jugend und des Bildungswesens 4/2010, S. 410-415.

Markus Merkle: Sport. Chancen und Gefahren des Web 2.0 für Schüler, in: L.A. multimedia. Lernen ohne Lehrer 4/2011, S. 4 ff.

Rainer Richard: Gefahren im Internet. "Fallen" für Kinder und Jugendliche, in: Schulmagazin 5 bis 10 5/2008, S. 5-8.


ISHH – Initiative Sauberes Hamburg

Jeder Nutzer und jede Nutzerin kann im Internet auf diversen Seiten Informationen einstellen, alte Beiträge um neue Angaben ergänzen oder Inhalte neu kombinieren. Dies erschwert die Überprüfung des Wahrheitsgehalts.

Anfang Februar 2013 wurde eine Webseite namens www.sauberes-hamburg.org[1] erstellt. Auf dieser Webseite, aus der zunächst nicht hervorging, wer der Herausgeber war, wurde gefordert die Stadt Hamburg von Obdachlosen zu befreien. Folgende Vorwürfe gegen Obdachlose wurden erhoben: Obdachlose würden Pfandautomaten im Supermarkt blockieren, in der Innenstadt würden sich zu viele Obdachlose aufhalten, und sie würden die Straßen mit Müll beschmutzen.

Es gab viele Reaktionen auf diese Webseite, die sich gegen den Inhalt aussprachen und Partei für die Obdachlosen ergriffen. In einem sozialen Netzwerk bildete sich eine Gegeninitiative "Stoppt die Initiative Sauberes Hamburg".

Das Design der Webseite www.sauberes-hamburg.org ähnelte dem des offiziellen Portals der Freien und Hansestadt Hamburg. Auf der Webseite (www.hamburg.de/stadt-staat/3837700/stellungnahme-ishh.html) distanzierte sich der Senat von der Webseite, die sich über die Obdachlosen pikierte, und bestätigte dass es keinen Zusammenhang zur Stadt gebe.

Nach einiger Zeit outeten sich die Betreiber der Initiative schließlich. Sie erklärten, dass ihre Webseite als Satire zu verstehen sei. Die Gegeninitiative, die diese Webseite ausgelöst hatte, war nach Angaben der Betreiber genau das Ziel, das man mit dieser Aktion erreichen wollte. Es sollte auf die schlechte Situation der Obdachlosen aufmerksam gemacht werden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Betreiber der Webseite wegen Volksverhetzung, außerdem ist die Webseite mittlerweile aus dem Internet genommen worden.


Eigener Text nach:

Gesa Mayr; Frank Patalong: Satire-Initiative: "Weg mit den Obdachlosen", in: Spiegel Online, 27.02.2013, http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/initiative-sauberes-hamburg-firma-steht-hinter-obdachlosen-satire-a-885650.html (29.05.2013).

Senatskanzlei der Stadt Hamburg: Stellungnahme zur "Initiative Sauberes Hamburg",http://www.hamburg.de/stadt-staat/3837700/stellungnahme-ishh.html (17.06.2013).

Hinz und Kunzt. Das Hamburger Straßenmagazin, Initiative "Sauberes Hamburg". "Diese Satire ist geschmacklos", 27.02.2013, http://www.hinzundkunzt.de/diese-satire-ist-geschmacklos/ (29.05.2013).


Aufgaben:
  1. Lies dir den Text durch und notiere im Anschluss, worum es sich bei der „Initiative sauberes Hamburg“ handelt.

  2. Auf welche Gefahren im Netz macht der Text aufmerksam? Notiere diese.

  3. Zusatzaufgabe falls du schon früher fertig bist: Stelle Vermutungen darüber an, wie man die Seriosität einer Internetquelle prüfen kann.

  4. Abschließende Gruppenarbeit für alle Gruppen: Erstellt zu eurem Thema ein Lernplakat. Es soll Antworten auf die W-Fragen (Wer? Was? Wo? Wie? Warum? Wozu?) geben und die individuellen Gruppenaufgaben beantworten. Anschließend präsentiert ihr das Plakat der Klasse. Die anderen Gruppen erstellen zu ihrem Material ebenfalls ein Plakat.


Klicken Sie PDF-Icon hier, um zu dem Material im pdf-Format zu gelangen.

Fußnoten

1.
Die Seite ist mittlerweile nicht mehr online.

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