Frau in Videothek vor Regal mit DVDs

28.5.2002

Leni

Leni ist ein kleines, süßes Mädchen, das die Welt kennenlernen möchte. Von Pflegeeltern behutsam aufgezogen, erlebt sie eine idyllische Kindheit, bis der Nationalsozialismus auch in Lenis Heimatdorf einmarschiert.

Regie u. Buch: Leo Hiemer
Produktion: Daniel Zuta Filmproduktion, Bundesrepublik Deutschland 1993
Format: 86 Min. - VHS-Video - farbig
Prädikat: besonders wertvoll
Stichworte: Faschismus - Geschichte - Judenverfolgung - Widerstand
FSK: 12 Jahre
Kategorie: Spielfilm



Inhalt: Im Sommer 1937 wird in der Abgeschiedenheit eines Klosters das Kind Leni geboren. Wenige Wochen später bringt eine Ordensfrau den Säugling auf den Einödhof der Aibeles, die, obwohl selber schon im vorgerückten Alter, das Kind in Pflege nehmen.

In der ländlichen Idylle des Allgäus wächst Leni unbeschwert heran - zärtlich geliebt und beschützt von den Pflegeeltern, fernab von den politischen Entwicklungen der Zeit. Doch die Idylle trügt - auch in stillste Winkel des Landes dringt der NS-Terror vor. Im Dorf verbreitet sich das Gerücht, mit Leni sei "etwas nicht in Ordnung, abstammungsmäßig." Aibeles werden unter Druck gesetzt, sie sollen das Kind weggeben. 1943 wird Leni unter einem Vorwand den Zieheltern genommen. Als Aibeles die Täuschung durchschauen, ist es bereits zu spät: die Endlösung der Judenfrage wird vollzogen - auch an der kleinen sechsjährigen Leni. Lenis Geschichte basiert auf einer authentischen Begebenheit und verdeutlicht beispielhaft, wie Menschenverachtung und Menschenvernichtung während der NS-Zeit mit gnadenloser Präzision in die Tat umgesetzt wurde.

Angepaßtheit, Ordnungshörigkeit, Untertanengeist, Angst vor Repression - quasi nebenher, aber äußerst differenziert wird in Szene gesetzt, worauf ein Großteil der Macht und Durchsetzungsfähigkeit des Nazi-Terrors beruhte.


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Dossier

Film

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

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