30 Jahre Mauerfall Mehr erfahren
Der Zauberer von Oz

23.10.2014 | Von:
Jörn Hetebrügge

Goldrausch

The Gold Rush

Chaplins legendäre Figur des Tramps auf Goldsuche in Alaska. "Das ist der Film, mit dem ich meinen Namen für immer verknüpft sehen möchte", sagte der Regisseur später.

GoldrauschGoldrausch (© picture alliance / AP )

USA 1925
Komödie

Kinostart: 1925 (Weimarer Republik)
Verleih: Deutsche Kinemathek / Neue Visionen
Regie: Charles Chaplin
Drehbuch: Charles Chaplin
Darsteller/innen: Charles Chaplin, Mack Swain, Tom Murray, Georgia Hale, Betty Morrissey, Henry Bergman u. a.
Kamera: Roland H. Totheroh
Laufzeit: 82 Min. (bei 24 B/S) / 72 Min. (Tonfassung)
Format: 35mm, Schwarzweiß
FSK: o. A.
Altersempfehlung: ab 9 J.
Klassenstufen: ab 3. Klasse
Themen: Abenteuer, Filmsprache, Filmgeschichte, Zivilisation und Wildnis
Unterrichtsfächer: Deutsch, Englisch Geschichte, Kunst, Ethik

Während des großen Goldrauschs von 1898 sucht auch der Tramp Charlie, der "kleine Kerl", sein Glück in Alaska. Im rauen Norden erlebt er die Härten des Goldgräberdaseins. Charlie leidet unter Hunger, Kälte und Einsamkeit, sieht sich wilden Tieren und brutalen und skrupellosen Outlaws ausgesetzt. Doch trotz aller Widrigkeiten, Niederlagen und Gefahren findet Charlie schließlich sein Glück: Er kehrt an der Seite seiner großen Liebe als reicher Mann in die Zivilisation zurück.

Goldrausch entstand auf dem Höhepunkt der Stummfilmära. Wie kaum ein zweiter Film führt Charles Chaplins Meisterwerk die Universalität des Kinos vor der Einführung der Tonspur vor Augen. Dass Goldrausch anders als viele andere große Stummfilmkomödien niemals in Vergessenheit geriet, hängt allerdings auch damit zusammen, dass Chaplin 1942 eine Tonfassung des Films produzierte, zu der er selbst den Kommentar und die Musik beisteuerte. Perfekter noch als in seinen späteren sozialkritischen Komödien Lichter der Großstadt (City Lights, USA 1931) und Moderne Zeiten (Modern Times, USA 1936) gelingt es Chaplin in Goldrausch, Komik, Dramatik und Melodramatik auszutarieren, um so elementare menschliche Gefühle und Nöte zum Ausdruck zu bringen. Die theatralisch wirkende filmtechnische Inszenierung bereitet dabei Chaplins wunderbarer Pantomime, seinen Slapstick-Einlagen und den grotesken Situationen eine ideale Bühne.

Goldrausch enthält einige der berühmtesten Chaplin-Szenen, darunter der "Brötchentanz" und die "surrealistische" Hungersequenz, in der Charlie seinen Schuh zum Essen serviert und anschließend im Wahn von seinem Kumpanen für ein Hähnchen gehalten wird. Wie schon diese Beispiele zeigen, bietet der Film weit mehr als turbulenten Slapstick. Goldrausch ist ein noch immer äußerst berührendes und urkomisches Filmkunstwerk, das auf poetische Weise von der Unverzichtbarkeit der Liebe und dem Wert der Solidarität erzählt und dabei einen Menschen in unterschiedlichen Gefühlslagen porträtiert. Für den Unterricht ist der Film daher nicht nur in filmhistorischer oder -theoretischer Hinsicht interessant, sondern – besonders für jüngere Jahrgänge – auch im Zusammenhang mit ethischen Fragestellungen.

Informationen und Materialien:
bpb.de: Dossier Filmkanon: Goldrausch
http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/filmbildung/filmkanon/43532/goldrausch

mediaculture.online: Goldrausch
http://www.mediaculture-online.de/Goldrausch.59.0.html

Mehr zum Thema auf kinofenster.de
Vom Stummfilm zum Tonfilm (Hintergrund vom 24.01.2012)
Der große Diktator (Pädagogisches Begleitmaterial vom 07.10.2009)
Chaplin (Pädagogisches Begleitmaterial vom 13.06.2008)


Das Internet hat unsere Kommunikationskultur nachhaltig verändert – vor allem für Jugendliche, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind. Kinofenster.de untersucht, wie das Smartphone den Alltag der Digital Natives prägt, welche Bedeutung die Neuen Medien für die Bildung und wie sie Eingang in filmische Erzählwelten gefunden haben. Passend zum Thema gibt es Unterrichtsmaterial von der Grundschule bis zur Oberstufe.

Mehr lesen auf kinofenster.de

Dossier

Film

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

Mehr lesen