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17.4.2010

Wahlen

Projektbaustein Wahlsimulation

Inwieweit sind die Prinzipien einer demokratischen Wahl in den Regelungen und Abläufen eines Wahllokals aufzuspüren?

Unterrichtseinheit – Konzeption

Übersicht

Thema: Wahl-O-Mat, Prinzipien demokratischer Wahlen
Zeit: 90 Min / 2 Unterrichtsstunden
Inhalte: Simulation einer Wahl im Wahllokal
Ziele:
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über die Prinzipien demokratischer Wahlen informieren.
  • In der Simulation sollen die Maßnahmen zur Sicherung dieser Prinzipien umgesetzt werden.
  • Methodik: Gruppenarbeit, Plenum, Simulation
    Materialien: Leitfäden für die Gruppenarbeit:
  • Organisation der Gruppenarbeit
  • Informationen recherchieren und aufbereiten
  • Simulation vorbereiten und durchführen
  • Reflexion und Feedback

  • Aufgabenstellung

    Dies ist ein Leitfaden, der die Lerngruppe bei ihrer eigenverantwortlichen Gruppenarbeit unterstützt. Die Lerngruppe "Demokratische Wahlen" hat die Aufgabenstellung, in der Klasse eine Wahlsimulation in einem Wahllokal durchzuführen. Ziel dieser Simulation ist es vor allem, durch Erkundung und Recherche herauszuarbeiten, in wieweit in der Szenerie, im Regelwerk und im Ablauf einer Wahl in einem Wahllokal die Grundprinzipien einer demokratischen Wahl ihre Realisierung finden. Die dazu notwendigen Informationen wird die Lerngruppe durch Erkundungen, Gespräche etc. selbstorganisiert recherchieren und zusammenstellen.

    Ablaufplan

    Der Ablauf für diesen Unterrichtsbaustein erstreckt sich über vier Phasen, die von der Lerngruppe weitestgehend selbst gestaltet werden sollen.

    Ablauf Beschreibung
    Phase 1: Organisation
  • a) Aufgaben definieren
  • b) Aufgaben verteilen
  • c) Zeit planen
  • Phase 2: Information
  • a) Fragenkatalog erstellen
  • b) Ansprechpartner / Termin
  • c) Vor-Ort-Befragung / Erkundung
  • d) Ergebnissicherung
  • Phase 3: Durchführung
  • a) Vorbereitung
  • b) Simulation "Wahl im Wahllokal"
  • c) Auszählung / Dokumentation
  • Phase 4: Reflexion
  • a) Thema Wahlen
  • b) Thema Wahl-Motive
  • c) Feedback

  • Organisation der Gruppenarbeit

    Aufgaben definieren
    Setzen Sie sich in der Lerngruppe zusammen und klären Sie zunächst, ob allen von Ihnen die Ziele dieser Lerngruppe verständlich sind. Definieren Sie anschließend die Aufgaben, die zu tun sind, um diese Ziele zu erreichen. Die Aufgaben sollten Sie möglichst genau formulieren und sich zu jeder Aufgabe notieren, welche Ergebnisse Sie erwarten.

    Aufgaben verteilen
    Überlegen Sie sich, wer welche Aufgaben übernehmen möchte. Achten Sie darauf, dass alle beteiligt sind, einzelne nicht zuviel übernehmen und auch der zeitliche Umfang mitbedacht wird.

    Zeit planen
    Berücksichtigen Sie bei der Zeitplanung zwei Faktoren:
    • a) den Umfang einer Aufgabe
    • b) die zeitliche Abfolge und Abhängigkeiten von Ergebnissen und Ereignissen
    Eine umfangreiche Aufgabe kann unter Umständen in ein paar Stunden zügig erledigt werden, während beispielsweise ein kurzes Telefonat nur zu bestimmten Sprechzeiten getätigt werden kann und damit längere Wartezeiten berücksichtigt werden müssen.

    Aufgabenplan erstellen
    Dokumentieren Sie Ihre Überlegungen übersichtlich z.B. in Form einer solchen Tabelle:

    Projektbaustein Demokratische WahlenProjektbaustein Demokratische Wahlen (© bpb)

    Informationen recherchieren

    Fragenkatalog erstellen

    Schritt 1: Sammeln
    Stellen Sie im Gespräch miteinander zusammen, was Sie von den Abläufen in einem Wahllokal wissen und vor allem, was Sie gerne wissen möchten. Sammeln Sie frei, bewerten Sie die Aussagen anderer nicht und rechtfertigen Sie Ihre eigenen Fragen und Beiträge nicht! Während Ihres Gesprächs sollten Sie Ihre Fragen auf Zetteln oder Karteikarten sammeln, damit sie bei den weiteren Schritten nicht verloren gehen.

    Projektbaustein Demokratische WahlenProjektbaustein Demokratische Wahlen (© bpb)
    Schritt 2: Strukturieren
    Um die freie Sammlung Ihrer Fragen zu strukturieren, können Sie die Zettel nach und nach so ordnen, dass sich Themenfelder herausbilden. Anschließend können Sie für jedes Themenfeld festlegen, welche Fragen herausgenommen werden können (z.B. weil sie doppelt vorkommen), welche Frage zusammengefasst oder weiter differenziert werden sollten. Achten Sie darauf, dass der Fragenkatalog nicht zu umfangreich wird. Er soll Ihnen vor allem bei Ihren weiteren Recherchen als Leitfaden für Gespräche, Lektüre und Beobachtungen dienen und keine schwere Last werden.

    Schritt 3: Zusammenführen
    Schreiben Sie Ihre Leitfragen nach Themenfeldern geordnet übersichtlich auf Papier und lassen Sie Raum für Notizen, die Sie dort eintragen können, z.B. so:
    WOM Projektbaustein Demokratische WahlenWOM Projektbaustein Demokratische Wahlen (© bpb)
    Ansprechpartner / Termin
    Rufen Sie den oder die örtliche/n Wahlleiter/in an. Tragen Sie Ihr Anliegen vor und bitten Sie um einen Gesprächstermin. Es sollte möglichst etwa eine Stunde Gesprächszeit eingeplant werden. Schildern Sie nach Möglichkeit bereits, um welche Themenfelder es Ihnen geht, damit Ihre Ansprechpartner/in eventuell etwas vorbereiten kann.

    Vor-Ort-Befragung / Erkundung
    Zu Beginn des Gesprächs sollten Sie schildern, in welchem Unterrichtsrahmen diese Lerngruppe eingerichtet wurde und welchen Arbeitsauftrag Ihre Lerngruppe hat. So hat Ihr/e Gesprächspartner/in die Möglichkeit, sich gezielt mit seinen/ihren Ausführungen darauf einzustellen.

    Nutzen Sie den Fragenkatalog als Leitfaden. Er ist in erster Linie für Sie eine Unterstützung während des Gesprächs. Sie können natürlich einzelne Fragen daraus gezielt stellen, müssen ihn aber nicht zwingend und in Reihenfolge abarbeiten: Manche Fragen werden schon während des Gesprächs behandelt, ohne dass sie gestellt wurden. Andere Fragen ergeben sich im Verlauf erst, die Sie aber noch nicht in Ihrer Liste bedacht haben.

    Notieren Sie die Ergebnisse und Informationen in Stichworten. Achten Sie darauf, dass zwar mehrere von Ihnen Notizen machen, aber nicht alle. Auf jeden Fall sollte jeweils die/derjenige, die/der gerade im aktiven Gespräch ist oder eine Frage gestellt hat, keine Notizen machen müssen, sondern solange mit Ihrem Gesprächspartner im Kontakt bleiben.

    Schauen Sie sich mit Blick auf Ihre Wahlsimulation an, wie Wählerlisten, Wahlberechtigungskarten, Stimmzettel etc. aussehen und fragen Sie danach, welche Funktion sie erfüllen. Vielleicht gibt es davon auch Musterausdrucke, die Sie verwenden können. Vereinbaren Sie mit Ihrem/r Ansprechpartner/in, dass Sie eventuell einzelne Nachfragen noch telefonisch besprechen können.

    Ergebnissicherung
    Setzen Sie sich nach dem Vor-Ort-Gespräch zusammen und tragen Sie anhand Ihrer Notizen und Erinnerungen die Ergebnisse zusammen. Möglicherweise ergeben sich dabei einzelne Aspekte, zu denen Sie mehr in Erfahrung bringen möchten. Manches können Sie mit Ihrem/r Ansprechpartner/in klären, anderes über eine Recherche im Internet in Erfahrung bringen. Ergänzen Sie entsprechend Ihre Informationen, so dass Sie einen gemeinsamen Kenntnisstand für die weitere Arbeit haben.

    Thesenpapier
    Halten Sie die wichtigsten Ergebnisse über die Prinzipien demokratischer Wahlen und ihre Erscheinungsform in der Umsetzung einer Wahl in einem Thesenpapier fest und vervielfältigen Sie es für die abschließende Reflexionsphase im Plenum. Dieses Thesenpapier sollte möglichst nicht umfangreicher als zwei bis drei Seiten sein.

    Durchführung der Simulation

    In der Klasse soll nun eine Wahl im Wahllokal simuliert werden. Ihre Aufgabe ist es, auf der Grundlage Ihrer Recherchen die Situation möglichst realistisch nachzustellen und die "Wahl" durchzuführen.

    Vorbereitung
    Stellen Sie das nötige Material zusammen, das Sie für die "Wahl" benötigen: Wählerliste, Stimmzettel, Stifte, Wahlberechtigungskarten etc. Besetzen Sie die wichtigsten Rollen der Wahlhelfer im Wahllokal. Bauen Sie eine Wahlurne z.B. aus einem Karton, und finden Sie eine Lösung für die Wahlkabine, die die erforderlichen Kriterien erfüllt. Gestalten Sie den Raum so, dass er den Zweck eines Wahllokals erfüllt.

    Simulation "Wahl im Wahllokal"
    Eröffnen Sie das Wahllokal, führen Sie die Wahl möglichst realistisch durch und schließen Sie das Wahllokal zu einem festen Zeitpunkt wieder. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, in die Wahlzeit eine große Pause einzubeziehen, um ein realistisches Kommen und Gehen der Wählerschaft zu erreichen.

    Auszählung / Dokumentation
    Nach der Schließung des Wahllokals wird nach dem vorgeschriebenen Prozedere ausgezählt. Das Auszählen der Stimmen ist natürlich "öffentlich". Die Wahlergebnisse werden an der Tafel dokumentiert und evtl. grafisch (z.B. als Säulen- oder Tortendiagramm) aufbereitet dargestellt.

    Reflexion und Feedback

    Zum Abschluss soll noch einmal die Simulation des Wahlvorganges gemeinsam mit dem Plenum diskutiert werden. Wählen Sie jemanden aus Ihrer Gruppe aus, der/die bereit ist, die Moderation zu übernehmen. Die anderen Gruppenmitglieder stehen als "Experten" bei der Diskussion zur Verfügung.

    Thema Wahlen
    Stellen Sie anhand Ihres Thesenpapiers zunächst die wichtigsten Ergebnisse Ihrer Recherchen vor und berichten Sie über den Verlauf Ihrer Arbeit. Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion sollte der thematische Schwerpunkt dieser Lerngruppe stehen:
    • Sind die Zusammenhänge zwischen den Prinzipien demokratischer Wahlen und den Regelungen und Abläufen im Wahllokal deutlich geworden?
    • Gibt es offene Fragen oder weiterführende Überlegungen, die im Unterricht bearbeitet werden sollten.
    Thema Wahlmotive
    Darüber hinaus können Sie ein Gespräch mit den "Wähler/innen" darüber initiieren, wodurch die Motive ihrer "Wahlentscheidungen" geprägt sind:
    • Informationen aus der Presse?
    • Kenntnis der Wahlprogramme?
    • Wahlwerbung der Parteien?
    • Persönlichkeit der Spitzenkandidaten?
    • Einfluss durch die Lebenswelt (Familie, Freunde etc.)?
    Achten Sie bei diesem Teil der Diskussion darauf, dass das Gespräch offen bleibt. Es sollte ein Gesamteindruck über die verschiedenen Varianten persönlicher Wahlmotive entstehen. Die dargelegten persönlichen Motive sollten daher nicht bewertet werden und niemand sollte gedrängt werden, seine Motive zu rechtfertigen.

    Feedback
    Zum Schluss sollten Sie noch ein Feedback des Plenums über Ihre Lerngruppe und vor allem über die Ergebnisse Ihrer Arbeit einholen. Aspekte hierbei könnten z.B. sein:
    • Waren die Ergebnisse informativ?
    • War die Präsentation ansprechend?
    • Ist mein Interesse am Thema geweckt / verstärkt worden?
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