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Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Florian Göttsche

Entwicklung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund seit 2005

Die seit Jahrzehnten andauernde, sehr heterogene Zuwanderung hat dazu geführt, dass ein steigender Anteil der Bevölkerung in Deutschland ausländische Wurzeln hat. Ab dem Jahr 2005 stehen für die Bevölkerung mit Migrationshintergrund durchgehende Zeitreihen zur Verfügung.

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Info 2

Methodischer Hinweis zur korrigierten Hochrechnung

Der Mikrozensus 2005 bis einschließlich 2010 nutzt für die Hochrechnung der Ergebnisse Hochrechnungsfaktoren, die auf den fortgeschriebenen Ergebnissen der Volkszählung 1987 basieren. Der Zensus 2011 hat jedoch gezeigt, dass diese fortgeschriebenen Ergebnisse verzerrt waren: Es lebten zum Stichtag des Zensus 2011 etwa 400.000 Deutsche und rund 1,1 Millionen Ausländerinnen und Ausländer weniger in Deutschland als bisher angenommen. Die Jahrgänge vor 2011 wurden jedoch nicht offiziell revidiert und neu hochgerechnet. Die Ergebnisse der Mikrozensus-Jahrgänge 2005 bis 2010 sind daher nicht ohne Weiteres mit denen ab 2011 vergleichbar.

Im Jahr 2017 hat das Statistische Bundesamt jedoch aufgrund einer Anforderung des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) Bevölkerungseckzahlen auf Basis des Zensus 2011 bis einschließlich 1990 zurückgerechnet. Diese Eckzahlen wurden nach Bundesländern, Nationalität (deutsch/ausländisch), Geschlecht und Altersgruppen berechnet und bilden die Ausgangslage für die Neuberechnung der Hochrechnungsfaktoren. Die bestehenden Hochrechnungsfaktoren wurden so mit Korrekturwerten versehen, dass der Mikrozensus die Eckzahlen in jedem Berichtsjahr exakt trifft. Die in diesem Kapitel berechneten Daten für die Jahre vor 2011 basieren auf diesen korrigierten Hochrechnungsfaktoren. Damit sind ununterbrochene Zeitreihen ab 2005 verfügbar. Die neuen Ergebnisse der Jahre 2005 bis 2010 für die Bevölkerung mit Migrationshintergrund wurden zudem in einer Sonderreihe der Fachserie 1 "Bevölkerung und Erwerbstätigkeit", Reihe 2.2 "Bevölkerung mit Migrationshintergrund" auf www.destatis.de veröffentlicht.

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund stieg von 14,1 Millionen Personen im Jahr 2005 um 36 % auf 19,3 Millionen Personen im Jahr 2017 an. Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ging dagegen im gleichen Zeitraum von 66,4 Millionen Menschen um rund 6 % auf 62,5 Millionen Menschen zurück.
Bevölkerung mit Migrationshintergrund — in MillionenBevölkerung mit Migrationshintergrund — in Millionen Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Von 2005 bis 2010 war die Zahl der zugewanderten Ausländerinnen und Ausländer nahezu unverändert. Danach stieg sie infolge der hohen Nettozuwanderung ab 2011 vor allem aus den Staaten der EU-Osterweiterung und aus den sogenannten Euro-Krisenländern (beispielsweise Spanien) an. Die hohe Zuwanderung von Schutzsuchenden ab 2014 gab dieser Entwicklung eine weitere Dynamik.

Die Zahl der in Deutschland geborenen Ausländerinnen und Ausländer ist seit 2005 um 6 % zurückgegangen. Dies ist zum einen auf die erfolgten Einbürgerungen zurückzuführen, zum anderen auf die Änderung des Ausländergesetzes im Jahr 2000. Seit dieser Änderung werden sehr viel weniger Kinder mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit in Deutschland geboren als zuvor. Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten Kinder ausländischer Eltern bei Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Zahl der zugewanderten Deutschen mit Migrationshintergrund hat sich im gesamten Zeitraum zahlenmäßig nur leicht erhöht (+ 10 %), vor allem weil nur noch wenige Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler nach Deutschland zuwandern.

Dagegen stieg die Zahl der in Deutschland geborenen Deutschen mit Migrationshintergrund seit 2005 um 55 %; dies ist die größte strukturelle Veränderung insgesamt. Die Zunahme lag weniger an vermehrten Einbürgerungen von in Deutschland geborenen Ausländerinnen und Ausländern. Wesentlich bedeutsamer war, dass Eltern mit Migrationshintergrund in diesem Zeitraum Kinder bekamen, die mit deutscher Staatsangehörigkeit in Deutschland geboren wurden.


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