Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Florian Göttsche

Kinder mit Migrationshintergrund

In Deutschland lebten 2017 rund 13,4 Millionen Kinder, davon hatten 4,9 Millionen einen Migrationshintergrund (36 %). In den jüngeren Altersgruppen war dieser Anteil am höchsten: Bei den unter 3-Jährigen lag der Anteil bei 39 %. Die überwiegende Mehrheit der Kinder mit Migrationshintergrund hat einen deutschen Pass (72 %). Nur jedes fünfte Kind mit Migrationshintergrund hat eigene Migrationserfahrung, ist also im Ausland geboren und dann zugewandert (20 %). Im Durchschnitt waren diese zugewanderten Kinder mit sechs Jahren nach Deutschland gekommen. Die wichtigste Herkunftsregion der Kinder mit Migrationshintergrund war Europa (3,0 Millionen Kinder), darunter führten sogar die Nicht-EU-Staaten gegenüber den Mitgliedstaaten der EU. Asien war die zweitwichtigste Herkunftsregion, darunter dominierte der Nahe und Mittlere Osten deutlich gegenüber den sonstigen Regionen in Asien. In Afrika war der Norden mit Ägypten und den sogenannten Maghrebstaaten Marokko, Tunesien, Libyen und Algerien als Herkunftsregion besonders bedeutsam; die Hälfte der afrikanischstämmigen Kinder kam aus diesem Gebiet. Die Nationalität der Kinder hing auch von der Herkunftsregion ab: Während 39 % der Kinder aus EU-Staaten ausländisch waren, besaßen nur 19 % der Kinder aus Nordafrika die deutsche Staatsangehörigkeit nicht.
Kinder unter 18 Jahren nach ausgewählten soziodemografischen Merkmalen und Migrationsstatus 2017Kinder unter 18 Jahren nach ausgewählten soziodemografischen Merkmalen und Migrationsstatus 2017 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund war zwischen den Bundesländern verschieden: In den östlichen Bundesländern mit Ausnahme von Berlin war er unterdurchschnittlich, während er in Bremen, Berlin, Hessen und Hamburg besonders hoch war. Je dichter besiedelt eine Region ist, desto höher ist in der Regel auch der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund: Während in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern nur 20 % der Kinder einen Migrationshintergrund hatten, waren es in Städten ab 500.000 Einwohnern 49 %. Je mehr Menschen in einer Gemeinde lebten, desto größer war auch der Anteil ausländischer Kinder. In Gemeinden mit mindestens 500.000 Einwohnern besaßen 15 % aller Kinder keinen deutschen Pass.
Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund nach Bundesländern und Gemeindegröße 2017 — in ProzentAnteil der Kinder mit Migrationshintergrund nach Bundesländern und Gemeindegröße 2017 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Rund 12 % aller Kinder hatten einen sogenannten einseitigen Migrationshintergrund. Das bedeutet, dass ein Elternteil Spätaussiedlerin/Spätaussiedler, ausländisch oder eingebürgert ist, während das andere Elternteil keinen Migrationshintergrund besitzt. Rund 25 % aller Kinder hatten einen beidseitigen Migrationshintergrund, ihre beiden Eltern besaßen Wurzeln im Ausland. Die meisten Eltern von Kindern mit beidseitigem Migrationshintergrund stammten aus dem gleichen Land (75 %), während die verbleibenden 25 % der Kinder Eltern hatten, die ihre Wurzeln in verschiedenen Staaten hatten. In diesen Fällen stammten die Eltern sogar mehrheitlich von verschiedenen Kontinenten (68 %).


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