Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Hans-Werner Freitag, Andreas Schulz

Bildungsförderung

Um jeder Person den Zugang zu Bildung zu ermöglichen – unabhängig vom eigenen Einkommen oder dem Einkommen der Eltern –, hat der Staat verschiedene Förderprogramme geschaffen. Dieser Abschnitt stellt die drei zahlenmäßig bedeutendsten Programme vor.

Ausbildungsförderung für Studierende

Durchschnittlich 364.000 Studierende wurden im Jahr 2017 durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) gefördert. Davon waren 242.000 an Universitäten und 119.000 an Fachhochschulen eingeschrieben. Rund 59 % aller geförderten Studierenden erhielten nur eine Teilförderung, die geleistet wird, wenn die Einkommen der Begünstigten oder ihrer Eltern festgelegte Grenzen übersteigen. Eine Vollförderung – also den maximalen Betrag – bekamen rund 41 % der Unterstützten.

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Info 3

Ausbildungsförderung – »BAföG«

Die Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) soll zusammen mit anderen direkten Leistungen (zum Beispiel Kindergeld, Leistungen nach dem Arbeitsförderungsgesetz) sowie den ausbildungsbezogenen indirekten steuerlichen Entlastungen dazu dienen, die unterschiedlichen Belastungen der Familien auszugleichen. Durch diese Förderung sollen junge Menschen aus Familien mit geringem Einkommen Zugang zu einer Ausbildung nach ihrer Neigung, Eignung und Leistung erhalten.

Derzeit wird Ausbildungsförderung für den Besuch von weiterführenden allgemeinbildenden Schulen und Berufsfachschulen ab Klasse 10 und von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, nur an auswärts (nicht bei den Eltern) untergebrachte Schülerinnen und Schüler geleistet. "Schüler-BAföG" gibt es ferner für den Besuch von Abendschulen, Kollegs, Berufsaufbauschulen oder Fach- und Fachoberschulklassen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Im Schulbereich wird die Ausbildungsförderung vollständig als Zuschuss geleistet.

Ausbildungsförderung für Studierende nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz erhalten junge Erwachsene, die höhere Fachschulen, Akademien und Hochschulen besuchen. Im Hochschulbereich wird die Ausbildungsförderung je zur Hälfte als Zuschuss und als unverzinsliches Darlehen geleistet. In bestimmten Fällen wird anstelle von Zuschuss und unverzinslichem Darlehen ein verzinsliches Darlehen gewährt, zum Beispiel nach Überschreiten der Förderungshöchstdauer.
Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Insgesamt wurden vom Bund für die Studierendenförderung 2,2 Milliarden Euro aufgewendet. Seit dem 1. Januar 2015 hat der Bund die vollständige Finanzierung der Förderung übernommen. Im Durchschnitt erhielt in Deutschland eine geförderte Studentin beziehungsweise ein Student 499 Euro im Monat.

Ausbildungsförderung für Schülerinnen und Schüler

Im Jahr 2017 erhielten durchschnittlich 139.000 Schülerinnen und Schüler eine Ausbildungsförderung. Rund 73.000 von ihnen besuchten eine Berufsfachschule und 18.000 eine Fachschule, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt. Zwei Drittel aller Schülerinnen und Schüler, die "Schüler-BAföG" erhielten, bekamen eine Vollförderung, also den Förderungshöchstbetrag. Ein Drittel erhielt eine Teilförderung. Insgesamt wendete der Bund 758 Millionen Euro für die Schülerförderung auf. Im Durchschnitt bekam ein unterstützter Schüler beziehungsweise eine Schülerin 456 Euro im Monat (siehe Tab 7).

Aufstiegsfortbildungsförderung

Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) – auch kurz "Aufstiegs-BAföG" genannt – wurden 2017 an 165.000 Personen gezahlt. Das "Aufstiegs-BAföG" unterstützt Personen, die sich nach abgeschlossener Erstausbildung auf einen Fortbildungsabschluss vorbereiten, zum Beispiel zur Handwerksmeisterin beziehungsweise zum Handwerksmeister, Fachwirtin beziehungsweise Fachwirt oder zur Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher. Knapp zwei Drittel der geförderten Personen waren Männer und etwas mehr als ein Drittel Frauen. Der finanzielle Aufwand betrug 2017 insgesamt 641 Millionen Euro. Jeweils rund die Hälfte der Unterstützten besuchten eine Vollzeitfortbildung (49 %) oder eine Teilzeitfortbildung (51 %). Beide Fortbildungsarten weisen für die Frauen mit rund einem Drittel und für die Männer mit zwei Dritteln eine nahezu identische Verteilung auf. Die Geförderten waren überwiegend zwischen 20 und 35 Jahre alt. Die häufigsten Fortbildungsberufe nach dem "Aufstiegs-BAföG" waren 2017 bei den Männern Industriemeister Metall, gefolgt vom staatlich geprüften Maschinenbautechniker und vom staatlich geprüften Elektrotechniker. Die gefragtesten Berufe bei den Frauen waren Erzieherin, gefolgt von der geprüften Wirtschaftsfachwirtin und der Friseurmeisterin.

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Info 4

Aufstiegsförderung – »Aufstiegs-BAföG«

Die Aufstiegsförderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) soll Nachwuchskräften helfen, ihre Weiterbildung für einen Fortbildungsabschluss zu finanzieren, der einen beruflichen Aufstieg ermöglicht. Diese Förderung, auch "Aufstiegs-BAföG" genannt, wurde 1996 eingeführt. Das Gesetz gewährt allen Fachkräften einen Rechtsanspruch auf staatliche Unterstützung für alle Formen der beruflichen Aufstiegsfortbildung. Der angestrebte Abschluss muss über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen. Damit erstreckt sich die Förderung auf alle Bildungsmaßnahmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft, der Freien Berufe, der Hauswirtschaft und der Landwirtschaft, die gezielt auf anerkannte Prüfungen, zum Beispiel nach der Handwerksordnung oder anderen öffentlich rechtlichen Prüfungsordnungen, vorbereiten. Hierzu gehören auch Fortbildungen in den Gesundheits- und Pflegeberufen sowie an staatlich anerkannten Ergänzungsschulen. Die Leistungen für alle Teilnehmenden bestehen aus einem sogenannten Maßnahmebeitrag (für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) bis zu einer Höhe von 15.000 Euro, der mit einem Anteil von 40 % als Zuschuss und im Übrigen als Darlehen gewährt wird. Ferner werden im Bedarfsfall Leistungen zum "Prüfungsstück" bis zu einer Höhe von 2.000 Euro, darunter 40 % als Zuschuss, gewährt. Geförderte in Vollzeitform können darüber hinaus monatliche Zuschüsse und Darlehen für den Lebensunterhalt und die Kinderbetreuung erhalten.

Aufstiegsförderung nach dem Aufstiegsfortbildungs­förderungsgesetz (AFBG)Aufstiegsförderung nach dem Aufstiegsfortbildungs­förderungsgesetz (AFBG) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)



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