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Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Thomas Lampert, Benjamin Kuntz, Jens Hoebel, Stephan Müters, Lars Eric Kroll

Zeitliche Entwicklungen und Trends

Zeitliche Entwicklungen und Trends der gesundheitlichen Ungleichheit in Deutschland sind bislang nur vereinzelt untersucht worden. Mit den Daten des SOEP lassen sich Veränderungen in der Selbsteinschätzung des allgemeinen Gesundheitszustandes im Zeitraum von 1994 bis 2013 analysieren. Für die 30- bis 64-jährige Bevölkerung zeigt sich im Vergleich von vier Beobachtungszeiträumen (1994 bis 1998, 1999 bis 2003, 2004 bis 2008 und 2009 bis 2013), dass in der niedrigen Einkommensgruppe der Anteil der Männer und Frauen, die ihren allgemeinen Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht beurteilten, im Verlauf der letzten 20 Jahre zunahm. In der hohen Einkommensgruppe und bei Frauen auch in der mittleren Einkommensgruppe ist eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten. Bezüglich des Risikos eines weniger guten oder schlechten allgemeinen Gesundheitszustandes nahm die relative Differenz zwischen der niedrigen und der hohen Einkommensgruppe bei Kontrolle des Alterseinflusses – über die vier Zeiträume betrachtet – bei Männern um 53 % und bei Frauen um 63 % zu.
Entwicklung der Selbsteinschätzung des allgemeinen Gesundheitszustandes ("weniger gut" oder "schlecht") bei 30- bis 64-Jährigen nach drei Einkommens­gruppen 1994 – 2013 — in ProzentEntwicklung der Selbsteinschätzung des allgemeinen Gesundheitszustandes ("weniger gut" oder "schlecht") bei 30- bis 64-Jährigen nach drei Einkommens­gruppen 1994 – 2013 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Darüber hinaus können zeitliche Entwicklungen und Trends im Rauchverhalten und in der sportlichen Aktivität für die Altersgruppe der 30- bis 64-Jährigen untersucht werden. Für den Zeitraum 2004 bis 2016 weisen die Daten insbesondere für die hohe Bildungsgruppe auf einen deutlichen Rückgang des Rauchens hin. In der niedrigen Bildungsgruppe blieb der Anteil der Raucher im Zeitverlauf nahezu konstant, während sich der Anteil der Raucherinnen mit niedriger Bildung sogar noch erhöhte. Infolgedessen nahmen die Unterschiede im Rauchverhalten der Bildungsgruppen weiter zu, bezogen auf das alterskontrollierte Risiko um 50 % bei Männern und um 83 % bei Frauen.
Entwicklung des Rauchens bei 30- bis 64-Jährigen nach Bildung 2004 − 2016 — in ProzentEntwicklung des Rauchens bei 30- bis 64-Jährigen nach Bildung 2004 − 2016 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Für die Sportbeteiligung ist im Zeitraum 1994 bis 2015 eine deutliche Zunahme festzustellen. Dabei fällt auf, dass in der Altersspanne von 30 bis 64 Jahren der Anteil der Männer und Frauen, die in den letzten vier Wochen keinen Sport getrieben hatten, in allen Bildungsgruppen abnahm. Bei Personen mit hoher Bildung zeichnet sich diese Entwicklung aber noch deutlicher ab als bei Personen mit mittlerer und niedriger Bildung. Nach Kontrolle des Alterseffektes stieg die relative Differenz des Risikos für sportliche Inaktivität im Vergleich der niedrigen zur hohen Bildungsgruppe bei Männern um 101 % und bei Frauen um 87 %.
Entwicklung der sportlichen Inaktivität bei 30- bis 64-Jährigen nach Bildung 1994 − 2015 — in ProzentEntwicklung der sportlichen Inaktivität bei 30- bis 64-Jährigen nach Bildung 1994 − 2015 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)



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