Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Heiko Pfaff, Jan Paul Heisig

Gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung ist der zentrale Pfeiler der sozialen Absicherung im Bereich der Gesundheit. Eine wichtige Rolle spielen außerdem die gesetzliche Unfallversicherung, die Pflegeversicherung (siehe Abschnitt 8.4.3), die Beihilfen im öffentlichen Dienst, die verpflichtende Entgeltfortzahlung durch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie die private Krankenversicherung.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung werden in Deutschland von über 100 teils regionalen, teils überregionalen Krankenkassen angeboten. Beschäftigte in einem Arbeiter- oder Angestelltenverhältnis müssen sich bei einer dieser Krankenkassen versichern, wenn ihr regelmäßiger Jahresverdienst unterhalb der sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt (im Jahr 2016 lag diese bei 56.250 Euro). Abhängig Beschäftigte, deren Einkommen oberhalb der Jahresentgeltgrenze liegt, können sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder bei einer privaten Krankenversicherung versichern. Neben der Mehrheit der abhängig Beschäftigten sind die meisten Rentnerinnen und Rentner (über die "Krankenversicherung der Rentner") sowie Auszubildende, Studierende und Arbeitslose in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Schließlich sind auch einige Gruppen von Selbstständigen, zum Beispiel landwirtschaftliche Unternehmerinnen und Unternehmer, in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Die Mehrheit der Selbstständigen kann jedoch unabhängig von ihrem Einkommen zwischen der Versicherung bei einer gesetzlichen und einer privaten Krankenkasse wählen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es nicht immer möglich ist, nach einer Phase der Versicherung in der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln beziehungsweise zurückzukehren.

Grundsätzlich besteht in Deutschland seit dem 1. Januar 2009 eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Personen, die nicht automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, müssen sich also freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder über eine private Krankenversicherung absichern.

Im Jahresdurchschnitt standen 2016 insgesamt 71,4 Millionen Personen unter dem Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung. Davon waren 32,6 Millionen (46 %) Pflichtmitglieder, 5,8 Millionen (8 %) freiwillige Mitglieder und 16,8 Millionen (24 %) pflichtversicherte Rentnerinnen und Rentner. Weitere 16,2 Millionen (23 %) Personen waren im Rahmen der oben bereits diskutierten Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert.

Wie im Falle der Rentenversicherung sind die Beträge von Beschäftigten sowie Arbeitgebern auch für die gesetzliche Krankenversicherung die bei Weitem wichtigste Einnahmequelle. Im Jahr 2016 machten sie 206,7 Milliarden Euro und damit 92,7 % der Gesamteinnahmen von 223,0 Milliarden Euro aus. Seit 2015 beträgt der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung 14,6 % des Bruttoeinkommens unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 4.237,50 Euro monatlich, wobei die Hälfte des Beitrags bei abhängig Beschäftigten vom Arbeitgeber übernommen wird. Neben diesem allgemeinen Beitrag erheben die gesetzlichen Krankenkassen Zusatzbeiträge, die allein von den Beschäftigten getragen werden. Für das Jahr 2018 lagen die Zusatzbeiträge bei den bundesweit geöffneten Krankenkassen zwischen 0,59 % und 1,70 %. Einige regionale und Betriebskrankenkassen verlangten geringere Zusatzbeiträge.
Ausgaben und Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung 2016 — in Milliarden EuroAusgaben und Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung 2016 — in Milliarden Euro Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Die Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung beliefen sich im Jahr 2016 auf 222,3 Milliarden Euro. Der größte Ausgabenblock waren die Krankenhausbehandlungen (71,7 Milliarden Euro beziehungsweise 32,3 % der Gesamtausgaben), gefolgt von den Kosten für Arznei und Hilfsmittel (43,8 Milliarden Euro beziehungsweise 19,7 %) sowie für Behandlungen durch Ärzte und Heilmittelerbringer (43,7 Milliarden Euro beziehungsweise ebenfalls 19,7 %).


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