Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Dieter Fuchs, Edeltraud Roller

Einstellungen verschiedener Bevölkerungsgruppen zur Demokratie

In Tabelle 2 sind die beiden untersuchten Einstellungen zur Demokratie nach Geschlecht, Alter, beruflicher Stellung, ideologischer Orientierung (Links-Rechts) und Parteipräferenz aufgeschlüsselt. Für die Akzeptanz der Demokratie als Staatsform liegen keine aktuellen Daten vor. Allerdings sind die Befunde aus dem Jahr 2008 bei dieser grundlegenderen Einstellung, die erfahrungsgemäß relativ stabil ist, immer noch instruktiv. Sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland zeigen sich einige auffällige Abweichungen vom Durchschnitt. Erstens sahen in beiden Landesteilen Arbeitslose sowie Anhängerinnen und Anhänger der Partei DIE LINKE unterdurchschnittlich oft die Demokratie als die beste Staatsform an. Zweitens erwiesen sich die SPD-Anhängerinnen und -Anhänger im Osten Deutschlands als überdurchschnittlich starke Befürworter der Demokratie als Staatsform. Drittens waren ebenfalls die Arbeitslosen und Anhängerinnen und Anhänger der Partei DIE LINKE sowohl in West- als auch in Ostdeutschland weniger zufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie als der jeweilige Bevölkerungsdurchschnitt. Bemerkenswert ist viertens, welch ein geringer Anteil der Anhängerinnen und Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD) im Westen und im Osten zufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie war. Im Westen waren das 2016 lediglich 15 % und im Osten 16 %. Das zeigt, dass das demokratiekritische Potenzial in Deutschland vor allem bei den Anhängerinnen und Anhängern der AfD lokalisiert werden kann. Fünftens wiesen im Frühjahr 2017 in Ostdeutschland vor allem ideologisch rechtsorientierte Bürgerinnen und Bürger eine geringere Demokratiezufriedenheit auf.
Tab 2 Einstellungen verschiedener Bevölkerungsgruppen zur Demokratie 2008, 2016 und 2017 — in ProzentEinstellungen verschiedener Bevölkerungsgruppen zur Demokratie 2008, 2016 und 2017 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Auffällig ist die Ähnlichkeit zwischen den verschiedenen Altersgruppen in Ostdeutschland. Es wurde erwartet, dass insbesondere die nachwachsenden Generationen vom neuen demokratischen System geprägt werden und eine positivere Haltung zu diesem System ausbilden. Diese positiven Sozialisationseffekte haben sich bei den beiden Einstellungen zur Demokratie – Demokratie als Staatsform allgemein, Zufriedenheit mit der Demokratie in Deutschland – bislang kaum eingestellt.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass in Ost und West sowohl die Arbeitslosen als auch die Anhängerinnen und Anhänger der Partei DIE LINKE der Demokratie als Staatsform allgemein und der Demokratie in Deutschland vergleichsweise kritischer gegenüberstehen. Trotz der unterdurchschnittlichen Werte sieht aber auch eine Mehrheit beider Bevölkerungsgruppen in Ost- und Westdeutschland die Demokratie als die beste Staatsform an. Bedenklich ist vor allem die geringe Demokratiezufriedenheit bei den Anhängerinnen und Anhängern der AfD.


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