Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Diana Schacht, Maria Metzing

Erfahrung von Benachteiligung, Sorgen, Bleibeabsicht und Überweisungen

Im Jahr 2015 gaben 4 % der Personen mit Migrationshintergrund und darunter 5 % der Migrantennachkommen an, häufig Situationen erlebt zu haben, in denen sie aufgrund ihrer Herkunft abgewiesen beziehungsweise benachteiligt wurden. Über solche Erfahrungen berichteten die Herkunftsgruppen in unterschiedlichem Ausmaß. Dabei gaben Personen türkischer Herkunft am häufigsten an, dass sie bereits Situationen erlebt hätten, in denen sie sich benachteiligt fühlten (8 %), während dies nur 2 % der Personen aus Südeuropa und 2 % der (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler angaben.
Erfahrung von Benachteiligung aufgrund der Herkunft, Sorgen um die Ausländerfeindlichkeit, Bleibeabsicht und Überweisungen ins Ausland 2016Erfahrung von Benachteiligung aufgrund der Herkunft, Sorgen um die Ausländerfeindlichkeit, Bleibeabsicht und Überweisungen ins Ausland 2016 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Personen mit Migrationshintergrund machten sich insgesamt etwas seltener große Sorgen um Ausländerfeindlichkeit als Personen ohne Migrationshintergrund (43 % gegenüber 48 %) und Migrantennachkommen (47 %) (siehe auch Kapitel 7.4.5 zum Vergleich mit Geflüchteten). Am seltensten machten sich Personen aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens Sorgen über dieses Thema (33 %), unter Personen mit türkischer Herkunft waren diese Sorgen am weitesten verbreitet (49 %).

Diese Unterschiede zwischen den Herkunftsgruppen lassen sich auch in Bezug auf die Sorgen um die wirtschaftliche Situation feststellen. Personen türkischer Herkunft machten sich am häufigsten große Sorgen (27 %) und Personen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens am seltensten (17 %). Insgesamt machten sich jedoch deutlich weniger Personen große Sorgen um die wirtschaftliche Situation als um Ausländerfeindlichkeit – dies gilt sowohl für Personen mit als auch ohne Migrationshintergrund (19 % beziehungsweise 12 %) und Migrantennachkommen (15 %).

Hinsichtlich der Bleibeperspektiven in Deutschland äußerten 85 % der Personen mit Migrationshintergrund den Wunsch, für immer in Deutschland zu bleiben. Die größten Anteile wiesen (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler (96 %) und Personen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens sowie aus Osteuropa (jeweils 89 %) auf. Die Absicht in Deutschland zu bleiben war bei Personen türkischer Herkunft (74 %) am niedrigsten. Die schwierigere soziale Situation dieser Gruppe und die stärker verbreitete subjektive Erfahrung von Benachteiligung könnten dieses Ergebnis erklären. Durchschnittlich ergaben sich in Bezug auf die Bleibeabsicht keine Generationsunterschiede (beide 85 %).

Ungefähr 9 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hatte im Jahr 2016 Geld ins Ausland, also in der Regel in ihre Herkunftsländer, überwiesen. Dies gaben vor allem Personen aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens und aus Osteuropa (17 % und 20 %) an. Am seltensten hatten Südeuropäerinnen und Südeuropäer Geld überwiesen (5 %). Auch die Migrantennachkommen hatten vergleichsweise selten Zahlungen ins Ausland getätigt (2 %). Konkret handelte es sich dabei auch um äußerst unterschiedliche Summen. Personen mit Migrationshintergrund hatten insgesamt durchschnittlich 2.100 Euro während des vorherigen Jahres an Verwandte und Freunde ins Ausland überwiesen, Migrantennachkommen durchschnittlich 890 Euro.


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