Datenreport 2018

Lebenszufriedenheit und Sorgen

Die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland zählt zu den anspruchsvollsten Zielen politischer Regierungsverantwortung. Auch nunmehr 28 Jahre nach der deutschen Vereinigung gilt es bei der Verwirklichung dieses Ziels nicht nur, die objektiven Lebensbedingungen in verschiedenen Lebensbereichen anzugleichen, sondern ebenso das subjektive Wohlbefinden der Menschen im Blick zu behalten. Schließlich prägen erst beide Dimensionen zusammengenommen die Lebensqualität in der Gesellschaft.

Das subjektive Wohlbefinden der in Deutschland lebenden Menschen umfasst sowohl den Grad der empfundenen allgemeinen Lebenszufriedenheit als auch das Maß an Zufriedenheit in bestimmten Lebensbereichen, zum Beispiel mit der Wohnsituation, der Freizeit, der Arbeit und der Gesundheit, sowie Sorgen angesichts der Entwicklung der Kriminalität und um den Frieden. In solchen Indikatoren des subjektiven Wohlbefindens spiegeln sich die Diskrepanzen zwischen eigenem Anspruch und Wirklichkeit sowie eine Bewertung des bislang Erreichten wider.

Die Glücksforschung, deren Bedeutung in den letzten Jahren sowohl innerhalb der Wissenschaften als auch in öffentlichen Debatten enorm gewachsen ist, unterscheidet drei verschiedene Dimensionen subjektiven Wohlbefindens: zum einen das vielfach auch als "emotionales" Wohlbefinden bezeichnete "Glücklich-Sein", das den aktuellen Moment, den Tagesdurchschnitt oder, wie im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) erhoben, den Durchschnitt der letzten vier Wochen erfasst. Zum anderen gibt es das "kognitive" Wohlbefinden, bei dem "Glücklich-Sein" eher als dauerhaftes Empfinden und als Grad der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und der Erfüllung eigener Erwartungen bewertet wird. Schließlich existiert noch eine dritte Dimension von Wohlbefinden, die weniger auf spezifische Aspekte des Lebens abzielt, als vielmehr auf den Grad des "Erfüllt-Seins" verweist. Damit verbunden ist die Frage, ob das, was ich mit meinem Leben mache, auch wertvoll und nützlich ist.

Lebensqualität umfasst daneben auch negative Gesichtspunkte wie Sorgen um persönliche Perspektiven, zum Beispiel die eigene wirtschaftliche Situation, Gesundheit und Sicherheit des Arbeitsplatzes. Umgekehrt charakterisiert das Fehlen von Sorgen ebenfalls ein Element von positivem Wohlbefinden. In der Regel werden Sorgen nicht als Globalmaß konzeptualisiert, sondern auf einzelne Lebensbereiche oder spezifische Themen- und Handlungsfelder bezogen. Dabei spielen auch unterschiedliche Aspekte einer Gesellschaft, wie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, der Frieden, der Schutz der Umwelt oder die Folgen des Klimawandels zur Bewertung des subjektiven Wohlbefindens eine Rolle.

Autor(en): Clara Hoffmann, Jürgen Schupp, DIW Berlin
Herausgeber: WZB / SOEP

Datenreport: Kapitel 10.1.1

Allgemeine Lebenszufriedenheit und Zufriedenheit mit Lebensbereichen

Im Jahr 2016 waren die Deutschen im Durchschnitt zufriedener mit ihrem Leben als zu jedem anderen Zeitpunkt nach der Vereinigung. Doch noch immer bestehen diesbezüglich Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Dies gilt auch für die durchschnittliche Zufriedenheit differenziert nach verschiedenen Lebensbereichen.

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Datenreport: Kapitel 10.1.2

Sorgen in persönlichen Bereichen

Die negativen Komponenten des subjektiven Wohlbefindens lassen sich unterteilen in Sorgen in persönlichen sowie in öffentlichen Bereichen. Die persönlichen Sorgen betreffen vorwiegend die eigene wirtschaftliche Situation, die eigene Gesundheit sowie dem eigenen Arbeitsplatz.

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Datenreport: Kapitel 10.1.3

Sorgen im öffentlichen Bereich

Die Sorgen hinsichtlich der allgemeinen wirtschaftlichen Situation verlaufen über die Zeit ähnlich wie die Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation, jedoch auf einem deutlich höheren Niveau. Allerdings scheint hier die subjektive Wahrnehmung ein Stück weit von der persönlichen wirtschaftlichen Situation entkoppelt zu sein.

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Datenreport: Kapitel 10.1.4

Emotionales Glück und »Erfüllt-Sein«

Zu den hier erfragten emotionalen Elementen des subjektiven Wohlbefindens zählen das emotional erlebte Glück der letzten vier Wochen sowie auch der Grad des "Erfüllt-Seins", verbunden mit der Einschätzung, ob das, was die Befragten mit ihren Leben machen, auch wertvoll und nützlich ist.

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Datenreport: Kapitel 10.1.5

Bilanz des subjektiven Wohlbefindens in den letzten zehn Jahren

Im Jahr 2016 wurde versucht, den Verlauf der Zufriedenheit über die letzten zehn Jahre zu bilanzieren. Eingeflossen sind dabei die Zufriedenheit mit den persönlichen Lebensverhältnissen, mit dem persönlich zur Verfügung stehenden Einkommen, mit der eigenen Gesundheit sowie die Wahrnehmung der allgemeinen Wohlstandsentwicklung.

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Datenreport: Kapitel 10.1.6

Fazit

Welchen Verläufen folgt die allgemeine Lebenszufriedenheit in Ost und West? Wie hat sich das subjektive Wohlbefinden in den letzten zehn Jahren entwickelt? Welche privaten und öffentlichen Sorgen plagen die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands? Ein zusammenfassender Überblick der Fakten zu diesen und weiteren Fragen.

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