Datenreport 2021.

Arbeitsmarkt

Erwerbsarbeit spielt in Deutschland sowohl in gesellschaftlicher als auch in individueller Hinsicht eine zentrale Rolle. Unbestritten wird Arbeit als Hauptquelle zur Sicherung des Lebensunterhalts gesehen. Nicht minder wichtig ist die Bedeutung, die der ausgeübte Beruf und die berufliche Stellung für das persönliche Selbstverständnis und die gesellschaftliche Position haben. Für viele ist Arbeit ein wichtiger Teil der persönlichen Selbstentfaltung. Immer mehr Frauen sind erwerbstätig und die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen steigt. Damit ist für einen noch größeren Teil der Bevölkerung Erwerbsarbeit ein wesentlicher Teil des Alltags. Erwerbslosigkeit ist umgekehrt nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch wegen der gesellschaftlichen Stigmatisierung ein Problem. Die mit ihr einhergehenden Einkommensverluste zwingen meist nicht nur zum Konsumverzicht, sondern führen zu einer eingeschränkten Teilnahme am gesellschaftlichen Leben für die Erwerbslosen und alle von ihnen abhängigen Personen. Eine auf den Arbeitsmarkt bezogene Perspektivlosigkeit kann darüber hinaus persönliche Krisen auslösen.

Ebenso groß ist die Bedeutung der Erwerbsarbeit auf gesellschaftlicher Ebene. Das Steuersystem und die Sozialversicherungssysteme finanzieren sich über Erwerbsbeteiligung. Für materiellen Wohlstand sind das Schaffen und Erhalten von Arbeitsplätzen wichtige Voraussetzungen. Dementsprechend groß ist auch die öffentliche und politische Diskussion um die Zukunft der Arbeitswelt.

Die weiterhin voranschreitende Globalisierung und technische Entwicklung, die Digitalisierung der Arbeitswelt, der demografische Wandel, veränderte Beschäftigungsformen, aber auch veränderte persönliche Ansprüche der Menschen an ihre Arbeit und deren Vereinbarkeit mit dem Privatleben werfen viele Fragen auf. Im Vordergrund stehen heute auf der einen Seite die zunehmende Heterogenität der Erwerbsformen, deren Auswirkung auf die Normalarbeitsverhältnisse und die Frage, inwieweit Erwerbsarbeit noch existenzielle Absicherung garantieren kann. Auf der anderen Seite wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein zunehmender Fachkräftemangel befürchtet und diskutiert, inwieweit ungenutztes beziehungsweise zusätzliches Arbeitskräftepotenzial aktiviert werden könnte. In der zurückliegenden lang anhaltenden Phase hoher Beschäftigungszahlen und niedriger Arbeitslosigkeit richtete sich die Aufmerksamkeit zudem stärker auf qualitative Aspekte der Arbeit. Für viele Menschen hat sich Arbeit als Lebensgrundlage und Konstante im Alltag durch die Auswirkungen der Coronapandemie teils deutlich geändert oder ist ganz weggebrochen. Auch die Auswirkungen auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sind gravierend. Mehr dazu ist in Kapitel 14 zu finden.

Autor(en): Christian Wingerter
Herausgeber: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Datenreport: Kapitel 5.1.1

Die amtliche Arbeitsmarktstatistik

Das Statistische Bundesamt erstellt Statistiken, mit denen das erwerbsstatistische Gesamtsystem betrachtet und analysiert werden kann. Es berechnet beziehungsweise erhebt dazu unter anderem die Zahl der Erwerbstätigen und der Erwerbslosen nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation.

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Datenreport: Kapitel 5.1.2

Entwicklung der Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit

Im Jahr 2019 gab es in Deutschland durchschnittlich rund 46,5 Millionen Erwerbspersonen mit Wohnort in Deutschland. Von ihnen waren 45,1 Millionen erwerbstätig und 1,4 Millionen erwerbslos. Im Vergleich zu 1991 ist die Zahl der Erwerbspersonen um etwa 5,4 Millionen gestiegen.

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Datenreport: Kapitel 5.1.3

Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen und Berufsgruppen

Die Verteilung der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland auf die Wirtschaftsbereiche des primären (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei), sekundären (Produzierendes Gewerbe) und tertiären Sektors (Dienstleistungen) zeigt im langfristigen Zeitverlauf die großen strukturellen Veränderungen unserer Wirtschaft.

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Datenreport: Kapitel 5.1.4

Beteiligung am Erwerbsleben

Längere Ausbildungszeiten und das frühere Ausscheiden aus dem Erwerbsleben führten ab den 1990er-Jahren zu stetig sinkenden Erwerbsquoten. Dieser Trend hat sich mittlerweile umgekehrt. Die Erwerbsquote umfasst den Anteil der Erwerbspersonen an der Bevölkerung zwischen 15 und 74 Jahren.

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Datenreport: Kapitel 5.1.5

Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial

Im Zusammenhang mit den Diskussionen um mögliche Folgen des demografischen Wandels für den Arbeitsmarkt rücken Arbeitsmarktstatistiken in den Vordergrund, die das gegenwärtig ungenutzte Arbeitskräftepotenzial, das "Erwerbslosigkeit", "Unterbeschäftigung" und "Stille Reserve" umfasst, möglichst vollständig abbilden.

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Datenreport: Kapitel 5.1.6

Teilzeitbeschäftigung

Eine Teilzeitbeschäftigung ermöglicht es in der Regel, Familie und Beruf zeitlich besser miteinander zu vereinbaren. Reduzierte Arbeitszeit bedeutet jedoch häufig, auf Teile des Verdienstes und der Altersvorsorge zu verzichten sowie unter Umständen eingeschränkte Karrieremöglichkeiten in Kauf zu nehmen.

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Datenreport: Kapitel 5.1.7

Atypische Beschäftigung, Normalarbeitsverhältnis und Selbstständigkeit

Die Zahl der Erwerbstätigen sagt zwar etwas darüber aus, wie viele Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt gearbeitet haben, aber noch nichts über Umfang und Stabilität der Erwerbstätigkeit. Der deutsche Arbeitsmarkt ist in den vergangenen 25 Jahren heterogener geworden.

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Datenreport: Kapitel 5.1.8

Erwerbstätigkeit als Unterhaltsquelle

Rund 55 % der Personen ab 15 Jahren bestritten 2019 ihren Lebensunterhalt überwiegend aus eigener Erwerbstätigkeit. Dieser Anteil hat sich gegenüber 2009 erhöht. Damals lag er bei rund 49 %. Die Relevanz anderer Quellen des überwiegenden Lebensunterhalts hat sich in den vergangenen zehn Jahren nur wenig verändert.

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Datenreport: Kapitel 5.1.9

Registrierte Arbeitslose und gemeldete Arbeitsstellen

Daten zur Arbeitslosigkeit und zu offenen Stellen stammen aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Aufgrund verwaltungsrechtlicher Maßnahmen und Reformen ist die Aussagekraft der Zeitreihen zu den Arbeitslosen eingeschränkt. Seit 2005 haben sich in Deutschland die Grundlagen der Arbeitsmarktstatistik geändert.

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Datenreport: Kapitel 5.1.10

Sicherheit am Arbeitsplatz

Grundlegende Voraussetzung für eine "gute" Arbeit ist, ob man diese unter sicheren Bedingungen ausführen kann. Je seltener Arbeitsunfälle auftreten, desto besser ist die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet. In den vergangenen 20 Jahren ist ein kontinuierlicher Rückgang tödlicher Arbeitsunfälle in Deutschland zu verzeichnen.

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Datenreport: Kapitel 5.1.11

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeit hat hohen Einfluss auf die Lebensqualität der Erwerbstätigen. Überlange Arbeitszeiten, Abend-, Nacht- oder Wochenendarbeit können die Gesundheit und das Privatleben beeinträchtigen. Als Erwerbstätige mit überlangen Arbeitszeiten gelten alle Personen, die in der Regel mehr als 48 Stunden in der Woche arbeiten.

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Datenreport: Kapitel 5.1.12

Mehrfachbeschäftigung

Im Jahr 2019 übten nach Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung 5,4 % aller Erwerbstätigen in Deutschland neben ihrer Haupttätigkeit mindestens eine weitere Tätigkeit aus – ein Anstieg um knapp 0,9 Prozentpunkte seit 2011. Am häufigsten waren Mehrfachbeschäftigungen bei Erwerbstätigen in mittleren Altersgruppen.

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Datenreport: Kapitel 5.1.13

Homeoffice

Technischer Fortschritt ermöglicht vielen Erwerbstätigen das Arbeiten von zu Hause. So lassen sich Arbeitszeiten flexibler gestalten, Familienverpflichtungen besser wahrnehmen und Belastungen durch Pendeln reduzieren. Seit März 2020 wird mobiles Arbeiten bzw. Homeoffice aufgrund der Coronapandemie intensiver genutzt.

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