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Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Annelies G. Blom, Katja Möhring

Erwerbsstatus und Arbeitsort im Zeitverlauf

Abbildung 1 gibt zunächst einen Überblick über die Entwicklung der Anteile von Personen in verschiedenen Beschäftigungssituationen. Auch in der ersten Erhebungswoche kurz nach Einsetzen der Kontaktbeschränkungen haben 57 % der Beschäftigten mit ihrer üblichen Stundenzahl weiterhin vor Ort gearbeitet; der Anteil von Beschäftigten im Homeoffice lag bei gut einem Viertel.
Entwicklung der Beschäftigungssituation (20. März bis 9. Juli 2020)Entwicklung der Beschäftigungssituation (20. März bis 9. Juli 2020) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Zu Beginn der Befragung wurde das Stichtagskonzept umgesetzt. Das heißt, die Befragten wurden gebeten, ihre Beschäftigungssituation und den Arbeitsort am jeweiligen Befragungstag anzugeben. In der achten Befragungswoche hat ein Wechsel zu einem differenzierteren Erhebungsinstrument stattgefunden. Erwerbsstatus und Arbeitsort wurden von da an so erhoben, dass Auswertungen zum tageweisen Wechsel des Arbeitsorts möglich waren. In der Befragungswoche 9. bis 15. Mai gaben entsprechend nur noch 12 % der Beschäftigten an, ausschließlich oder überwiegend von zu Hause zu arbeiten. Bei knapp 20 % lag hingegen ein Wechsel zwischen Arbeit vor Ort und von zu Hause vor.

Zu Beginn der Kontaktbeschränkungen wurde ein hoher Anteil von Beschäftigten zunächst freigestellt, der Anteil von Beschäftigten in Kurzarbeit war hingegen noch sehr gering. Im weiteren Verlauf ist der Anteil von Freistellungen stark gesunken und der Anteil von Kurzarbeit spiegelbildlich gestiegen. Einige der zunächst freigestellten Personen kehrten rasch wieder zur Arbeit vor Ort zurück, ein kleinerer Teil ging in Kurzarbeit über. Die stärksten Zugänge in Kurzarbeit erfolgten im Zeitverlauf direkt aus Beschäftigung, nicht aus Freistellung, und waren somit eher eine Reaktion auf den einsetzenden Wirtschaftsabschwung als unmittelbar auf die Kontaktbeschränkungen.

Diese aggregierten Trends könnten jedoch soziale Ungleichheiten verdecken, da die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie nicht alle Beschäftigten gleichermaßen treffen. Wenn negative Auswirkungen entlang bereits bestehender Ungleichheitsmuster verteilt sind, verstärken sie soziale Ungleichheit am Arbeitsmarkt. Im Folgenden wird daher untersucht, wie sich die Beschäftigungssituation während der Phase der Kontaktbeschränkungen im Geschlechtervergleich sowie nach Bildungsstatus und Verdienst verändert hat.

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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Katja Möhring Annelies G. Blom für bpb.de

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