Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Annelies G. Blom, Katja Möhring

Fazit zur ersten Phase der Coronapandemie

Die ersten 16 Wochen der Mannheimer Corona-Studie haben eine Vielzahl von Erkenntnissen zu den gesellschaftlichen Implikationen der Coronakrise in Deutschland zutage gefördert. In diesem Kapitel wurde erörtert, wie sich die Arbeitssituation der Beschäftigten in Deutschland im Verlauf der ersten Monate der Coronakrise entwickelt hat. Die Analysen legen dar, dass sich bestehende Muster der sozialen Ungleichheit am deutschen Arbeitsmarkt auch in den Auswirkungen der aktuellen Krise widerspiegeln. So zeigt sich in Bezug auf den Arbeitsort, dass das Arbeiten von zu Hause klar ein Privileg der oberen Bildungsgruppen ist. Die anfänglich stärkere Geschlechteregalität beim Zugang zum Homeoffice hat sich im Verlauf des Erhebungszeitraums wieder in Richtung der vormaligen Ungleichheit entwickelt. Kurzarbeit spielt in der aktuellen Krise eine große Rolle. Die Analysen zeigen, dass insbesondere unter Beschäftigten mit mittlerem Einkommen eine höhere Verbreitung von Kurzarbeit vorliegt, wohingegen Personen mit geringem Verdienst eher von Freistellungen und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Frauen sind in der aktuellen Krise stärker von Kurzarbeit betroffen als in der letzten Wirtschaftskrise, jedoch ist Kurzarbeit bei ihnen im Vergleich zu Männern weniger dauerhaft.

So wichtig die Ergebnisse der Mannheimer Corona-Stude in den ersten Wochen und Monaten für Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik und Wirtschaft waren, für die an der Studie beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begann mit dem Ende der ersten Phase der Studie erst die wirkliche Forschungsarbeit. In der Folgezeit werden diese Ergebnisse in Bezug zu zeitlichen und räumlichen Daten zum Infektionsgeschehen gestellt und es werden weitergehende Veränderungen der Gesellschaft im Zuge und als Folge der Pandemie untersucht, auch im Hinblick auf Kausalzusammenhänge. Die ersten wissenschaftlichen Beiträge zu weiteren Themen, wie subjektivem Wohlbefinden, Gesundheitsverhalten und psychischer Gesundheit, demokratischer Kontrolle und Hürden für die Corona-Warn-App, sind bereits an anderer Stelle veröffentlicht oder zur Veröffentlichung vorgesehen. Auf der Webseite der Mannheimer Corona-Studie (www.uni-mannheim.de/gip/corona-studie) können sich Interessierte aus Wissenschaft und Öffentlichkeit auch zukünftig über neue Erkenntnisse und Veröffentlichungen informieren.

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