Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Matthias Rosenbaum-Feldbrügge, Nikola Sander, Nico Stawarz

Wanderungsgeschehen allgemein

Im Jahr 2018 wechselten gut 3,9 Millionen Menschen ihren Wohnsitz über die Gemeindegrenzen innerhalb Deutschlands. Für rund 2,8 Millionen Menschen ging das zudem mit einem Umzug in einen anderen Kreis einher. Damit verlagerten im Jahr 2018 gut 3 % der Gesamtbevölkerung ihren Wohnsitz in einen anderen Kreis. Der Anteil der Menschen, die innerhalb eines Kalenderjahres in einen anderen Kreis umzogen, ist über den Zeitraum 1991 bis 2018 relativ stabil geblieben und lag lediglich in den Jahren 2015 und 2016 mit gut 4 % etwas höher. Dieser kurzzeitige Anstieg lässt sich vor allem auf die in diesen Jahren erhöhte Zuwanderung aus dem Ausland zurückführen, da die Verteilung von Schutzsuchenden nach festen Quoten (Königsteiner Schlüssel) sowie die Weiterverteilung über Erstaufnahmeeinrichtungen als Umzüge in der Wanderungsstatistik erfasst werden. Im internationalen Vergleich ist Deutschland mit einer jährlichen Binnenwanderungsquote von rund 3 % als ein moderat mobiles Land zu bezeichnen. Die Wohnbevölkerungen nordeuropäischer Länder wie Finnland oder Dänemark sind deutlich mobiler, während in südeuropäischen Ländern wie Spanien oder Italien ein geringeres Mobilitätsverhalten der Menschen zu konstatieren ist.

Im Allgemeinen lässt sich feststellen, dass räumliche Mobilität stark mit dem Lebensalter variiert. Insbesondere junge Erwachsene neigen aufgrund vermehrter Lebenslaufübergänge (zum Beispiel zu Beginn einer Ausbildung, eines Studiums oder beim Arbeitsmarkteinstieg) häufiger zu Ortswechseln als ältere Personen. So veränderten im Jahr 2018 rund 8 % der 18- bis 24-Jährigen und 10 % der 25- bis 29-Jährigen über Kreisgrenzen ihren Wohnsitz. In den älteren Altersgruppen ist dieser Anteil deutlich geringer: Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 4 %, bei den 50- bis 64-Jährigen 1 % und bei den über 64-Jährigen ebenfalls nur 1 % der Bevölkerung. Das Wanderungsgeschehen in Deutschland wird demnach überproportional durch die jüngere Bevölkerung bestimmt.

Die errechnete durchschnittliche Distanz eines Wohnsitzwechsels betrug im Jahr 2018 rund 65 Kilometer. Zu Beginn der 1990er-Jahre und um die Jahrtausendwende war dieser Wert mit mehr als 72 Kilometern höher, was unter anderem auf das damals stark erhöhte Wanderungsvolumen zwischen den neuen Bundesländern und dem früheren Bundesgebiet zurückzuführen ist.

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