Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Martin Ehlert

Anbieter von Weiterbildung

Betriebe sind in Deutschland mit Abstand der größte Anbieter von Weiterbildung. Im Jahr 2018 boten sie 34 % aller besuchten nonformalen Weiterbildungskurse an. Das bedeutet, dass viele Kurse von den Betrieben, in denen die Beschäftigten arbeiten, selbst organisiert werden. Allerdings stellen nicht alle Betriebe ihren Beschäftigten Weiterbildungsmöglichkeiten bereit. Nach Daten des Continuing Vocational Training Survey (CVTS) boten im Jahr 2015 fast zwei Drittel (62 %) der Betriebe Lehrveranstaltungen an. Wenn andere betriebliche Lernformen wie Weiterbildung am Arbeitsplatz oder Lern- und Qualitätszirkel dazugerechnet werden, waren sogar mehr als drei Viertel (77 %) der Betriebe als Anbieter aktiv. Allerdings war dies bei kleineren Betrieben deutlich seltener der Fall als bei Großbetrieben. Auch wenn diese Zahlen in den letzten Jahren relativ stabil waren, zeigen sich zugleich konjunkturelle Schwankungen. Daten aus dem IAB-Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen, dass das Weiterbildungsangebot der Betriebe während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008 / 2009 deutlich zurückgegangen ist. Danach erholte es sich allerdings schnell wieder auf das vorherige Niveau.

Neben den Betrieben sind kommerzielle Akteure die größten Anbieter von Weiterbildungskursen, während staatliche und nicht kommerzielle Institutionen wie Volkshochschulen nur einen kleinen Anteil haben. Nach Daten des Adult Education Survey (AES) sind vor allem andere Betriebe (17 % der Kurse), selbstständige Lehrkräfte (13 %) und kommerzielle Bildungsinstitute (7 %) für einen Großteil der Kurse verantwortlich. Andere Anbieter wie (Fern-)Hochschulen (5 % der Kurse), Berufsverbände und Volkshochschulen (jeweils 4 %) spielen eine deutlich geringere Rolle. Auf der einen Seite spiegeln diese Zahlen natürlich die starke Ausrichtung der meisten Kurse auf betriebliche und berufliche Anforderungen wider. Bei den nicht berufsbezogenen Kursen sind die Volkshochschulen beispielsweise deutlich stärker vertreten. Auf der anderen Seite ist auch auffällig, dass die berufliche Weiterbildung in Deutschland weitestgehend dem kommerziellen und privaten Sektor überlassen wird, während die berufliche Erstausbildung überwiegend an staatlichen Berufsschulen und Universitäten stattfindet.

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