Datenreport 2021.

Zivilgesellschaftliches Engagement

Gerade in gesellschaftlich bewegten Zeiten, wie ab 2015 mit den zunehmenden Migrationsströmen oder im Zuge der Coronapandemie ab Anfang 2020, hat das zivilgesellschaftliche Engagement für das Funktionieren der Gesellschaft, die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und für die Erhöhung der individuellen Lebensqualität einen unverzichtbaren Stellenwert. Die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements nimmt angesichts der gesellschaftlichen Problemlagen sowie einer zunehmenden Individualisierung und dem damit verbundenen Verlust sozialer Bindungen zu. Die Vereinzelung der Gesellschaftsmitglieder kann die gesellschaftliche Integration von Menschen oder ganzen sozialen Gruppen erschweren und die Lösung anstehender gemeinschaftlicher Probleme behindern. Das individuelle Engagement hilft hingegen, Menschen einzubinden. Es schafft somit Gemeinschaft und bietet für die Einzelnen Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten. Zivilgesellschaftliches Engagement hat zudem wichtige Funktionen bei weiteren gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen und Problemsituationen. So ist es eine wichtige Ressource im demografischen Wandel, indem beispielsweise mit ehrenamtlich erbrachten Leistungen Ältere unterstützt werden. Darüber hinaus haben Ehrenamtliche einen bedeutenden Anteil bei der Integration von Menschen aus anderen Kulturen und helfen Krisensituationen wie die Coronapandemie zu meistern.

Unter zivilgesellschaftlichem Engagement wird ein individuelles Handeln verstanden, das sich durch Freiwilligkeit, fehlende persönliche materielle Gewinnabsicht und eine Ausrichtung auf das Gemeinwohl auszeichnet. Das Engagement kann die Bereitstellung von Zeit beinhalten, es kann aber auch durch das Spenden von Geld oder anderen materiellen Gütern erfolgen. Zivilgesellschaftliches Engagement findet im öffentlichen Raum statt, das heißt in zivilgesellschaftlichen Organisationen oder in weniger organisationsgebundenen Zusammenschlüssen.

Die zivilgesellschaftlichen Organisationen bilden die wesentliche institutionelle Infrastruktur für das Engagement. Es handelt sich bei der Gesamtheit dieser Organisationen um jenen gesellschaftlichen Bereich, der zwischen den Polen Markt, Staat und Familie angesiedelt ist. Das Spektrum reicht von den sehr großen Organisationen der Wohlfahrtsverbände wie Caritas oder Diakonie über Umweltorganisationen wie den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) bis zu kleinen Vereinen, die auf lokaler Ebene tätig sind. Die Organisationen sind durch eine formale Struktur, organisatorische Unabhängigkeit vom Staat, eigenständige Verwaltung, gemeinnützige Ausrichtung und freiwilliges Engagement gekennzeichnet. Darüber hinaus gibt es zivilgesellschaftliches Engagement in weniger formalisierten Zusammenschlüssen oder in Form informeller Aktivitäten außerhalb von den Organisationen. Es erfolgt eher spontan im Alltag, ist in der Regel zeitlich und räumlich begrenzt sowie zumeist personell − zum Beispiel an die Nachbarschaft oder den Bekanntenkreis − gebunden. Gerade in Zeiten von Corona kam es bei der Schließung von Kindertageseinrichtungen zur Betreuungsübernahme durch Freundinnen, Freunde, Nachbarinnen oder Nachbarn. Ältere Menschen, die verstärkt zu den Risikogruppen bei der Erkrankung mit dem Virus zählen, erhielten informelle Unterstützungsleistungen, indem Nachbarinnen und Nachbarn für ältere Menschen einkauften.

Autor(en): Mareike Alscher, Eckhard Priller Maecenata – Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft, Luise Burkhardt – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
Herausgeber: WZB / SOEP

Datenreport: Kapitel 11.4.1

Zivilgesellschaftliche Organisationen als Infrastruktur des Zivilengagements

Organisationen wie Vereine, Verbände, Stiftungen, gemeinnützige Gesellschaften mit beschränkter Haftung bis hin zu weniger formalisierten Organisationen, wie Bürgerinitiativen, bilden die institutionelle und infrastrukturelle Seite des zivilgesellschaftlichen Engagements in Deutschland.

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Datenreport: Kapitel 11.4.2

Zivilgesellschaftliches Engagement

Das freiwillige und unentgeltlich geleistete individuelle Engagement ist ein unverzichtbares Kernelement der zivilgesellschaftlichen Organisationen. An das zivilgesellschaftliche Engagement wird ein ganzes Bündel von Erwartungen geknüpft.

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Datenreport: Kapitel 11.4.3

Gering organisationsgebundenes Engagement

Neben dem organisationsgebundenen Engagement, also jenem in den zivilgesellschaftlichen Organisationen (zum Beispiel Organisation von Bildungsveranstaltungen, Verkaufs- oder Kampagnentätigkeit), finden auch in anderen Zusammenschlüssen Aktivitäten des freiwilligen Engagements statt.

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Datenreport: Kapitel 11.4.4

Informelle Unterstüzung

Eine weitere Form des zivilgesellschaftlichen Engagments stellen informelle Unterstützungsleistungen dar, die von Personen gegenüber Dritten unentgeltlich und freiwillig im privaten Raum erbracht werden.

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Datenreport: Kapitel 11.4.5

Spenden

Menschen können sich auch durch das Spenden von Geld für gemeinwohlorientierte Zwecke engagieren. Spenden sind ein freiwilliger finanzieller Transfer, bei dem die Spenderin oder der Spender keine äquivalente materielle Gegenleistung erhält. Die Spenden gehen zumeist an zivilgesellschaftliche Organisationen, die sie in der Regel an Bedürftige weiterleiten oder damit ausgewählte Projekte finanzieren.

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Datenreport: Kapitel 11.4.6

Zivilgesellschaftliches Engagement im Bereich Umwelt und Klimawandel

Die Menschen in Deutschland sorgen sich vermehrt um die Umwelt und das Klima. Die Sorgen um den Schutz der Umwelt sowie angesichts der Folgen des Klimawandels sind in den letzten Jahren stark angestiegen.

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