BUNDESTAGSWAHL 2021 Mehr erfahren
Datenreport 2021.

Private Vermögen – Höhe, Entwicklung und Verteilung

Mit Vermögen und Einkommen werden grundlegende Konzepte zur Beschreibung des Wirtschaftsgeschehens einer Volkswirtschaft und der sozioökonomischen Struktur einer Gesellschaft bezeichnet. Das Vermögen ist eine Bestandsgröße, die zu einem Zeitpunkt (zum Beispiel am Jahresende) bestimmt wird; Einkommen stellt dagegen eine Stromgröße dar, die je Periode (zum Beispiel Jahr oder Monat) gemessen wird.

Das aggregierte Volksvermögen einer Gesellschaft kann von verschiedenen Sektoren einer Volkswirtschaft gehalten werden, die auch Letzteigentümersektoren genannt werden. Dies sind der Staat, das Ausland und die privaten Haushalte inklusive der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck wie Kirchen, Gewerkschaften oder Stiftungen. Im Folgenden wird eine Beschreibung der Höhe, Entwicklung und Verteilung der Vermögen der privaten Haushalte präsentiert; detaillierte Informationen zu den privaten Organisationen ohne Erwerbszweck liegen in Deutschland nicht vor.

Aus Sicht der privaten Haushalte spricht man von sieben Funktionen, die private Vermögen erfüllen können: Aus Vermögen kann Einkommen in Form von Zinsen, Dividenden, Mieten, Pachten und ausgeschütteten Gewinnen erzielt werden (Einkommenserzielungsfunktion); Sachvermögen kann selbst genutzt werden, zum Beispiel eine Immobilie (Nutzungsfunktion); durch Aufbrauchen von Vermögen kann der Konsum bei Einkommensausfällen stabilisiert werden (Sicherungsfunktion); Vermögen kann verschenkt und vererbt werden (Vererbungsfunktion); Vermögen spielt auch bei der Erziehung und Ausbildung von Kindern oft eine wichtige Rolle (Sozialisationsfunktion). Der Besitz von insbesondere höherem Vermögen gewährt gesellschaftliches Prestige und damit einen höheren Rang in der gesellschaftlichen Hierarchie (Prestigefunktion); und schließlich verleiht Vermögen, insbesondere der Besitz von größerem Produktivvermögen, wirtschaftliche und gegebenenfalls auch politische Macht (Machtfunktion). Aus dieser Vielzahl an Einzelfunktionen, die weit über jene des laufenden Einkommens hinausgehen, lässt sich das besondere ökonomische und gesellschaftliche Interesse an Vermögen und dessen Verteilung ableiten.

Autor(en): Markus M. Grabka, Christoph Halbmeier – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
Herausgeber: WZB / SOEP

Datenreport: Kapitel 6.4.1

Höhe des Nettovermögens

Zuletzt wurde das Vermögen im Rahmen des SOEP im Jahr 2017 erfragt. Zu dieser Zeit verfügten die privaten Haushalte in Deutschland über ein aggregiertes Bruttovermögen von rund 9,4 Billionen Euro.

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Datenreport: Kapitel 6.4.2

Vermögensungleichheit

Ein Standardmaß zur Messung von Vermögensungleichheit ist der Gini-Koeffizient, dessen Wertebereich zwischen 0 (vollkommene Gleichverteilung) und 1 (vollkommene Ungleichverteilung) normiert ist. Je höher der Wert ist, desto stärker ausgeprägt ist die gemessene Ungleichheit.

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Datenreport: Kapitel 6.4.3

Zusammensetzung des Vermögens

Die Betrachtung reiner Nettogrößen verdeckt im Allgemeinen wichtige Unterschiede bezüglich der Zusammensetzung des Vermögens und eventueller Schulden. So kann ein niedriges Nettovermögen niedriges Geldvermögen ausdrücken oder auch das Ergebnis eines hohen Bruttovermögens bei gleichzeitig hohem Schuldenstand sein.

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Datenreport: Kapitel 6.4.4

Unterschiede nach Alter und Region

Zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen markante Unterschiede in der Höhe des Nettovermögens. Während im Westen Deutschlands im Jahr 2017 Personen ab 17 Jahren im Durchschnitt über ein Vermögen von knapp 125.000 Euro pro Kopf verfügten, betrug der Wert in Osten nur etwa 55.000 Euro pro Kopf.

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Datenreport: Kapitel 6.4.5

Einkommen und Vermögen

Die Einkommenserzielungsfunktion ist eine der Funktionen, die Vermögen erfüllen kann, da durch Kapitalerträge wie zum Beispiel Zinsen, Dividenden oder Mieteinahmen, zusätzliches Vermögen generierbar ist. Personen mit hohen Nettoeinkommen sind zudem eher in der Lage, Geld zu sparen und so schneller Vermögen zu akkumulieren.

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Datenreport: Kapitel 6.4.6

Die Relevanz von Erbschaften und Schenkungen

Vermögensaufbau kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Eine Möglichkeit ist das regelmäßige Sparen. Vermögensveränderungen ergeben sich aber auch durch Wertsteigerungen. Andere Vermögensarten können ihren Wert über die Zeit hinweg ebenfalls deutlich ändern.

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Datenreport: Kapitel 6.4.7

Vermögen und Wohneigentum

Deutschland ist im europäischen Vergleich eines der Länder mit dem geringsten Anteil von Eigentümerinnen und Eigentümern einer selbst genutzten Immobilie. Immobilien stellen gleichzeitig die quantitativ wichtigste Anlageform dar, bei der es zudem in den vergangenen Jahren deutliche Wertsteigerungen gab.

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Datenreport: Kapitel 6.4.8

Vermögen nach sozialer Position

Das Ausbildungsniveau und der ausgeübte Beruf haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe des Einkommens einer Person und damit auch auf ihre Sparmöglichkeiten. Somit lassen sich Unterschiede in der Höhe des Nettovermögens zwischen Personen mit unterschiedlicher sozialer Position erwarten.

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Datenreport: Kapitel 6.4.9

Vermögen im europäischen Vergleich

Für einen Vergleich der Nettovermögen innerhalb europäischer Länder stellt die Europäische Zentralbank seit dem Beginn des vergangenen Jahrzehnts harmonisierte Mikrodaten zur Verfügung. Ein standardisierter Fragebogen erfasst alle relevanten Vermögenskomponenten, um das Nettovermögen der Privathaushalte zu beschreiben.

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Datenreport: Kapitel 6.4.10

Ausblick

Privatem Vermögen kommt für die private Altersvorsorge eine wachsende Bedeutung zu, da mit den zu Beginn der 2000er-Jahre beschlossenen Reformen der Alterssicherung das Sicherungsniveau in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesenkt wurde und private Vorsorge an Bedeutung gewinnt.

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