Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Markus M. Grabka, Christoph Halbmeier

Vermögen und Wohneigentum

Deutschland ist im europäischen Vergleich eines der Länder mit dem geringsten Anteil von Eigentümerinnen und Eigentümern einer selbst genutzten Immobilie. Immobilien stellen gleichzeitig die quantitativ wichtigste Anlageform dar, bei der es zudem in den vergangenen Jahren deutliche Wertsteigerungen gab. Daher lohnt eine Analyse des Vermögens nach Wohneigentum. Zu berücksichtigen ist dabei, ob eine Immobilie mit Hypotheken belastet ist, die das Nettovermögen der Eigentümerin oder des Eigentümers verringern.

Der Anteil der Eigentümerinnen und Eigentümer einer selbst genutzten Immobilie lag im Jahr 2017 bei knapp 39 %. Bei etwas mehr als der Hälfte dieser Personen war die Immobilie voll entschuldet. Ihr Nettovermögen fiel 2017 mit rund 280.000 Euro überdurchschnittlich aus. War die Immobilie noch mit Hypotheken belastet, so verfügten die Eigentümerinnen und Eigentümer über ein durchschnittliches Nettovermögen von 169.000 Euro. Personen, die zur Miete wohnen – immerhin in Deutschland die Hälfte der gesamten erwachsenen Bevölkerung –, hatten durchschnittlich ein Nettovermögen von nur etwa 25.000 Euro. In einem Zeitraum von zehn Jahren (2007–2017) hat sich das nominale Nettovermögen im Schnitt um etwa 23.000 Euro für die Gesamtpopulation erhöht. Überdurchschnittlich fiel der Zuwachs bei Eigentümerinnen und Eigentümern einer selbst genutzten Immobilie mit 39.000 Euro im Vergleich zu nur knapp 5.000 Euro bei den Mieterinnen und Mietern aus.
Individuelle Nettovermögen nach Wohneigentum — in Tausend EuroIndividuelle Nettovermögen nach Wohneigentum — in Tausend Euro Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Der hohe Wert des Nettovermögens bei Eigentümerinnen und Eigentümern einer selbst genutzten Immobilie ergibt sich primär aus Wertsteigerungen der Immobilie. Zudem verpflichten sich Eigentümerinnen und Eigentümer mit einer Hypothek zu einer langfristigen Vermögensbildung, da sie über lange Zeiträume – häufig 20 bis 25 Jahre – regelmäßige Zins- und Tilgungsleistungen tätigen. Von Bedeutung ist schließlich auch ein Selektionsmechanismus auf dem Immobilienmarkt, der bewirkt, dass Personen mit einem eher überdurchschnittlichen Einkommen eine höhere Kreditwürdigkeit aufweisen und somit eher in der Lage sind, eine Immobilie zu erwerben.

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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Christoph Halbmeier Markus M. Grabka für bpb.de

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