Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Tatjana Mika, Tino Krickl

Alter bei Rentenzugang und Rentenhöhe

Die gesetzliche Altersrente wird grundsätzlich durch die Multiplikation der zum Zeitpunkt der Verrentung erreichten persönlichen Entgeltpunkte mit dem entsprechenden Rentenwert errechnet. Das Verrentungsalter der unterschiedlichen Rentenarten kann dieses Ergebnis allerdings beeinflussen. Einerseits führt eine frühere Verrentung dazu, dass für weniger Jahre Beiträge eingezahlt werden, sodass die Summe der Entgeltpunkte bei früherem Übergang in den Ruhestand geringer ausfällt, als wenn weitergearbeitet worden wäre. Der Effekt einer vergleichsweise niedrigen Rente ist dann besonders stark, wenn die gleiche Person relativ spät angefangen hat, sozialversicherungspflichtig zu arbeiten und daher insgesamt nur eine kurze Erwerbskarriere hinter sich gebracht hat.

Zusätzlich wurden durch Anhebung der Altersgrenzen steigende Abschläge von den Rentenzahlungen vorgenommen, um die vorzeitigen Rentenarten weniger attraktiv zu gestalten. Wenn Abschläge erhoben werden, dann bemessen sie sich nach der Anzahl der Monate, die eine Rente vor dem Erreichen der Altersgrenze bezogen wird. Die Rente für besonders langjährig Versicherte ist deshalb bei den Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung beliebt, weil bei dieser Rente keine Abschläge vom Rentenbetrag abgezogen werden.

Die Höhe der Abschläge ist für Männer und Frauen gleich hoch und gesetzlich festgelegt. Für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme wird seit 1992 eine Kürzung von 0,3 % vorgenommen. Die frühestens möglichen Altersrenten, die ab 60 Jahren in Anspruch genommen werden konnten (Rente wegen Arbeitslosigkeit, Altersrente für Frauen und ab 1996 auch die Altersrente nach Altersteilzeit), wurden damit für einige Jahrgänge bis einschließlich dem Jahrgang 1951 mit maximal 18 % Abschlägen berechnet. Die Regelung ist weiter in Kraft. Es ist übrigens auch eine spätere Inanspruchnahme der Altersrente nach Erreichen des 65. Lebensjahres möglich. Wenn die Rente über dieses Alter hinaus aufgeschoben wird, dann erhöht sich die Rente um 0,5 % pro Monat. Diese Option wird so selten genutzt, dass hier auf die Darstellung verzichtet wird.
Abschläge für vorzeitigen Rentenbezug bei Männern und Frauen in Ost- und Westdeutschland 2001–2019 — in ProzentAbschläge für vorzeitigen Rentenbezug bei Männern und Frauen in Ost- und Westdeutschland 2001–2019 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Die prozentualen Abzüge von der Rente für die vorzeitige Inanspruchnahme einer Altersrente führten vor allem für Männer der Geburtsjahrgänge 1941 bis 1947 und Frauen der Geburtsjahrgänge 1944 bis 1951 zu erheblich niedrigeren Rentenzahlungen. Mit dem Auslaufen der sehr frühen Rentenarten wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit sowie der Altersrente für Frauen ist der durchschnittliche Abschlag für im Jahr 1952 geborene Frauen nun auf 8 % gesunken. Die Rente für langjährig Versicherte kann allerdings auch in Zukunft nur mit Abschlägen vorzeitig in Anspruch genommen werden. Dabei können aber die Abschläge durch freiwillige Zahlungen an die Rentenversicherung finanziell kompensiert werden. Zahlungen mit diesem Ziel haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

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