Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Tatjana Mika, Tino Krickl

Rentenzugänge

Die starke Verbreitung der Frühverrentung wegen Arbeitslosigkeit oder nach einer Phase der Altersteilzeit nahm bei den Männern in Westdeutschland von den Geburtsjahrgängen 1941 bis 1951 stetig ab. Zu Beginn betrug die Inanspruchnahme 41 % und sank dann auf 14 %. Für den Geburtsjahrgang 1952 stand für Rentnerinnen und Rentner keine frühe Altersrente mehr zur Verfügung. Der deutlichste Rückgang zeigt sich dabei schon am Anfang: Die Zugänge sanken auf nur noch 28 % im Geburtsjahrgang 1942. Offenbar haben einige Versicherte auf Frührente verzichtet, um Abschläge zu vermeiden, die sonst die Rentenhöhe vermindert hätten. Ab dem Geburtsjahrgang 1947 finden sich dann deutlich steigende Anteile von Rentnerinnen und Rentnern, die 45 Versicherungsjahre nachweisen konnten und damit vorzeitig ohne Abschläge Altersrente beziehen konnten. Im Geburtsjahrgang 1952 war diese Rente mit einem Anteil von rund einem Drittel dann eine bereits sehr verbreitete Rentenart geworden, zumal sie aufgrund der Reform vom Juli 2014 bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in Anspruch genommen werden konnte, während vorgezogene Altersrentenarten nicht mehr zur Verfügung standen.
Anteile der Inanspruchnahme verschiedener Rentenarten bei Männern und Frauen in West- und Ostdeutschland 2001–2019 — in ProzentAnteile der Inanspruchnahme verschiedener Rentenarten bei Männern und Frauen in West- und Ostdeutschland 2001–2019 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Wie in Westdeutschland war auch in Ostdeutschland die Frühverrentung (Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit) bei Männern des Geburtsjahrganges 1941 sehr beliebt. Über 60 % der Männer in Ostdeutschland nahmen die frühestmögliche Rente in Anspruch, obwohl sie mit Abschlägen berechnet wurde. Hier spiegelt sich unter anderem die weitverbreitete Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland in den Jahren 2001 bis 2006 im Rentenzugangsverhalten wider. Allerdings stiegen die Rentenabschläge im Verlauf der Zeit an und machten die Frühverrentung finanziell immer unattraktiver. In der Folge ging der Anteil der Frühverrentungen ab der Geburtskohorte 1942 stark zurück. Zuletzt nahmen im Geburtsjahrgang 1951 auch in Ostdeutschland nur noch 22 % diese Form der Rente in Anspruch. Dagegen stiegen die Zugänge auf Rente für besonders langjährig Versicherte nach 45 Versicherungsjahren auf fast ein Drittel im Geburtsjahrgang 1951 und zuletzt 41 % beim Geburtsjahrgang 1952 an.

In Ost- wie in Westdeutschland sind zwei Verschiebungen zu beobachten: Die Rente wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit wird zunächst von einem wachsenden Anteil von Renten für schwerbehinderte Menschen und dann von einem steigenden Anteil der Renten für besonders langjährig Versicherte abgelöst.

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