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Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Maria Metzing

Bildungsabschlüsse

Mit Blick auf den höchsten Bildungsabschluss (nach ISCED "International Standard Classification of Education", siehe Kapitel 2.1.1, Info 2) lassen sich große Unterschiede zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund feststellen. Personen mit Migrationshintergrund verfügten 2018 deutlich häufiger über einen Abschluss der Sekundarstufe I als höchsten Bildungsabschluss. Während fast jede sechste Person (16 %) mit Migrationshintergrund nur solch einen niedrigen Bildungsabschluss hatte, traf dies nur auf rund jede zehnte Person (9 %) ohne Migrationshintergrund zu. Bei den Personen, deren höchster Abschluss im Sekundarbereich II liegt, waren Personen mit Migrationshintergrund hingegen deutlich unterrepräsentiert. So verfügte die Hälfte der Menschen ohne Migrationshintergrund (50 %) über einen Abschluss im Sekundarbereich II, während dies nur auf 35 % der Personen mit Migrationshintergrund zutraf. Geringe Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund fanden sich hingegen bei den tertiären Bildungsabschlüssen (ISCED 6 / 7 / 8) (24 % ohne gegenüber 22 % mit Migrationshintergrund).
Bildungsniveau nach ISCED 2018 — in ProzentBildungsniveau nach ISCED 2018 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Bei einer Betrachtung der Bildungsabschlüsse nach den Herkunftsgruppen fallen die durchschnittlich höheren Bildungsabschlüsse bei Personen aus Osteuropa auf. Beispielsweise verfügte 2018 mehr als ein Viertel der Personen aus Osteuropa über einen tertiären Bildungsabschluss. Unter den Geflüchteten besaß etwa jede / jeder Sechste (17 %) einen tertiären Bildungsabschluss. Dieser Anteil ist im Vergleich zu allen Personen mit Migrationshintergrund (22 %) niedriger, aber deutlich höher als bei Personen türkischer Herkunft (7 %) und Personen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens (10 %). Rund jede zehnte Person türkischer Herkunft besaß nur einen Grundschulabschluss (Primarbereich). Bei Personen osteuropäischer Herkunft betrug dieser Anteil 3 %. Unter den Geflüchteten, die nach 2013 nach Deutschland eingereist waren, gab jede / jeder Dritte als höchsten Bildungsabschluss den Grundschulabschluss an und rund jede / jeder Fünfte hatte nur den Sekundarbereich I (mittlere Schulbildung wie Realschulabschluss) abgeschlossen. Insgesamt wies damit mehr als jede / jeder zweite Geflüchtete einen geringen Bildungsabschluss auf (ISCED 1 oder 2). Viele der in den letzten Jahren nach Deutschland eingewanderten Geflüchteten befanden sich vor ihrer Zuwanderung nach Deutschland noch in der Ausbildung. Solche unterbrochenen Bildungswege sind in den dargestellten Unterschieden nicht berücksichtigt.

Auch die zweite Generation von Migrantinnen und Migranten verfügte im Durchschnitt weniger häufig über tertiäre Bildungsabschlüsse und wesentlich häufiger über niedrigere Bildungsabschlüsse im Sekundarbereich I als die gleichaltrige Population ohne Migrationshintergrund. Dieser Vergleich der Bildungslagen ist jedoch verzerrt, solange nicht der sozioökonomische Hintergrund der 17 – bis 45-Jährigen sowie institutionelle Diskriminierung, soziale und ethnische Segregation oder auch familiäre Verhältnisse mit in die Betrachtung einbezogen werden. In Deutschland hängen die Bildungschancen von Kindern stark vom Bildungsniveau des Elternhauses ab (siehe Kapitel 3.1.2). Da ihre Eltern vergleichsweise niedrige Bildungsabschlüsse erzielten, ist es nicht überraschend, dass die Migrantennachkommen durchschnittlich niedrigere Bildungsabschlüsse erreichten als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund.

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