Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Isabella Mehlin

Abfallaufkommen und Recyclingquote

Die gesamte Menge an Abfall, also das jährliche Abfallaufkommen in Deutschland, ist in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Betrug das Abfallaufkommen im Jahr 2008 noch 382,8 Millionen Tonnen, waren es 2018 schon 417,2 Millionen Tonnen (+ 9 %). Prozentual am stärksten mit einem Plus von 44 % (+ 16,7 Millionen Tonnen) stiegen in diesem Zeitraum die sogenannten Sekundärabfälle. Das sind Abfälle, die zuvor schon in einer Abfallbehandlungsanlage behandelt wurden, zum Beispiel in einer Sortieranlage oder einer mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage. Mengenmäßig am stärksten stiegen mit einem Plus von 27,6 Millionen Tonnen (+ 14 %) die Bau- und Abbruchabfälle.

Diese stark von der Bautätigkeit und damit der Baukonjunktur abhängigen Bau- und Abbruchabfälle sind der größte Abfallstrom. Ihr Aufkommen lag im Jahr 2018 bei 228,1 Millionen Tonnen. Das entsprach einem Anteil von 55 % an allen Abfällen. Den zweitgrößten Abfallstrom bildeten die sogenannten übrigen Abfälle (insbesondere aus Produktion und Gewerbe) mit 55,1 Millionen Tonnen beziehungsweise einem Anteil von 13 % am gesamten Abfallaufkommen. An dritter und vierter Stelle folgten die Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen mit 54,9 Millionen Tonnen (13 %) und die Siedlungsabfälle mit 50,3 Millionen Tonnen (12 %).
Abfallaufkommen nach Abfallströmen — in ProzentAbfallaufkommen nach Abfallströmen — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Bei den Siedlungsabfällen machten die sogenannten haushaltstypischen Siedlungsabfälle mit 44,4 Millionen Tonnen die größte Menge aus. Zu den haushaltstypischen Siedlungsabfällen zählen insbesondere der Haus- beziehungsweise Restmüll, Bioabfälle, Wertstoffe sowie Sperrmüll. Die haushaltstypischen Siedlungsabfälle können sowohl den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassen als auch privatwirtschaftlich entsorgt werden. Weitere 5,8 Millionen Tonnen ergaben sich 2018 aus den von der gewerblichen Abfallwirtschaft eingesammelten hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen, biologisch abbaubaren Küchen- und Kantinenabfällen, nicht biologisch abbaubaren Garten- und Parkabfällen sowie Straßenreinigungs- und Marktabfällen.

Den kleinsten Abfallstrom bildeten die Abfälle aus Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen mit 28,8 Millionen Tonnen oder einem Anteil am Gesamtaufkommen von 7 %.

Die Recyclingquote gibt den Anteil der Abfälle am Abfallaufkommen insgesamt an, die in Anlagen mit dem Verfahren "Stoffliche Verwertung" behandelt wurden. Die Verwertungsquote bezieht zusätzlich die Abfälle ein, die mit dem Verfahren "Energetische Verwertung" in Anlagen behandelt wurden. Für das Abfallaufkommen insgesamt (Bruttoabfallaufkommen) lag im Jahr 2018 die Recyclingquote bei 70 % und die Verwertungsquote bei 81 %. Von den Bau- und Abbruchabfällen wurden 88 % recycelt, von den haushaltstypischen Siedlungsabfällen 69 %. Rund 30 % wurden energetisch verwertet, sodass die Verwertungsquote für haushaltstypische Siedlungsabfälle 99 % betrug. Einzelne getrennt gesammelte Stoffströme wie Glas oder Elektroaltgeräte werden komplett, andere Abfallströme weitestgehend stofflich verwertet (Abfälle aus der Biotonne, biologisch abbaubare Garten- und Parkabfälle, Papier / Pappe /Kartonagen). Die übrigen Abfälle (insbesondere aus Produktion und Gewerbe) wurden 2018 zu 47 % recycelt, die Abfälle aus der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen zu 3 %.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Isabella Mehlin für bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 und des/der Autors/-in teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.