Frauenwahlrecht

Frauenwahlrecht ist das Recht, das Frauen wählen dürfen und gewählt werden können.

Das Recht an einer Wahl teilzunehmen, ist ein Grundrecht.
Jeder erwachsene deutsche Bürgerund jede erwachsene deutsche Bürgerin darf wählen. Das war nicht immer so. In Deutschlandhaben Frauen erst seit 1918 das Recht zu wählen und gewählt zu werden. Für eine lange Zeit hatten die Frauen auf der ganzen Welt nicht das Recht zu wählen.
Wahlrechtsmarke des deutschen Verbandes für Frauenstimmrecht, ca. 1909.Wahlrechtsmarke des deutschen Verbandes für Frauenstimmrecht, ca. 1909. (© AddF Kassel; ST-40-1)

Viele Frauen haben auf der ganzen Welt für das aktive und passive Wahlrecht gekämpft. Vor über 150 (sprich: hundertfünfzig) Jahren haben Frauen angefangen für ihr Wahlrecht zu kämpfen. Nach und nach haben Frauen in immer mehr Ländern der Welt für ihr Wahlrecht gekämpft. Aktive Wahlrecht bedeutet: Wer darf wählen? Es wird auch das Stimmrecht genannt. Passives Wahlrecht bedeutet: Wer darf gewählt werden? Also welche Personen dürfen Kandidaten sein bei einer Wahl.

Neuseeland war das erste Land, das das aktive Wahlrecht für die Frauen eingeführt hat. Seit 1893 dürfen Frauen in Neuseeland wählen. Australien war das erste Land, das passive und aktive Wahlrecht für Frauen eingeführt hat. Seit 1902 dürfen Frauen in Australien wählen und gewählt werden. Finnland führte als erstes Land in Europa 1906 das Frauenwahlrecht ein. Deutschland führte 1918 das aktive und passive Frauenwahlrecht ein. Doch bis dahin war es ein langer Weg.

Die Geschichte der Frauenbewegungen
Frauen waren in der Gesellschaft den Männern untergeordnet. Sie sollten sich um die Kinder und den Haushalt kümmern. Sie hatten kein Mitbestimmungsrecht in der Politik. Es war Frauen sogar teilweise verboten sich politisch zu betätigen. Einige Frauen wollten das ändern.

Im 19. Jahrhundert (sprich: neunzehntes Jahrhundert) bildete sich eine starke Frauenbewegung in vielen Ländern. Das 19. Jahrhundert sind die Jahre 1800-1899. Die Frauen forderten mehr Gleichberechtigung. Dazu gehörte auch Gleichberechtigung bei Wahlen. In Zeitschrift wurden Texte veröffentlicht, die das Frauenwahlrecht forderten. Immer mehr Frauen schlossen sich zusammen. Sie gründeten Frauenvereine. Sie wollten gemeinsam für das Wahlrecht kämpfen.

Diese Zusammenschlüsse von Frauen gab es in vielen Ländern. Der Kampf für das Wahlrecht lief in verschiedenen Ländern unterschiedlich ab. In Deutschland wurden Vorträge gehalten, Artikel geschrieben und Flugblätter verteilt. Außerdem gab es Versammlungen und Petitionen. So sollten viele Menschen über das Thema lernen und die Bewegung unterstützen.

In England wollten die Frauen nicht nur reden, sondern auch was tun. Es gab Versammlungen, Demonstrationenund Proteste. Dabei wurde auch Eigentum zerstört. Zum Beispiel wurden Fenster eingeschlagen oder Brände gelegt. So sollte auf die schlechte Situation für Frauen aufmerksam gemacht werden.

Frauen aus der ganzen Welt vernetzten sich. 1904 wurde der Weltverband für Frauenstimmrechte gegründet. Man versuchte gemeinsam die Politiker zu überzeugen. Die Bewegung hatte Anfang des 20. Jahrhunderts (sprich: zwanzigste Jahrhundert) viele Unterstützerinnen. Das 20. Jahrhundert sind die Jahre 1900-1999. 1914 begann der erste Weltkrieg.

Während des Krieges war der Kampf für das Frauenwahlrecht fast vergessen. Dann hielt der deutsche Kaiser 1917 eine Rede. Dabei ging es auch um das Wahlrecht. Aber das Frauenwahlrecht erwähnte der Kaiser nicht. Das machte viele wütend. Viele Vereine und Gruppen von Frauen taten sich zusammen. Auch in Deutschland gingen die Frauen jetzt auf die Straße. Es gab Demonstrationen und Kundgebungen.

Der Krieg endete 1918. Der Kaiser wurde gestürzt. Der alte Kaiser musste das Land verlassen. Es wurde beschlossen, dass es in Deutschland keinen Kaiser mehr gibt. Es wurde eine Demokratieerrichtet. Dazu gehörte auch die Einführung des Wahlrechts für Frauen. Im Januar 1919 durften Frauen ab 20 Jahren zum ersten Mal wählen und gewählt werden.

Auch in vielen anderen Ländern wurde nach dem Krieg eine neue Ordnung hergestellt. Und das Frauenwahlrecht eingeführt. Zum Beispiel in: Ungarn, Kanada, den USA und der Niederlande. Seitdem haben immer mehr Ländern das Frauenwahlrecht eingeführt. Trotzdem sind Frauen auch im Jahr 2020 nicht überall politisch gleichberechtigt.


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