Probearbeitsverhältnis

ein echtes, voll wirksames Arbeitsverhältnis, das unter dem Vorbehalt der Beendigung steht, wenn sich herausstellt, dass eine Zusammenarbeit auf Dauer nicht in Betracht kommt. Eine gesetzliche Probezeit ist nur in einem Berufsausbildungsverhältnis vorgesehen (§§ 13, 19 Berufsbildungsgesetz).
Kündigung während der Probezeit
Während der Probezeit gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von zwei Wochen (§ 622 Abs. 3 BGB), im Ausbildungsverhältnis ist jederzeitige fristlose Kündigung möglich (§ 15 Berufsbildungsgesetz).
Die Kündigungsfrist muss nicht noch innerhalb der Probezeit enden, es genügt, dass die Kündigung am letzten Tag der Probezeit ausgesprochen wird.
Letzte Chance: Innerhalb der Höchstgrenzen können Probezeiten verlängert werden.


Das Probearbeitsverhältnis kommt in zwei Hauptformen vor. 1) Es kann auflösend befristet sein; dann endet es ohne Ausspruch einer Kündigung mit Fristablauf, sofern sich die Parteien nicht auf die Weiterbeschäftigung verständigen. 2) Die Probezeit kann aber auch einem Dauerarbeitsverhältnis vorgeschaltet sein. In diesem Fall bedarf es zu seiner Beendigung eines besonderen Beendigungstatbestandes, i. d. R. der Kündigung. Die Probezeit kann ggf. auch als Mindestvertragszeit gewollt sein. Die Dauer der Probezeit richtet sich nach der vertraglichen Vereinbarung (im Allg. drei bis sechs Monate); sie kann durch tarifvertragliche Regelung oder Betriebsvereinbarung begrenzt sein. Ist zur Beendigung eines Probearbeitsverhältnisses eine Kündigung erforderlich, gilt mangels besonderer Vereinbarung die kürzestmögliche Kündigungsfrist. Für die Kündigung greift aber schon der besondere Kündigungsschutz, z. B. bei Schwangeren.


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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