Prozessstandschaft

Sonderfall der Prozessführungsbefugnis, nämlich in eigenem Namen einen Prozess über ein fremdes Recht zu führen. Gesetzliche Prozessstandschaft besteht in Verwalterfällen (Insolvenz-, Nachlass- und Zwangsverwalter, Testamentsvollstrecker als Parteien kraft Amtes) oder bei der klageweisen Geltendmachung von Rechten der Gesellschaft durch einen Gesellschafter gegen Mitgesellschafter (»actio pro socio«) sowie bei Veräußerung des Streitgegenstandes nach Rechtshängigkeit (§ 265 ZPO). Gewillkürte, d. h. durch Rechtsgeschäft übertragene Prozessstandschaft erfordert ein eigenes schutzwürdiges Interesse des Prozessstandschafters, das fremde Recht geltend zu machen. Die Wirkungen eines Urteils treffen den Rechtsträger, um dessen Recht der Prozess geführt wird; er kann im Prozess als Zeuge auftreten.


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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