Akquisos

27.8.2012

Private Fördermittel

Stiftungen fördern Projekte die einen Rahmen für Gedenkstättenfahrten bieten können - beispielsweise im Kontext der historisch-politischen Bildung oder aktuellen Menschenrechtsdiskursen. Bei der Stiftungssuche lohnt auch der Kontakt zu kleineren Stiftungen in der Region.

Förderung durch Stiftungen

Neben dem öffentlichen Fördermittelgeber fördern Stiftungen Projekte, die (auch) einen Rahmen für Gedenkstättenfahrten bieten können. Insbesondere im internationalen Austausch – ähnlich wie bei den bilateralen Jugendwerken – können beispielsweise Besuche von Gedenkstätten in Projekte, die sich mit der historisch-politischen Bildung, aktuellen Menschenrechtsdiskursen oder ähnlichen Themen auseinandersetzen, integriert werden und sind dann förderungswürdig. Interessant kann hier insbesondere die Kontaktaufnahme mit lokalen Stiftungen sein – hilfreich ist beispielsweise eine Recherche bei www.stiftungsindex.de

Die Stiftung West-Östliche Begegnungen fördert die Völkerverständigung durch Vertiefung und Ausweitung von gutnachbarlichen Beziehungen und Kontakten zwischen den Menschen der Bundesrepublik Deutschland und den Menschen in den neuen unabhängigen Staaten auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion. Der Besuch von Orten des Gedenkens und der historisch-politischen Bildung kann im Rahmen dieser Begegnungen ein Programmpunkt und damit Teil der Förderung sein. Darüber hinaus können Themenprojekte oder Kooperationsvorhaben gefördert werden. Eine gleichgewichtige Begegnung zwischen den teilnehmenden Gruppen (beispielsweise über gegenseitige Besuche, gemeinsame Projektentwicklung) gilt als relevantes Förderkriterium. Der Aufenthalt im Gastland sollte zwischen vier und 14 Tagen liegen. Hin- und Rückbegegnung sollten in einem Zeitraum von maximal zwei aufeinander folgenden Jahren stattfinden. Gefördert werden die anfallenden Fahrtkosten sowie die Aufenthaltstage im Gastland mit einer Tagespauschale pro Teilnehmer/in. Von den Teilnehmer/innen wird eine Eigenbeteiligung erwartet, ebenso wird die Akquise von Kofinanzierung erwartet.
Weitere Informationen: www.stiftung-woeb.de

Die Stiftung Demokratische Jugend wurde 1990 auf Initiative des damaligen Rundes Tisches der Jugend in der DDR durch die De-Maizière-Regierung errichtet und mit einem Stiftungskapital in Höhe von 20 Millionen DM ausgestattet. Sie ist als selbstständige Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin organisiert. Als Zweckbindung erhielt die Stiftung die satzungsgemäße Aufgabe, die Entwicklung einer offenen und pluralistischen Jugendarbeit in den neuen Bundesländern und Berlin zu unterstützen. Die Förderung der Stiftung richtet sich bevorzugt an Initiativgruppen und lokal arbeitende freie Träger der Jugendarbeit. Es werden Projekte unterstützt, die an die Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung sowie zu sozialem Engagement anregen.
Im Bereich historisch-politischer Bildung fördert die Stiftung mit dem Programm „Zeitensprünge“. Im Rahmen der Zeitensprünge-Projektarbeit können sich Jugendliche mit den historischen Ereignissen ihrer unmittelbaren Umgebung im 20. Jahrhundert auseinandersetzen und Geschichte für sich selbst und andere erfahrbar machen. Teile des Projektes können beispielsweise der Besuch von Gedenkstätten oder Zeitzeugeninterviews sein. Für die Umsetzung des Projektes wird eine Förderung von bis zu 1.250 Euro gewährt.
Weitere Informationen unter: www.jugendstiftung.org/foerderung/jugendprogramm_zeitenspruenge/index.html


Spendenakquise

Neben antragsbasierten Mitteln lohnt auch die Suche nach direkten Spenden, die beispielsweise im Rahmen eines Schulfestes, dem Aufbau eines „Freundeskreises Gedenkstättenfahrten“ oder durch die gezielte Ansprache von (meistens kleineren) Unternehmen am Ort akquiriert werden können. Der Aufbau eines breiteren „Finanzierungsmixes“ ist vor allem deshalb interessant, weil Projekte damit Anträge bei Fördermittelgebern kofinanzieren können. In der Regel wird bei der Förderung eines Projekts – egal ob öffentlich oder privat – stets ein angemessener Eigenanteil erwartet. Können diese nicht über Spenden akquiriert werden, wird bei Gedenkstättenfahrten häufig auch ein Teilnahmebeitrag erhoben.
Im Kontext der friedlichen Revolution von 1989 sind zahlreiche Kooperationen für den Austausch mit Akteuren aus Mittel- und Osteuropa entstanden. Dort sind verschiedene Vereine der interkulturellen Kooperation und historisch-politischen Bildung entstanden, die sich gegenseitig in der inhaltlichen und strategischen Entwicklung, sowie bei Fundraising, und Antragsakquise unterstützen, wie beispielsweise die „Initiative Mittel- und Osteuropa“ (InMOE e.V. www.initiative-moe.de, www.facebook.com/InMoE siehe Interview mit Daniel Seifert).
Der Verein ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V. hat in einem vierseitigen Papier konkret beschrieben, wie ein Förderkreis aufgebaut und gepflegt werden kann. Herunterladbar unter: www.icja.de/fileadmin/data/images/icjade/images_banner/Wie_baue_ich_einen_Foerderkreis_auf.pdf.


In Gedenkstätten, in Museen, an Schulen und anderen Lernorten findet historisch-politische Bildung statt. Ob und wie kulturelle Ansätze Zugänge zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft schaffen können, zeigen und reflektieren die Autorinnen und Autoren dieses Themenschwerpunkts.

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