2Bildstrecke: Antisemitismus

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Besucher verweilen auf den Stelen des Denkmals für die ermordeten Juden Europas im Zentrum Berlins (2003-2005 von Peter Eisenman entworfen). Das Mahnmal dient als Ort der Erinnerung und des Gedenkens an die bis zu sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust.
Die deutsche Erinnerungskultur und damit das Gedenken an den Holocaust sind immer wieder Angriffsziele rechtsextremer oder rechtspopulistischer Kreise. Auch das 2005 eröffnete "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" – das Holocaust-Mahnmal – hatte von Anfang an nicht nur Fürsprecher, sondern auch viele teils sehr prominente Gegner, die nicht nur das Mahnmal selbst, sondern den Stellenwert des Holocaust-Gedenkens an sich in Frage stellten. Darunter auch Martin Walser, der 1998 in seiner umstritten Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels von Auschwitz als "Moralkeule" und vom Holocaust-Mahmal als "Monumentalisierung der Schande" sprach – worauf hin ihn der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis, als "geistigen Brandstifter" bezeichnete. Mehrfach wurde das Denkmal seit seiner Eröffnung unter anderem mit Hakenkreuzen beschmiert. Zuletzt hat der AfD-Politiker Björn Höcke im Januar 2017 das Mahnmal ein "Denkmal der Schande" genannt und eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert. Wegen dieser Rede wurde gegen ihn ein – bislang konsequenzloses – Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Josef Schuster, seit 2014 Präsident des Zentralrats der Juden, warnte daraufhin vor der AfD und bekannte, er habe "das Gefühl, dass die AfD keine Hemmungen hätte, auch gegen jüdische Menschen zu hetzen, wenn es opportun wäre."[1] (© picture-alliance)