2Bildstrecke: Antisemitismus

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Eine Schwarz-Weiß-Karikatur in der Satirezeitschrift "Kikeriki" vom 13. September 1883 bringt die Verknüpfung von Judenfeindlichkeit und kommerzieller Vorwürfe zum Ausdruck. Zu sehen sind drei Juden, die aufgefordert werden, auf dem Feld zu arbeiten. Mit zurückweichender Geste lehnen sie die Arbeit ab. Über dem Bild steht: "Im Schweiße seines Angesichts arbeiten, das ist nicht das System der Juden".
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wandelte sich der Antijudaismus über den ökonomisch begründeten Antisemitismus (der sich aus dem Vorurteil speist, die "Wucherjuden" würden sich auf Kosten anderer bereichern) zum "modernen" Antisemitismus. In den 1880er Jahren wurde in Anlehnung an die "Rassenlehre" des Franzosen Arthur de Gobineau, die er in seinem Essay "Über die Ungleichheit der Menschenrassen" 1985 entwickelt hatte, aus der "Judenfrage" die "Rassenfrage". In der Folge entstanden zahllose Klischees und Stereotype, die sich auch auf das Körperbild von Juden bezogen. Sie galten als schwach und unsoldatisch, dargestellt wurden sie als hässlich, gebückt und hakennasig, vermischt mit Stereotypen, die aus dem ökonomisch begründeten Antisemitismus entlehnt wurden. Beispielhaft genannt seien hier die Darstellungen des Juden Shylock aus Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig", der in zeitgenössischen Stichen oft verschlagen lächelnd und sich die Hände reibend dargestellt wird. Im September 1883 veröffentlichte die österreichische Satirezeitschrift "Kikeriki" diese Karrikatur, die Juden unterstellt, sie seien zu körperlicher Arbeit nicht fähig, sondern würden Handel und Wucher in diesem Fall zuungunsten eines Landwirts treiben. (© Österreichische Nationalbibliothek)




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