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Teilnehmer einer Demonstration verbrennen am 10.12.2017 eine selbst gemalte Fahne mit einem Davidstern in Berlin im Stadtteil Neukölln. Die geplante Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem sorgte auch in Berlin für Proteste. Bei den pro-palästinensischen Demonstrationen wurden Fahnen mit dem Davidstern angezündet.

Argumente gegen rechtsextreme Vorurteile

Informationen zur politischen Bildung - aktuell

Volksgemeinschaft

Im nationalsozialistischen Parteiprogramm von 1920 hieß es: "Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein." Damit war das nationalsozialistische Ideal einer "völkischen", das heißt auf rassischer Definition beruhenden Gesellschaft – der "Volksgemeinschaft" – propagiert. Aus der Volksgemeinschaft waren damit von vornherein "fremdvölkische" Menschen ausgeschlossen, nach Willkür wurden auch "Asoziale", Behinderte, Homosexuelle, politisch Unerwünschte und andere zu Gegnern der nationalsozialistischen Weltanschauung Erklärte aus der "Volksgemeinschaft" verstoßen und verfolgt. Mit Parolen wie "Du bist nichts, Dein Volk ist alles!" oder "Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" wurde die Idee einer Staats- und Gesellschaftsordnung beschworen, die den germanischen Ständestaat wieder beleben sollte, in dem es angeblich keine Klassen und sozialen Schranken gab, "im Blute fundiert, durch ein 1000-jähriges Leben zusammengefügt, durch das Schicksal auf Gedeih und Verderb verbunden". Das waren inhaltsleere Phrasen, denn auch in der NS-Gesellschaft gab es erhebliche soziale Unterschiede. Durch die "Blut- und Boden"-Ideologie, die Verklärung bäuerlichen Lebens und die Darstellung deutschtümelnder Folklore bei Festen, Aufmärschen, Kundgebungen mit dem Ziel, die Menschen zu einem willenlosen und gefügigen Block zusammenzuschweißen, wurde die "Volksgemeinschaft" inszeniert. Dabei stand die Ideologie der "Volksgemeinschaft" zu allen Anforderungen der modernen Industriegesellschaft in krassem Gegensatz.

Literatur
  • Peukert, Detlev: Volksgenossen und Gemeinschaftsfremde. Anpassung und Aufbegehren unter dem Nationalsozialismus, Köln 1982.
  • Thamer, Hans-Ulrich: Nation als Volksgemeinschaft. Völkische Vorstellungen, Nationalsozialismus und Gemeinschaftsideologie, in: Gauger, Jörg-Dieter / Weigelt, Klaus (Hg.): Soziales Denken in Deutschland zwischen Tradition und Innovation, Bonn 1990, S. 112–127.
  • Verhey, Jeffrey: Der "Geist von 1914" und die Erfindung der Volksgemeinschaft, Hamburg 2000.


18.08.2006



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