Herausforderung Salafismus


Newsletter Dezember 2015

Was gibt es Neues im Arbeitsfeld Radikalisierungsprävention, Deradikalisierung und Demokratieförderung im Bereich Salafismus? Die Redaktion stellt regelmäßig einen Überblick zusammen.

Neuerscheinung: Salafismus – Ideologie der Moderne
In der Reihe „Informationen zur politischen Bildung – aktuell“ der Bundeszentrale für politische Bildung ist im September die Ausgabe „Salafismus – Ideologie der Moderne“ erschienen. Sie gibt auf 24 Seiten einen Überblick, wie die salafistische Ideologie entstanden ist, welche Erscheinungsformen sie annimmt, welche Ziele sie verfolgt, welcher Strategien sie sich bedient und wie ihr präventiv begegnet werden kann.

Der Autor Bernd Ridwan Bauknecht ist nach einem Studium der Islamwissenschaft und Empirischen Kulturwissenschaft (M.A.) als Lehrer für Islamischen Religionsunterricht in Bonn tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Religionspädagogik und der religiös begründete Extremismus.

Das Heft kann auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung kostenlos als PDF heruntergeladen oder bestellt werden.

Neuerscheinung: Handlungsempfehlungen zur Auseinandersetzung mit islamistischem Extremismus und Islamfeindlichkeit
Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat im November im Rahmen einer Konferenz ihre Publikation „Handlungsempfehlungen zur Auseinandersetzung mit islamistischem Extremismus und Islamfeindlichkeit“ vorgestellt. Sie fasst die Arbeitsergebnisse eines Gremiums von Fachleuten zusammen, das im Auftrag der Stiftung Fragen zum Thema bearbeitet hat: Was lässt sich gegen islamistischen Extremismus einerseits und gegen Islamfeindlichkeit andererseits tun? Welche Präventionsmaßnahmen helfen, welche Deradikalisierungsmaßnahmen sind erfolgversprechend und welche repressiven Instrumente braucht der Staat?

Die Publikation umfasst rund 270 Seiten. Im ersten Teil werden die Ergebnisse des Expertengremiums vorgestellt. Zwei Kapitel thematisieren muslimische Lebenswelten beziehungsweise Islamfeindlichkeit in Deutschland, im dritten Kapitel geht es um islamistischen Extremismus, Radikalisierungsprozesse und Prävention. Der zweite Teil enthält Beiträge einzelner Mitglieder des Gremiums zu speziellen Aspekten. Neben anderen finden sich dort Artikel von Claudia Dantschke über die Radikalisierung von Jugendlichen durch salafistische Strömungen, von Thomas Mücke über die Deradikalisierungsstrategien von Violence Prevention Network (VPN) sowie von Gary Menzel über Präventionskonzepte der Polizei.

Die Veröffentlichung kann auf der Internetseite der Friedrich Ebert Stiftung als PDF heruntergeladen werden.

Bayern baut Präventions- und Deradikalisierungsnetzwerk auf
Die bayerische Landesregierung hat im November ein Maßnahmenpaket zur Prävention und Deradikalisierung im Bereich der islamistischen Radikalisierung vorgestellt. Die Schwerpunkte umfassen die Beratung Betroffener und deren Angehöriger im Bereich der Deradikalisierung und Prävention, Ausstiegshilfen sowie umfassende Beratungs- und Fortbildungsangebote an den Schulen, bei der Polizei und Justiz sowie in den Justizvollzugsanstalten.

An den Maßnahmen sind das Innenministerium, das Sozialministerium, das Justizministerium und das Kultusministerium beteiligt. Mehrere Ministerien richten neue Koordinierungs- beziehungsweise Beratungsstellen ein. Ziel ist, Radikalisierungstendenzen in einem möglichst frühen Stadium entgegenzuwirken.

Zu den Maßnahmen gehört unter anderem, dass die Polizei in Aus- und Fortbildung die interkulturellen Kompetenzen der Beamten verstärken will. Das Sozialministerium richtet eine Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung ein, die vom Verein Ufuq e.V. betrieben wird. Neben den staatlichen Angeboten zur Deradikalisierung soll mit der Fachstelle ein eigenes Beratungsangebot im Bereich der Prävention geschaffen werden. Das Angebot richtet sich an Jugendeinrichtungen und Schulen sowie an religiöse Einrichtungen, Behörden und Jobcenter. Das Justizministerium richtet eine Zentrale Koordinierungsstelle ein. Ziel ist, Anwerbeversuche im Justizvollzug zu erkennen und dagegen vorzugehen. Auch sollen Deradikalisierungsprojekte begleitet werden. Die Koordinierungsstelle soll zudem den Ausbau der muslimischen Gefängnisseelsorge gestalten.

Die geplanten Maßnahmen hat das Bayerische Staatsministerium des Inneren am 23. November bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Am 1. und 2. Dezember wird eine Fachtagung in München stattfinden.

Peter Neumann: Studie über IS-Aussteiger
Der Terrorismusexperte Peter Neumann hat knapp 60 Fälle von Anhängern des IS ausgewertet, die desertiert sind. Die Fälle könnten Hinweise liefern, mit welchen Mitteln der IS wirkungsvoll bekämpft werden könnte, so Neumann. Die Redaktion des Infodienstes hat die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

Fortbildung: Neosalafismus - Prävention in den Handlungsfeldern politische Bildung, Schule, Jugendhilfe, Vereinsarbeit und Gemeinde
Die Fortbildung ist ausgebucht (Stand 15.12.2015)
Vierteilige Fortbildung der Bundeszentrale für politische Bildung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Termin: Januar-April 2016. Ort: Wolfsburg Informationen zu Anmeldung und Programm auf der Internetseite der bpb

Tagung: „Keine Diskussion!“ – Demokratie und politischer Extremismus
Tagung für jugendliche Multiplikatoren: Gesellschaftlich engagierte Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren setzen sich an einem Wochenende in unterschiedlichen Formaten mit Radikalisierungsprozessen und Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit politischem Extremismus auseinander. Dabei spielen auch die Themen Islamismus und Islamfeindlichkeit eine zentrale Rolle.

Termin: 22.-24. Januar 2016
Ort: Nürnberg
Informationen zu Anmeldung und Programm: www.bpb.de/keine-diskussion

Fachtagung: Neo-Salafismus, Islamismus und Islamfeindlichkeit in der Schule – Was kann unsere Schule dagegen tun?
Die Fachtagung will den Phänomenen Neo-Salafismus und Islamismus, aber auch der Islam- und Muslimfeindlichkeit auf den Grund gehen: Wie kommt es zu Prozessen der Radikalisierung? Und woher kommt auf der anderen Seite die Islamfeindlichkeit? Wie kann man beides verhindern?

Die Fachtagung richtet sich an Lehrkräfte, Beratungslehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10.

Die Veranstaltung liefert zum einen Informationen und Analysen. Zum anderen werden Beispiele für eine gelingende, antirassistische, diversitätsbewusste und nicht-ausgrenzende demokratische Schulkultur vorgestellt und diskutiert.

Termin: 9. Dezember 2015
Ort: Hannover

Informationen zum Programm auf der Internetseite des Kultusministeriums Niedersachsen

Lehrgang: Neo-Salafistischer Islamismus. Grundlagen – Analyse – Prävention
Die Donau-Universität Krems bietet einen Lehrgang für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an, unter anderem in den Bereichen Jugendarbeit, Sozialarbeit, Bewährungshilfe, muslimische Organisationen, weiterführende schulische und beruflichen Bildung. Der Lehrgang zielt darauf, die Planung und Umsetzung der Präventionsarbeit in den jeweiligen Bereichen zu unterstützen.

Der Lehrgang hat bereits begonnen, ist in mehrere Module untergliedert und umfasst zwei Semester. Eine Teilnahme an einzelnen Seminaren ist jedoch möglich.

Über die Inhalte des Studienprogramms, den Zeitplan sowie die Bewerbungsbedingungen informiert die Internetseite des Departments für Migration und Globalisierung der Donau-Universität Krems.

Fortbildung: Umgang mit Radikalisierung und radikalisierten Jugendlichen im pädagogischen Alltag
Fortbildung für Lehrkräfte: Wie können Pädagoginnen und Pädagogen mit Jugendlichen umgehen, die andere aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung abwerten, bedrohen und offen in ihrem Umfeld agitieren? Die Fortbildung thematisiert die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und gibt konkrete Empfehlungen für den pädagogischen Alltag.

Termin: 14. Dezember 2015 in Frankfurt/Main
Informationen auf der Internetseite der Bildungsstätte Anne Frank

Tagung: Prävention gegen gewaltbereiten Neosalafismus - Strukturierte Clearingverfahren und Case Management in Sozialraum und Schule
Tagung: Die Schule ist der einzige soziale Ort, in dem alle junge Menschen über einen relativ langen Zeitraum beständig anzutreffen sind. Hier besteht daher die Möglichkeit, einen Radikalisierungsprozess frühzeitig zu erkennen und gezielt pädagogisch zu intervenieren. Doch woran erkennt man Radikalisierung und wie kann diese nachhaltig unterbrochen werden? Nicht selten sind Lehrkräfte und weitere professionelle Akteure im schulischen und außerschulischen Kontext mit dieser Aufgabe überfordert. Die Veranstaltung setzt hier Impulse, indem sie die Grundzüge eines strukturierten Clearingverfahrens für Schule und Sozialraum vorstellt.

PDF-Icon Programmflyer
Termin: 11. Dezember 2015
Ort: Düsseldorf

Zertifikatskurs: Coach für gelebte Vielfalt. Ausbildung gegen Ausgrenzung und religiöse Radikalisierung
Die Fortbildung richtet sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die in der Jugendhilfe oder Bildungs- und Integrationsarbeit tätig sind. Der Kurs besteht aus vier Modulen mit einem Umfang von insgesamt 15 Tagen. Vermittelt werden ein grundlegendes Verständnis der Präventionsarbeit im Bereich religiöser Radikalisierung, entsprechende Methoden sowie ein prozessbezogenes Vorgehen für Schulungen zur Stärkung eines demokratischen Miteinanders. Zudem wird die eigene Haltung in der Zusammenarbeit mit Jugendlichen vor dem Hintergrund religiöser Radikalisierungstendenzen reflektiert.

Der Kurs wird geleitet vom Team #selam des Verein IFAK e.V. Das Team steht für Beratung zur Fortbildung zur Verfügung unter:

selam@ifak-bochum.de
Telefon 0234 – 97 61 92 17

PDF-Icon Programmflyer
Termin: März bis September 2016
Ort: Bochum


Veranstaltungsdokumentation (Februar 2018)

Mit Gewalt ins Paradies (Schwerin, Februar 2018)

Mit immer neuen Handelnden im Feld steigt auch der Bedarf nach der Vermittlung von Ansatzpunkten für Prävention. Der Fachtag in Schwerin war ein Ausgangspunkt für diesen Wissenstransfer. Den ganzen Tag über standen Chancen und Grenzen der Radikalisierungsprävention im Fokus der Diskussion.

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Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

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Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

Sie möchten den Infodienst Radikalisierungsprävention verlinken? Diese Textbausteine und Grafiken können Sie dafür verwenden.

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