Herausforderung Salafismus

Informationsdienst

Den Extremismus entzaubern!

Ort: Frankfurt am Main

Angebote: Pädagogische Maßnahmen vor Ort (z. B. Workshops), Fortbildungen und Trainings für Fachkräfte

Das Modellprojekt „Den Extremismus entzaubern!“ stellt eine Antwort auf den wachsenden Bedarf dar, dem Phänomen des religiös begründeten Extremismus in Hessen durch präventive politische Bildungsarbeit zu begegnen. Ziel ist die Aufklärung über Extremismus und Rekrutierungsstrategien sowie die Erarbeitung von Handlungsstrategien für Jugendliche bei Anzeichen einer Radikalisierung in der Gleichaltrigengruppe. Weitere Ziele sind, das Phänomen Dschihadismus zu entzaubern und die Distanzfähigkeit von Jugendlichen zum Extremismus zu erhöhen.

Um eine Nachhaltigkeit der präventiven Bildungs- und Veränderungsprozesse zu gewährleisten, wird neben den Maßnahmen für junge Menschen in den Bereichen Schule und Jugendhilfe eine Qualifizierung von MultiplikatorInnen und MitarbeiterInnen in den betroffenen Institutionen angestrebt.

Das Modellprojekt „Den Extremismus entzaubern!“ wird in der Trägerschaft von Violence Prevention Network durchgeführt. Sie ist Bestandteil des Hessischen Präventionsnetzwerks gegen Salafismus. Das Projekt wird finanziert durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Angebots-Flyer in vier verschiedenen Sprachen

Details zu den Angeboten

Vor-Ort-Maßnahmen

Die Präventionsarbeit findet in Form von Workshops statt, die bedarfsorientiert konzipiert werden. Das bedeutet, dass nicht ein vorgefertigtes Angebot übernommen werden muss, sondern gemeinsam mit der Einrichtung in einem ersten Sondierungsgespräch die Situation und der Bedarf analysiert werden. Auf dieser Grundlage wird ein Plan entworfen, der auf den jeweiligen Kontext der Einrichtung abgestimmt ist. Um Nachhaltigkeit zu garantieren und Veränderungsprozesse zu begleiten, werden mehrere Workshops über einen längeren Zeitraum konzipiert und durchgeführt. Die einzelnen Module werden nach dem Baukastenprinzip ausgewählt, um folgende pädagogische Ziele zu erreichen:

Workshops nach dem Baukastenprinzip:
  1. Wissen über Interreligiosität, Identität und religiös begründeten Extremismus soll erweitert werden.
  2. Eine Sensibilisierung für Rekrutierungsstrategien von Extremisten und Stigmatisierung von Gruppen soll erreicht werden.
  3. Zur Positionierung in einer pluralistischen Gesellschaft (Grenzen von Toleranz, Anerkennung gemeinsamer Wertebasis etc.) soll befähigt werden.
  4. Fähigkeiten wie Medienkompetenz und Toleranzbewusstsein sollen gestärkt werden.
  5. Handlungsstrategien im Umgang mit Rekrutierungsversuchen und religiös begründetem Extremismus sollen entwickelt werden.
An dieser Stelle kann das Interventionsteam der Beratungsstelle jederzeit als Ansprechpartner hinzugezogen werden.

Fortbildung und Trainings

Fortbildungen mit den Themenschwerpunkten Awareness, zielgruppenspezifische Gesprächsführung und Methoden für die eigene Berufspraxis

In der Arbeit mit Jugendlichen kann es immer wieder zu Situationen kommen, in denen man mit ideologisierten Einstellungen konfrontiert wird. Die Fortbildungen sollen den Fachkräften deshalb mehr Handlungssicherheit für ihre tägliche Arbeit vermitteln. Sie basieren auf einem systemisch-ressourcenorientierten Ansatz, der davon ausgeht, dass die Teilnehmenden Expertinnen und Experten für die zu entwickelnden Lösungen sind. Dementsprechend werden ihr Wissen, ihre Haltungen und Kompetenzen wertschätzend aufgegriffen und als Ausgangspunkt für die Entwicklung von zu ihnen passenden Beratungen verstanden. Die Umsetzung verläuft anhand zweier Schwerpunkte:

(1) Sensibilisierung und Awareness: Im Wesentlichen umfasst dieser Themenblock die Einführung zum Phänomenbereich; die Darstellung der Theorie und Praxis von Deradikalisierung sowie der Dynamik von Ein- und Ausstiegsprozessen und die Präsentation von Biographieverläufen und Identitätsbildung anhand von Fallanalysen.

Im Modul (2) Zielgruppenspezifische Gesprächsführung geht es um das Erarbeiten und Erweitern des individuellen Handlungsspielraumes sowie das Üben von Interventions- und Gesprächstechniken.

Kontakt

Violence Prevention Network e. V.
Den Extremismus entzaubern!
Beratungsstelle Hessen
Leipziger Straße 67
60487 Frankfurt am Main

Telefon: +49 69 138 22 686
E-Mail: hessen@violence-prevention-network.de
Website: www.beratungsstelle-hessen.de
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