Herausforderung Salafismus


Newsletter Dezember 2016

Was gibt es Neues im Arbeitsfeld Radikalisierungsprävention, Deradikalisierung und Demokratieförderung im Bereich Salafismus? Die Redaktion stellt regelmäßig einen Überblick zusammen. Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns eine E-Mail!

In eigener Sache



Neue Titelgestaltung
Die Web-Präsenz des Infodienstes auf den Internetseiten der bpb hat ein neues Titelbild. Wie kann man das Thema Radikalisierung anschaulich darstellen – und gleichzeitig falsche Eindrücke vermeiden? Die Redaktion hat sich viele Gedanken darüber gemacht. Ein Ergebnis war, dass wir uns bewusst für eine Illustration und gegen ein Foto entschieden haben. Wir und der Illustrator hoffen, einen guten Weg gefunden zu haben. Was meinen Sie? Schreiben Sie uns oder kommentieren Sie unter www.bpb.de/239380.

Neu im Infodienst

Was ist übertragbar, was ist spezifisch? Rechtsextremismus und Islamistischer Extremismus im Jugendalter
Eine gezielte pädagogische Arbeit im Bereich des Islamistischen Extremismus findet erst seit wenigen Jahren statt. Die Fachdebatte ist überschaubar, das Erfahrungswissen begrenzt. Anders sieht es dagegen bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus aus. Dort kann die pädagogische Fachpraxis auf rund fünfundzwanzig Jahre Erfahrungen zurückgreifen.

Michaela Glaser vom Deutschen Jugendinstitut geht in ihrem Beitrag der Frage nach, ob sich der Erfahrungstransfer zwischen beiden Feldern lohnt. Sie analysiert die vorliegenden Erkenntnisse daraufhin, welche Gemeinsamkeiten bei den Hinwendungsprozessen vorliegen, was bei der Distanzierungsarbeit übertragbar ist und was für den Islamistischen Extremismus spezifisch ist.

Zum Beitrag: http://www.bpb.de/239365

Netzwerkarbeit vor Ort: Ein Praxisbeispiel aus Augsburg
Wie können Städte und Gemeinden vor Ort vorgehen, um religiös begründeter Radikalisierung vorzubeugen? In Augsburg koordiniert der kriminalpräventive Rat der Stadt die Bemühungen vor Ort. Die Geschäftsführerin Diana Schubert berichtet am Beispiel der Stadt Augsburg darüber, was die Chancen und Herausforderungen der Netzwerkarbeit sind.

Zum Beitrag: http://www.bpb.de/236771

Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Audio-Mitschnitt bpb:forum - Islamismus im Internet
Online-Propaganda spielt eine wichtige Rolle für dschihadistische Gruppen wie den IS, aber auch für die salafistische Szene hierzulande. Wie können Schule, Jugendarbeit und politische Bildung dem Phänomen begegnen? Vor welchen Herausforderungen steht ganz allgemein die Prävention online und offline?

Darüber diskutierten beim bpb:forum am 7. November 2016 die Fachleute Dr. Marwan Abou-Taam (Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz), Patrick Frankenberger (Projekt Islamismus im Internet, jugendschutz.net), Mehlike Eren-Wassel, JAMIL - Jugendarbeit in muslimischen und interkulturellen Lebenswelten, VAJA e. V.) sowie Dr. Bernd Zywietz (Forschungsprojekt Dschhadismus online, Universität Mainz).

Der Audio-Mitschnitt kann online abgespielt oder heruntergeladen werden in der Mediathek der bpb (MP3-Datei, Spieldauer 1:50h):
MP3-Icon http://www.bpb.de/mediathek/236892

Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Tagung: Höhere Gewalt - Fundamentalismus und Demokratie
Fundamentalismus ein viel diskutiertes Thema – meist in Bezug auf den Dschihadismus. Doch der Begriff ist unscharf, und oft wird er in der Öffentlichkeit vorschnell gebraucht. Was genau ist "fundamentalistisch"? Was eint die jeweiligen Fundamentalismen, was trennt sie? Und vor allem: Wie soll die Gesellschaft diesen Strömungen begegnen?

Die Tagung richtet sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der schulischen und außerschulischen Jugendbildung, der Erwachsenenbildung, Journalistinnen und Journalisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden.

Veranstalter ist die Bundeszentrale für politische Bildung.
Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro.

Termin: 23.01.2017
Ort: Köln

Weitere Informationen zum Programm und Anmeldung:
http://www.bpb.de/231724

Seminar: Islamistischer Extremismus in Deutschland - Ursachen von Radikalisierung und Präventionsansätze
Im fünftägigen Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung wird herausgearbeitet, worin die Gefahren extremistischer islamischer Gruppierungen und ihrer Ideologien bestehen. Es wird erläutert, auf welche religiösen Grundlagen sich politischer Islam und Salafismus berufen. Gründe für Radikalisierungen und Ansätze der Prävention werden diskutiert.

Die Teilnahme kostet 120,00 Euro.

Termin: 23.1. bis 27.1.2017
Ort: Bonn

Anmeldung und Kontaktdaten:
http://www.fes.de/de/veranstaltung/veranstaltung/detail/208546/

Hamburg: Vortrag "Religiös begründete Ablehnung der Demokratie"
Vortrag und Diskussion mit Dr. Behnam T. Said im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung. Diese Veranstaltung ist auch für Schüler/-innen ab Klasse 11 geöffnet. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Streitbare Demokratie" des Landesinstituts.

Termin: 9.2.2017 von 18:30 bis 20:30 Uhr
Ort: Weidenstieg 29, 20259 Hamburg

Informationen zur Veranstaltungsreihe auf der Internetseite des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung:
http://li.hamburg.de/demokratie/aktuelles/

"Inside IS" am Berliner Grips-Theater
Am Berliner Kinder- und Jugendtheater Grips wird das Stück "Inside IS" aufgeführt. Als Vorlage dient das Buch des Publizisten Jürgen Todenhöfer mit dem gleichen Titel. Todenhöfer ist populär, aber seine Arbeit ist umstritten – insbesondere "Inside IS". Dementsprechend hat das Theaterstück für ein großes und kontroverses Medienecho gesorgt.

Eignet sich "Inside IS" für einen Besuch mit Schülern/-innen? Auf ufuq.de ist ein umfangreicher Beitrag zu dieser Frage erschienen. Das Fazit: Hingehen, aber nur, wenn es ausreichend Zeit für Vor- und Nachbereitung gibt. Denn: "Es wird und es muss Diskussionen geben, die mit großer Wahrscheinlichkeit anstrengend und persönlich werden."

Zum Beitrag auf ufuq.de:
http://www.ufuq.de/inside-is-im-berliner-grips-theater-mit-schulklassen-hingehen-oder-lieber-nicht/

Materialien, Handreichungen und Broschüren

Dschihadistische Propaganda: Apps für Kinder und Messenger-Dienste
Die Terrororganisation "Islamischer Staat" lockt mit speziellen Angeboten Kinder und Jugendliche. Jugendschutz.net hat dokumentiert, wie auf diese Weise militante Einstellungen und Hass vermittelt werden sollen.

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hat in den vergangenen Monaten mehrere Apps veröffentlicht, die sich an Kinder richten. Auch andere Islamisten locken mit speziellen Inhalten für junge Internet-User. Viele Angebote erscheinen auf den ersten Blick unproblematisch, vermitteln jedoch unterschwellig militante Einstellungen, Hass auf Feindbilder und ein positives Bild des Dschihadismus.

Auch über den Messenger-Dienst Telegram wird massiv dschihadistische Propaganda verbreitet. Terroristen werden darüber auch deutsche User an. jugendschutz.net hat bei Telegram viele menschenverachtende Inhalte wie Exekutionsvideos dokumentiert. Sie sind leicht für jedermann per Smartphone abrufbar. Der Anbieter ergreift bislang kaum Maßnahmen, um junge User zu schützen.

Die Erkenntnisse hat jugendschutz.net in zwei Themenpapieren zusammengefasst. Sie können auf den Internetseiten des Infodienstes heruntergeladen werden:
https://www.bpb.de/238079/

Kurzfilme für die Präventionsarbeit: Deutschsprachige Materialien von extremedialogue.org
extremedialogue.org ist eine internationale Interview-Plattform, die mithilfe von Kurzfilmen über Betroffene und Aussteiger die Prävention gegen Gruppenhass und gewaltförmigen Extremismus unterstützen möchte. Sie enthält Begleitmaterial für Lehrer/-innen und Jugendarbeiter/-innen. Am 29. November 2016 wurden deutschsprachige Materialien von extremedialogue.org vorgestellt.

Zu den Protagonisten der Video-Materialien zählen ein syrischer Widerstands- und Menschenrechtsaktivist, ein ehemaliger Neo-Nazi und ein früherer Angehöriger einer islamistischen Gruppe.

Zur Video-Plattform: http://extremedialogue.org/de/

Sicherheitsbehörden: Wer sind die IS-Unterstützer? Neue Auswertung von Radikalisierungsverläufen
Bereits 2014 und 2015 haben deutsche Sicherheitsbehörden Studien veröffentlich, in denen die bekannten Fälle von "islamistisch motivierten" Ausreisen aus Deutschland in Richtung Syrien und Irak ausgewertet wurden. Im Dezember wurde eine weitere Fortschreibung veröffentlicht. Es wurden unter anderem die Faktoren untersucht, welche die Radikalisierung beeinflussten und schließlich zur Ausreise führten. Auch die Motivation der Rückkehrer wurde betrachtet.

Die Analyse wurde Bundeskriminalamt, Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Hessischen Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus erstellt. Sie steht auf den Internetseiten des BKA als PDF-Download zur Verfügung:
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/Publikationsreihen/Forschungsergebnisse/
2016AnalyseRadikalisierungsgruendeSyrienIrakAusreisende.html


Die Ergebnisse der Analyse aus dem Jahr 2015 hat die Redaktion in einem Kurzbeitrag vorgestellt: https://www.bpb.de/218891

BKA-Studie: Konfrontative Feindbilder und Entstehungsbedingungen
Das Bundeskriminalamt hat die Selbstbilder, Feindbilder und Gewaltbegründungen von aufeinander bezogenen Gruppen untersuchen lassen, die in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland in sogenannte Konfrontationsgewalt einbezogen waren: links- und rechtsextremistische Gruppen sowie muslimfeindliche und militante salafistische Gruppen. Autorinnen der Studie sind Matenia Sirseloudi und Sybille Reinke de Buitrago.

Die Studie ist auf den Internetseiten des BKA als PDF verfügbar (162 Seiten, 2MB):
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/Publikationsreihen/Forschungsergebnisse/
2016KonfrontativeFeindbilderUndIhreEntstehungsbedingungen.html


"Zwischentöne": Multimediale Unterrichtsmaterialien zur (Post-) Migrationsgesellschaft
Wie funktioniert politischer Salafismus? Wer ist eigentlich Muslim? Wer sind eigentlich "wir"? Wie ist das mit Bildern im Islam? Die Webplattform www.zwischentoene.info bietet kostenfreie, multimediale Unterrichtsmaterialien mit didaktischen Anregungen für die Sekundarstufen I+II an. Es geht um die Themen der (Post-)Migrationsgesellschaft. Unter den Materialien finden sich verschiedene Module, sie sich zur Auseinandersetzung mit radikalen Strömungen eignen, insbesondere mit dem politischen Salafismus.

Herausgeber ist das Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung.

Die Materialien sind zugänglich unter
http://www.zwischentoene.info

Prävention an der Schule - Erkenntnisse und Materialien aus Großbritannien
Wie können junge Menschen gegenüber Extremismus in digitalen Medien gestärkt werden? Eine neue Studie des britischen "Think Tanks" Demos fasst Ergebnisse eines Pilotprojekts zusammen, bei dem Materialen entwickelt wurden, mit denen Schulen gegen die Risiken einer Online-Radikalisierung angehen können. Dabei wurden das kritische Denken sowie die Medienkompetenzen der Schüler/-innen geschult. "Ideologiebasierte" Interventionen sollten bewusst vermieden werden. Das Projekt sei ein Durchbruch, so Demos.

Die Studie ist am 13. Dezember 2016 erschienen. Sie kann kostenlos heruntergeladen werden unter: https://www.demos.co.uk/project/digital-citizens/

Einen Einblick in die britischen Präventionsbemühungen an Schulen erlaubt das Ealing Prevent Toolkit for Schools, eine Handreichung für den Londoner Bezirk Ealing. Es beschreibt, wie die Vorgaben des britischen "Prevent"-Programms konkret umgesetzt werden sollen. Enthalten sind zahlreiche Schritt-für-Schritt-Hinweise und Checklisten, von der Einrichtung von Arbeitsgruppen bis hin zum Umgang mit auffälligem Verhalten von Schülern/-innen. Zudem sind im Anhang die Hintergründe in knapper und anschaulicher Form beschrieben. Dazu gehört, welche Pflichten Schulen bei der Prävention haben, welche Faktoren anfällig für eine Radikalisierung machen und wie Schulen die Vermittlung "britischer Werte" in ihr Curriculum integrieren können.

Das Toolkit und weitere Materialien zur Prävention sind auf der Schulplattform von Ealing verfügbar: https://www.egfl.org.uk/services-children/safeguarding/anti-radicalisation-prevent-duty

Aktuelle Meldungen

Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus gegründet
Am 30. November 2016 hat sich die Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (BAG) in Berlin gegründet. Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als Interessensvertretung von zivilgesellschaftlichen Trägern der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit im Bereich des religiös begründeten Extremismus. Ziel ist, die Arbeit weiterzuentwickeln und in politischen und fachwissenschaftlichen Diskussionen sichtbar zu machen.

Insgesamt 25 Träger sind Gründungsmitglieder. Die Gründung wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms "Demokratie leben!" gefördert. Die Initiativgruppe umfasst die Träger VAJA e.V., IFAK e.V., Violence Prevention Network, ufuq.de und ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur.

Für Anfang Januar 2017 ist ein erstes Arbeitstreffen des Vorstands geplant. Die Arbeit wird koordiniert von Florian Gradnitzer.

Internetseite der BAG:
https://bag-relex.de

Bayern: Neues Internetangebot des Netzwerks für Prävention und Deradikalisierung
Das bayerische Sozialministerium und das Innenministerium haben am 24. November 2016 gemeinsam das neue Internetportal www.antworten-auf-salafismus.de des Bayerischen Netzwerks für Prävention und Deradikalisierung vorgestellt. Das neue Angebot soll leicht verständlich über die Gefahren salafistischer Propaganda aufklären. Es zeigt Anlaufstellen und macht die Beratungsangebote des Netzwerks zugänglich.

Die Plattform ist erreichbar unter:
http://www.antworten-auf-salafismus.de

NRW: Neues Programm für Prävention an Schulen und in der Jugendarbeit
Der Verfassungsschutz und das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen haben am 5. Dezember 2016 neue Projekte für die Prävention von salafistischem Extremismus vorgestellt. Dazu gehören ein Theaterstück, Lesungen und ein Comic-Workshop. Die Angebote richten sich an Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte sowie Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter. Sie können beispielsweise in Form von Arbeitsgemeinschaften oder in Projektwochen umgesetzt werden. Die Module können kostenfrei gebucht werden.

Informationsbroschüre und Buchung der Module auf der Internetseite des Innenministeriums NRW:
www.mik.nrw.de/verfassungsschutz/salafismus-praevention

NRW eröffnet weitere Beratungsstellen: "Wegweiser" auch in Mönchengladbach und Münster
Das Landes-Präventionsprogramm "Wegweiser" wird es ab Anfang 2017 an 13 Standorten in NRW geben. Zu den bisherigen Standorten kommen zwei weitere hinzu, in Mönchengladbach und Münster. Träger in Münster ist der Verein sozial-integrativer Projekte (ViP). In Mönchengladbach ist es die gemeinnützige Gesellschaft PariTeam.

NRW wertet Wegweiser als Erfolg: Pro Woche gäbe es rund 50 Anfragen an die Sozialarbeiter der jeweiligen Träger. Die Wegweiser-Teams bieten auch Vorträge an, beispielsweise an Schulen. NRW will das Netz der Anlaufstellen weiter ausbauen und engmaschiger gestalten. Es soll bis zu 25 Standorte und mobile Teams geben.

Pressemitteilungen zu den neuen Wegweiser-Standorten auf der Internetseite des Innenministeriums NRW:
http://www.mik.nrw.de/presse-mediathek/aktuelle-meldungen/aktuelles-im-detail/news/wegweiser-schuetzt-jugendliche-auch-in-moenchengladbach-vor-salafisten-innenminister-jaeger-ju.html

http://www.mik.nrw.de/presse-mediathek/aktuelle-meldungen/aktuelles-im-detail/news/wegweiser-schuetzt-jugendliche-auch-in-muenster-vor-salafisten-innenminister-jaeger-junge-mens.html

Sachsen und Thüringen planen Initiativen zur Radikalisierungsprävention
Die Bundesländer Sachsen und Thüringen planen, Beratungs- beziehungsweise Koordinierungsstellen für die Radikalisierungsprävention einzurichten.

In Sachsen soll eine Beratungs- und Koordinierungsstelle eingerichtet werden, um die Prävention zu stärken sowie Angehörige und Aussteiger zu betreuen. Die Planungen sollen bis Ende 2016 abgeschlossen sein, das hat der Landespräventionsrat gegenüber der Sächsischen Zeitung bestätigt. Der Landespräventionsrat ist beim Innenministerium angesiedelt. Die neue Einrichtung soll als Anlaufstelle dienen; die Arbeit soll im Verbund von staatlichen Stellen und freien Trägern geleistet werden.

In Thüringen ist laut Medienberichten die Einrichtung eines Präventionszentrums geplant. Die Aufgaben reichen von der Aufklärung an Schulen über die Koordination von Behörden und Kommunen bis hin zur Betreuung von Ausstiegswilligen, so die Thüringer Allgemeine. Das Innenministerium hat die Pläne bestätigt. Details würden aber noch abgestimmt werden, so der MDR Thüringen.

Neuerscheinungen

"Mein Sohn, der Salafist" von Neriman Yaman
Was ist, wenn man bemerkt, wie sich der eigene Sohn radikalisiert? Neriman Yaman ist die Mutter von Yusuf, der im April 2016 im Alter von 16 Jahren ein Sprengstoffattentat auf einen Sikh-Tempel in Essen verübte.
Neriman Yaman schildert, wie Yusuf sich immer weiter von seiner Familie entfremdete und immer tiefer in die Parallelwelt des Salafismus abrutschte. Yaman versuchte, ihn von seinen neuen Freunden zu lösen. Sie suchte Hilfe bei den verschiedensten Stellen: Bei Moscheen, beim Jugendamt, beim Schulamt, bei der Beratungsstelle "Wegweiser". Dennoch kam es zu dem Anschlag.

Das Buch ist im Oktober 2016 im MVG Verlag erschienen und hat 256 Seiten. Es kostet 19,99 Euro.

Infos des Verlags zum Buch:
https://www.m-vg.de/mvg/shop/article/12207-mein-sohn-der-salafist/

Berichte über das Buch sind in zahlreichen Medien erschienen, zum Beispiel in der Sächsischen Zeitung:
http://www.sz-online.de/nachrichten/mein-sohn-der-salafist-3510857.html


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Veranstaltungsdokumentation (Februar 2018)

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