Herausforderung Salafismus


Newsletter April 2017

Was gibt es Neues im Arbeitsfeld Radikalisierungsprävention, Deradikalisierung und Demokratieförderung im Bereich Salafismus? Die Redaktion stellt regelmäßig einen Überblick zusammen. Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns eine E-Mail! (id-praevention@sebastiankauer.de)

Neu im Infodienst Radikalisierungsprävention

Gewalt als Gegenwehr? Die Rolle von Feindbildern für radikale Gruppen
Eine Studie zeigt: Feindbilder formen das Selbstbild radikaler Gruppen und dienen ihnen als Gewaltlegitimation. In den Szenediskursen von muslimfeindlichen Gruppen nehmen Salafisten großen Raum ein und umgekehrt. Gleiches gilt für Rechts- und Linksextremisten.

Zur sogenannten Konfrontationsgewalt hat die Forschungs- und Beratungsstelle Terrorismus/Extremismus (FTE) des Bundeskriminalamts eine Studie in Auftrag gegeben, die von einem Forscherteam der Uni Bremen umgesetzt und im November 2016 veröffentlicht wurde. (Link zur Studie: https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/Publikationsreihen/
Forschungsergebnisse/2016KonfrontativeFeindbilderUndIhreEntstehungsbedingungen.html
)

Matenia Sirseloudi erläutert im Infodienst Radikalisierungsprävention die wichtigsten Ergebnisse: http://www.bpb.de/245921

Frankreich: Bericht an den Senat kritisiert staatliches Deradikalisierungsprogramm
Der französische Senat hat einen Bericht über die staatlichen Bemühungen im Bereich der Deradikalisierung in Auftrag gegeben. Ein Zwischenbericht liegt nun vor: "Das Programm ist ein Reinfall", so Senator Philippe Bas, der Leiter des Senatsausschusses, der den Bericht in Auftrag gab. "Alles muss neu überdacht werden, alles muss von Grund auf neu gestaltet werden." Der Bericht wird von zwei Senatorinnen erarbeitet. Die abschließende Fassung soll im Sommer 2017 vorgelegt werden.

Die wichtigsten Ergebnisse im Infodienst Radikalisierungsprävention: www.bpb.de/246017

Download des Zwischenberichts und Informationen zum Auftrag der Berichterstatterinnen auf den Internetseiten des Senats (in französischer Sprache):
https://www.senat.fr/controle/dossier/2015/6921.html

Beitrag in der Tageszeitung Le Monde (in französischer Sprache):
http://www.lemonde.fr/societe/article/2017/02/23/rapport-sur-la-deradicalisation-il-n-y-aura-pas-de-miracle_5084014_3224.html

Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Neu in der Schriftenreihe: "Der Terror ist unter uns – Dschihadismus und Radikalisierung in Europa"
Warum wenden sich Menschen – in Europa geboren und sozialisiert – dem islamistischen Terror zu? Peter R. Neumann beschreibt die Faktoren, die bei der Radikalisierung eine Rolle spielen. Er beleuchtet Radikalisierungsbiografien und analysiert Motive, Ziele und das Umfeld von Dschihadisten.

Das Buch ist am 10.3.2017 erschienen und umfasst 297 Seiten. Es kann zum Preis von 4,50 Euro auf der Website der bpb bestellt werden:
http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/244646

Interview mit Gilles Kepel: Die dschihadistische Radikalisierung und der Präsidentschaftswahlkampf
Im April 2017 finden in Frankreich Präsidentschaftswahlen statt. Seit geraumer Zeit melden die Medien einen Stimmenzuwachs der rechtsextremen Partei Front National. Ist der zunehmende Nationalismus in Frankreich eine Reaktion auf die dschihadistische Radikalisierung oder ist die Radikalisierung eine Folge von integrationspolitischen Versäumnissen? Erneut stellt sich die Frage, welchen Platz der Islam in der nationalen französischen Identität einnimmt. Was macht junge Muslime anfällig für eine dschihadistische Radikalisierung? Die Redaktion von focus Migration sprach mit dem Sozial- und Politikwissenschaftler Gilles Kepel über den Stellenwert des Islam in der französischen Politik, die Auslöser für eine Radikalisierung und den Identitätsbruch in den europäischen Gesellschaften.

Zum Interview: http://www.bpb.de/245057/

Akquisos-Newsletter zur Finanzierung von Radikalisierungsprävention erschienen
In der Ausgabe 1/2017 des Fundraising-Newsletters der bpb werden Möglichkeiten zur Finanzierung von Radikalisierungsprävention im Bereich islamistischer Ungleichwertigkeitsideologien aufgezeigt. Immer mehr Organisationen und Träger der politischen Bildung schaffen wertvolle Angebote in diesem Bereich. Eine Liste von aktuellen Förderprogrammen soll die Finanzierung von Projekten erleichtern. Diese enthält Programme auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sowie Stiftungen.

Im Interview warnt Thomas Mücke vom Violence Prevention Network, dass sich die politische Lage schnell wandeln kann. Wenn das mediale Interesse abflacht, könne es mit dem Fördergeldsegen bald vorbei sein, so Mücke. Mehrere Standbeine in der Finanzierung seien daher wichtig. Mücke gibt Tipps für erfolgreiche Spendenkampagnen.

Der Akquisos-Newsletter zur Finanzierung von Radikalisierungsprävention ist online und als PDF verfügbar: http://www.bpb.de/partner/akquisos/243752/finanzierung-von-radikalisierungspraevention

Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Fachtagung "Zwischen Begegnung und Konfrontation" am 27. und 28.4. in Berlin
Die Fachtagung von cultures interactive hat den Austausch zur Jugendkulturarbeit und die Stärkung menschenrechtlicher Haltungen zum Ziel. Ein Aspekt unter mehreren ist die Rolle von Kultur, Jugendkulturen und Vorurteilen in der Jugendarbeit.

In Vorträgen und Workshops werden verschiedene Methoden, Ansätze und Erfahrungen aus der Arbeit mit geflüchteten und nicht geflüchteten Jugendlichen präsentiert. Zudem wird der Blick nach Europa gerichtet und nach der Bedeutung aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen für die Jugendarbeit gefragt. Die Tagung richtet sich an Praktiker/-innen und Fachkräfte aus Jugend(kultur)arbeit, Jugendhilfe und Schule.

Termin: 27.-28.4.2017 Ort: Tagungshaus Alte Feuerwache Berlin-Kreuzberg Kosten: Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Anmeldung: Die Anmeldung ist über ein Anmeldeformular möglich. Anmeldeschluss ist der 19.4.2017.

Weitere Informationen und Anmeldung: http://cultures-interactive.de/de/news-im-detail/ci-fachtagung-am-27-28-04-in-berlin.html

Unterrichtsgespräch für Schulklassen in Hamburg ab Klasse 8: Florents/Bilals Weg in den Terror
Ein ehemaliger Lehrer von Florent informiert im Rahmen eines zweistündigen Unterrichtsgesprächs über die Geschichte des Hamburger Jugendlichen. Der 17-jährige hatte sich unter dem Namen Bilal dem IS angeschlossen und ist in Syrien gestorben. Über den Fall gibt es eine umfangreiche Radio-Serie ("Bilals Weg in den Terror"). Anfragen bitte an: Christoph.Berens@LI-Hamburg.de.

Zum Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg: http://li.hamburg.de/
Zur Radioserie: http://www.ndr.de/kultur/radiokunst/Bilal-Bilals-Weg-in-den-Terror,bilal134.html

Save-the-date: Grenzenloser Salafismus – Grenzenlose Prävention? Radikalisierung, politische Bildung und internationale Ansätze der Prävention
Vom 4.-5. Dezember 2017 veranstaltet die bpb gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg in Mannheim eine bundesweite Fachtagung zu internationalen Ansätzen im Bereich der Prävention von salafistischer Radikalisierung. Weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie demnächst auf den Seiten der bpb. Wir weisen natürlich auch im Infodienst Radikalisierungsprävention noch einmal gesondert auf die Veranstaltung hin.

www.bpb.de/veranstaltungen

Materialien, Handreichungen, Broschüren und Berichte

Handreichung für Lehrkräfte: Integration fördern, Radikalisierung erkennen
Die European Foundation for Democracy und das Counter Extremism Project (CEP) haben eine Handreichung für Schulen und berufliche Bildung zur Prävention von Radikalisierung herausgegeben. Sie konzentriert sich auf die Themenfelder patriarchale Strukturen und Traditionen, orthodoxer Islam, Islamismus und Salafismus, die teilweise miteinander verwoben sind.

Die Veröffentlichung zeigt praktische Handlungsoptionen auf, wie in herausfordernden Situationen pädagogisch sinnvoll gehandelt werden kann. Für das Handbuch wurden unter anderem Hintergrundgespräche mit Lehrkräften und Sozialarbeiter/-innen geführt, die sich täglich in den beschriebenen Situationen zurechtfinden müssen.

Die PDF-Broschüre (37 Seiten) kann heruntergeladen werden unter: http://europeandemocracy.eu/wp-content/uploads/2017/04/Handreichung-fuer-Lehrkraefte.pdf

EU-"Toolbox" für Prävention und Jugendarbeit erschienen (in englischer Sprache)
Eine Expertengruppe der EU hat ihre Ergebnisse zur Rolle von Jugendarbeit für die Prävention von sozialer Ausgrenzung und gewaltbereitem Extremismus in Form einer "Toolbox" veröffentlicht. Das Dokument enthält konkrete Vorschläge für Jugendarbeiter/-innen und Organisationen, wie sie gegen die Radikalisierung von Jugendlichen vorgehen und wie sie mit Propaganda radikaler Gruppen umgehen können. Außerdem werden Initiativen und Praxisbeispiele aus den EU-Ländern vorgestellt. Darüber hinaus werden Handlungs-empfehlungen an die verschiedenen politischen Akteure ausgesprochen – von der kommunalen bis zur europäischen Ebene.

Zum kostenfreien Download des 53-seitigen PDF: https://bookshop.europa.eu/en/the-contribution-of-youth-work-to-preventing-marginalisation-and-violent-radicalisation-pbNC0417064/

Mit Witzen die Welt verändern? Neues Videomodul im Projekt "Alternativen aufzeigen" erschienen
Im Projekt "Alternativen aufzeigen!" entstehen kurze Filme und Handreichungen mit Übungen für die pädagogische Praxis im Themenfeld Islam, Islamfeindlichkeit, Demokratie und Islamismus für Jugendliche ab der fünften Klasse. Im Januar wurde das Modul "Comedy" veröffentlicht. Es kann auf der Website von ufuq.de heruntergeladen werden.

In kurzen Videos werden zunächst drei Comedians mit Migrationshintergrund vorgestellt, die ernsten Themen wie der Erfahrung von Diskriminierung und Ausgrenzung, Religion oder Radikalisierung mit Humor begegnen: Ususmango von "Rebell Comedy" sowie Jilet Ayşe und Younes Al-Amayra von den "Datteltätern".

In weiteren Videos erzählen die Comedians von ihren Zielen, persönlichen Erfahrungen und von den Themen, die sie bewegen und motivieren. Im abschließenden dritten Teil werden Jugendliche einer Hamburger Schule gezeigt, die über einzelne Sketche der drei Comedians sprechen. Am Ende der Videos werden als Diskussionsanregung Fragen gestellt wie: "Hilft es, wenn man sich über den ‚IS‘ lustig macht?" Produziert wurden die Videos von ufuq.de in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Zu den Videos gibt es vier begleitende Handreichungen mit Übungen. Die jeweils rund fünf Minuten langen Videos können online geschaut oder heruntergeladen werden: http://www.ufuq.de/modul-2/

Aktuelle Meldungen

"Radikalisierung im Kindergarten-Alter" – Beratungsstelle warnt vor zweiter Generation
Die niedersächsische Beratungsstelle gegen Salafismus hat zunehmend mit Minderjährigen zu tun, darunter 5-jährige. Im Interview warnt Christian Hantel, dass eine zweite Generation von Salafisten heranwächst, die bereits im Kindesalter mit der Ideologie in Berührung kommt.

Zum Interview mit Christian Hantel in der Braunschweiger Zeitung (kostenpflichtig): https://www.braunschweiger-zeitung.de/politik/inland/article210085647/Radikalisierung-schon-im-Kindergarten-Alter.html

Sachsen richtet Programm für Islamismus-Aussteiger ein
Sachsen ruft die "Beratungs- und Koordinierungsstelle Radikalisierungsprävention" (BKR) ins Leben. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung unter Berufung auf Integrationsministerin Petra Köpping und Innenminister Markus Ulbig. "Wir wollen Sachsen wappnen, indem wir eigenes Know-how aufbauen und die Träger und Berater schnellstmöglich befähigen, Prävention, Sensibilisierung und Deradikalisierung selbstständig und umfangreich anzubieten", so Petra Köpping. Die Beratungsstelle wird in Kürze ihre Arbeit aufnehmen.

Zum Artikel in der Leipziger Volkszeitung: http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/News/Sachsen-startet-Programm-fuer-Islamismus-Aussteiger

Rheinland-Pfalz: Landesregierung will mehr Geld für Prävention ausgeben
Mit den Stimmen der Koalitionsparteien SPD, FDP und Grüne hatte der Landtag in Rheinland-Pfalz mehr Geld unter anderem für Aktionen gegen islamistische Radikalisierung junger Menschen, Prävention an Schulen und Dialog mit muslimischen Verbänden gefordert. Im Ende März 2017 verabschiedeten Landeshaushalt wurden die Mittel für die Extremismusprävention ausgeweitet. Unter anderem wird das Land laut Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) die Beratungsstelle aufstocken und zusätzlich 200.000 Euro im Jahr für Aufklärungsarbeit bereitstellen.

Zur Pressemitteilung des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz: https://mffjiv.rlp.de/de/service/presse/detail/news/detail/News/land-setzt-bei-praevention-islamistischer-radikalisierung-auf-breit-angelegtes-konzept/

Rheinland-Pfalz: Trägerwechsel für die Beratungsstelle Salam
Die Beratungsstelle gegen islamistische Radikalisierung in Rheinland-Pfalz, Salam, wird personell erweitert und wechselt zum 1. Mai 2017 zum Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV). In Zukunft wird sich Salam auch der Beratung und Deradikalisierung von betroffenen Personen widmen. "Ein Trägerwechsel zum Landesjugendamt ist sinnvoll, da dieses bereits seit Jahren sehr erfolgreich im Bereich Rechtsextremismus Aussteigerprogramme durchführt und neben Prävention auch konkrete Deradikalisierungsarbeit leistet", so Familienministerin Anne Spiegel. Der Wechsel der Trägerschaft hat keinerlei Auswirkungen auf die kontinuierliche Arbeit der Beratungsstelle Salam, die neue Räumlichkeiten beziehen wird.

Zur Website der Beratungsstelle: http://beratungsstelle-salam.de/
Zur Pressemitteilung des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz: https://mffjiv.rlp.de/de/service/presse/detail/news/detail/News/traegerschaft-der-beratungsstelle-salam-wechselt-zum-landesjugendamt/

Kinofilm: "Der Himmel wird warten"
Der französische Kinofilm "Der Himmel wird warten" sorgt für Aufsehen in den Medien, denn er erzählt von der Radikalisierung zwei junger Frauen. Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) hat den Film als "besonders wertvoll" ausgezeichnet:

Der Film "erzählt auf sensible Art ein hochaktuelles Thema. Sonia und Mélanie, überzeugend dargestellt von Noémie Merlant und Naomi Amarger, sind sehr unterschiedlich und doch vereint in ihrer Sehnsucht nach einem Halt, den beide im Leben vermissen. Dabei werden die Probleme der Teenager vom Film nicht heruntergespielt, der Film nimmt seine Figuren ernst und urteilt nicht. Auch nicht über die Eltern, die in ihrer ganzen Hilflosigkeit und Ohnmacht gezeigt werden und sich immer wieder die Frage stellen, was man hätte tun können, um die Katastrophe zu verhindern. Der Film moralisiert nicht, gibt keine Lösung vor, lädt aber zu Diskussionen und Reflexionen ein."

Zur Rezension beim NDR: https://www.ndr.de/kultur/film/Drama-Der-Himmel-wird-warten,derhimmelwirdwarten102.html
Zur Website des Films: http://www.der-himmel-wird-warten.de/
Zur Besprechung bei der Deutschen Film- unf Medienbewertung: http://www.fbw-filmbewertung.com/film/der_himmel_wird_warten

Projekte

Schulprojekt in Hamburg: Eine "Oase" als Schutzraum vor Radikalisierung
Um islamistischer Radikalisierung entgegen zu wirken, hat die Stadtteilschule Öjendorf in Hamburg-Billstedt die sogenannte "Oase" geschaffen. In einem ehemaligen Klassenraum, der mittags geöffnet ist, diskutieren je zwei Religionslehrer/-innen mit den Jugendlichen – bei Keksen und Tee. Die Jugendlichen können hier alle Themen ohne Tabu besprechen und die Lehrkräfte und der Präventionsbeautragte der Schule haben die Möglichkeit, Dinge richtig zu stellen und Wissenslücken zu füllen. Die Schüler/-innen, bei denen das Angebot gut ankommt, lernen so Aussagen, die sie beispielsweise in ihrer Moschee oder der Koranschule hören, kritisch zu hinterfragen.

Weitere Informationen:
http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Eine-Oase-als-Schutzraum-vor-Radikalisierung,oase100.html

Think Social Now 2.0: Projekt zur "Online-Prävention"
Das Projekt "Think Social Now 2.0 – Verantwortung übernehmen im Internet" entwickelt ein Modell, wie radikalisierungsfördernden Internetangeboten wirksam begegnet werden kann. Ziel des Projekts ist es, Jugendliche, Angehörige, Bezugspersonen, Schlüsselpersonen und Institutionen sowie sonstige Betroffene auf die Gefahr des religiösen Extremismus – ausgehend von den sozialen Medien – aufmerksam zu machen und vorzubereiten.

Die Medienkompetenz der Zielgruppe soll gestärkt und Nutzen sowie Gefahren der sozialen sollen Medien nähergebracht werden. Durch die Erstellung und Förderung von Online-Angeboten sollen Alternativen zu bestehenden radikalen Inhalten in den sozialen Medien entstehen. Träger ist das Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e. V.

Die Videos werden auf dem Kanal Ikra'm TV veröffentlicht: https://www.youtube.com/channel/UC72AJvUM3YLQBweVI7glIBw

Zum Projekt: http://thinksocialnow.de

Neuerscheinungen

"Demokratische Resilienz auf den Punkt gebracht" (Kurt Edler)
Kann sich schon beim Kind eine Widerstandsfähigkeit gegen Radikalisierung entwickeln? Diese Frage beantwortet der Pädagoge und Lehrerfortbildner Kurt Edler vor dem Hintergrund der Bedrohung von Menschenrechten und Demokratie. Er skizziert in aller Kürze die vorpolitischen Formen der Beeinflussung und greift auf seine langjährigen Erfahrungen in der Extremismusprävention zurück, um daraus Handlungsempfehlungen für eine grundrechtsklare pädagogische Praxis abzuleiten.

Das Buch ist im Wochenschau-Verlag erschienen und umfasst 48 Seiten. Es kann zum Preis von 9,80 Euro bestellt werden:
http://www.wochenschau-verlag.de/demokratische-resilienz-auf-den-punkt-gebracht-1915.html

Jihad Rap – An den Rändern muslimischer Subkulturen
Die Schweizer Musikjournalistin Yvonne Kunz untersucht in ihrem Buch "Jihad Rap" gerappte Bekenntnisse zum gewalttätigen Kampf gegen die "Ungläubigen". Sie schildert Inhalte und Stilmittel von Songs sowie Werdegänge der Protagonisten. Darunter ist der in Berlin geborene Dennis Cuspert. Als Gangster-Rapper wenig erfolgreich, wandelte sich Cuspert zum Interpreten von Naschids – einer traditionellen islamischen Liedform – und macht fortan Propaganda für den sogenannten Islamischen Staat. Doch wann ist "Jihad Rap" IS-Propaganda, wann nur platte Provokation? Kunz liefert die Hintergrundinformationen für eine differenzierte Betrachtung.

Das Buch kann im Ventil-Verlag erschienen und umfasst 144 Seiten. Es kann zum Preis von 12,00 Euro bestellt werden: https://www.ventil-verlag.de/titel/1733/jihad-rap

Jugendbücher über Islamismus auf der lit.kid.Cologne vorgestellt
Mittlerweile sind mehrere Jugendbücher erhältlich, die sich mit dem Thema Radikalisierung befassen. Bei der lit.kid.Cologne wurden einige von ihnen in Lesungen vorgestellt:


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Veranstaltungsdokumentation (Februar 2018)

Mit Gewalt ins Paradies (Schwerin, Februar 2018)

Mit immer neuen Handelnden im Feld steigt auch der Bedarf nach der Vermittlung von Ansatzpunkten für Prävention. Der Fachtag in Schwerin war ein Ausgangspunkt für diesen Wissenstransfer. Den ganzen Tag über standen Chancen und Grenzen der Radikalisierungsprävention im Fokus der Diskussion.

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Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

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Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

Sie möchten den Infodienst Radikalisierungsprävention verlinken? Diese Textbausteine und Grafiken können Sie dafür verwenden.

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