Herausforderung Salafismus


Newsletter Juni 2017

Was gibt es Neues im Arbeitsfeld Radikalisierungsprävention, Deradikalisierung und Demokratieförderung im Bereich Salafismus? Die Redaktion stellt regelmäßig einen Überblick zusammen. Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns eine E-Mail! (id-praevention@sebastiankauer.de)

Neu im Infodienst Radikalisierungsprävention

Kurzinterviews: Welche Rolle spielt Prävention in der Praxis?
Radikalisierungsprävention – wen geht das etwas an? Warum sollten sich zum Beispiel Jugendämter, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter/-innen oder Betreuer/-innen in Flüchtlingsunterkünften sich damit beschäftigen?

Die Redaktion des Infodienstes hat im Rahmen einer Fortbildung der bpb zur Präventionspraxis Interviews mit Teilnehmenden geführt. Wir haben gefragt, aus welchen Gründen diese sich für die Fortbildung entschieden haben und welche Erkenntnisse und Handlungsansätze sie für ihre tägliche Arbeit mitnehmen konnten.

Zum Beitrag im Infodienst: http://www.bpb.de/248647

Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Erklärfilm "Das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit" aus dem Dossier Islamismus
Im neuen Erklärfilm aus dem bpb-Dossier Islamismus beschäftigen sich vier Experten mit dem Spannungsverhältnis von Freiheit und Sicherheit infolge des internationalen Dschihadismus seit 09/11. Sie sprechen über Fragen wie: Was bestimmt das Verhältnis von Sicherheit und Freiheit? Wie sollte dieses Verhältnis austariert sein? Was hat sich nach 9/11 geändert?

Die Interviewten:
  • Dr. Marwan Abou Taam (Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, Politologe und Islamwissenschaftler)
  • Markus Beckedahl (Chefredakteur netzpolitik.org)
  • Holger Münch (Präsident Bundeskriminalamt)
  • Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (Philosoph)
Das 19-minütige Video ist in der Mediathek der bpb abrufbar:
Video-Icon http://www.bpb.de/mediathek/247089/das-verhaeltnis-von-freiheit-und-sicherheit

Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Fachtagung „Praxis der Radikalisierungsprävention“, 8.-9. Juni, Hannover
Mit einer Reihe von Maßnahmen der Radikalisierungsprävention haben in den vergangenen Jahren Bund, Länder und Kommunen auf die neosalafistische Mobilisierung reagiert. Bei der Tagung werden die unterschiedlichen Formate aus der Praxis der Radikalisierungsprävention im Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft vorgestellt, analysiert und diskutiert. Ziel ist, die Präventionsarbeit noch stärker zu vernetzen sowie Erfahrungen zu nutzen und weiterzuentwickeln.

Fokussiert werden insbesondere Aufbau, Gestaltung, Durchführung und Evaluierung der Beratungsangebote. Ferner geht es um europäische Beispiele für Beratungsansätze: Was wurde implementiert, wie funktionieren die Ansätze, welche Probleme bestehen und wo gibt es noch Entwicklungsbedarf?

Organisiert wird die Fachtagung vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Termin: 8.-9. Juni 2017
Ort: Werkhof Hannover-Nordstadt, Schaufelder Straße 11, 30167 Hannover
Anmeldung: Mit Angabe Ihrer Kontaktdaten und Nennung Ihrer Institution bis 31.5.17 per Mail unter praevention@ms.niedersachsen.de. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Kosten: Die Teilnahme am Fachtag ist kostenfrei.

Download des Programms: http://www.bpb.de/politik/extremismus/radikalisierungspraevention/248060/praxis-der-radikalisierungspraevention-8-9-juni-2017-hannover

Fachkräfteaustausch "Angebote der politischen Bildungsarbeit an Justizvollzugsanstalten", 23. Juni, Hannover
Im Feld der Deradikalisierung und Prävention von rechtsextremen und islamistischen Einstellungen wurden in den letzten Jahren unterschiedliche Projekte der politischen Bildung an Justizvollzugsanstalten erfolgreich umgesetzt. Im Rahmen des Fachkräfteaustauschs am 23. Juni in Hannover sollen Ansätze, Konzepte und Erfahrungen im Themenfeld Bildung diskutiert werden. Wichtige Fragen sind dabei unter anderem:
  • Welchen Beitrag zur Prävention von rassistischen und menschenverachtenden Ideologien können Angebote der politischen Bildung an Justizvollzugsanstalten leisten? Wie kann damit zur Förderung eines demokratischen und menschenrechtsorientierten Bewusstseins beigetragen werden?
  • Wie verhalten sich Ansätze der Prävention und Intervention zueinander? Welche Schnittmengen gibt es im Bereich der Rechtsextremismusprävention und Prävention von islamistischen Ideologien?
Termin: 23. Juni 2017
Ort: Niedersächsisches Justizministerium, Am Waterlooplatz 1, 30169 Hannover
Anmeldung: Franziska Göpner, Tel: +49 30 288 8656-28, E-Mail: goepner@annefrank.de
Kosten: Die Teilnahme am Fachkräfteaustausch ist kostenfrei.

Weitere Informationen: https://www.annefrank.de/termine/termine-detail/termine-single-pfad/bundesweiter-fachkraefteaustausch

Münchner Volkstheater: "Verstehen Sie den Dschihadismus in acht Schritten!"
Im Theaterstück "Verstehen Sie den Dschihadismus in acht Schritten!" werden am Münchner Volkstheater drei unterschiedliche Geschichten aus der westlichen Wohlstandsgesellschaft erzählt, die eines gemeinsam haben: Die individuelle Suche der Figuren nach Halt und Geborgenheit entwickelt sich zu einer Flucht in eine radikale Gedankenwelt mit tragischen Konsequenzen.

Zu dem Stück stellt das Volkstheater Unterrichtsmaterialien bereit. Diese enthalten Hintergrundinformationen zur Autorin des Theaterstücks sowie zu Handlung, Aufbau, Figuren, Motiven und der Inszenierung. Außerdem werden Anregungen für die Auseinandersetzung mit der Inszenierung gegeben.

Zur Internetseite des Volkstheaters: https://www.muenchner-volkstheater.de/spielplan/premieren/verstehen-sie-den-dschihadismus-acht-schritten

Abschlusskonferenz "Community Counteracting Radicalisation (CoCoRa) – towards a community-based prevention strategy", 19. September, Berlin
CoCoRa ist ein zweijähriges Projekt mit Partnerorganisationen aus fünf europäischen Ländern mit dem Ziel, eine Community-basierte, kooperative Präventionsstrategie zu entwickeln. Es wird vom Erasmus-Programm der Europäischen Kommission kofinanziert.

Bei der Abschlusskonferenz werden die Ergebnisse vorgestellt und in Workshops diskutiert.

Termin: 19. September 2017, 10:30-17:00 Uhr
Ort: Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin
Anmeldung: per E-Mail bei der Koordinatorin Margit Helle Thomsen unter mht@mhtconsult.dk. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei.

Zur Website von CoCoRa: http://cocoraproject.eu

Workshop „Islamismus und Islamfeindlichkeit im Unterricht begegnen“, 26. September, Hamburg
Das Landesinstitut Hamburg unterstützt Schulen im Themenfeld Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit mit einem Beratungsteam. Das Team ist präventiv tätig und bietet sowohl schulinterne als auch zentrale und externe Beratungs- und Fortbildungsangebote für Lehrer/-innen, Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie Schulleitungen an Hamburger Schulen zu den unterschiedlichen Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit an (wie Islamfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus).

Am 26. September findet der Workshop „Islamismus und Islamfeindlichkeit im Unterricht begegnen“ statt. Aus Sicht der Veranstalter/-innen kommt dem Zusammenspiel von politischer Bildung und demokratiepädagogischen Ansätzen eine zentrale Bedeutung zu. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht der Unterricht in der Schule mit Unterrichtsentwürfen, Ideen, demokratiepädagogischen Anregungen, Vorschlägen und Handlungskonzepten.

Neben dem Workshop macht das Landesinstitut für Lehrerbildung zahlreiche weitere Angebote zum Themenfeld Islamismus und Radikalisierung in der Schule.

Termin: 26.09.2017, 16:00 bis 19:00 Uhr (weitere Termine auf der Seite des LI-Hamburg)
Ort: Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
Fächer: Gesellschaft, Demokratiepädagogik, Sozial- und Rechtserziehung
Schularten: Berufliche Schule, Gymnasium, Stadtteilschule
Kosten: Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei.

Anmeldung und weitere Informationen: http://tis.li-hamburg.de/web/guest/catalog/detail?tspi=41361_

Fachtag: „Prävention als Beitrag zu gesellschaftlicher Integration?“, 26. Oktober, Dreieich
Auf dem Fachtag wird das Verhältnis von Prävention und Integration einer kritischen und praxisorientierten Reflektion unterzogen. Am Vormittag geben Prof. Dr. Annette Treibel (Hochschule Karlsruhe) und Prof. Dr. Andreas Zick (Universität Bielefeld) in Vorträgen inhaltliche Impulse. In einer nachmittäglichen Workshop-Phase wird die Thematik auf Handlungsfelder wie Schule, Migrantenorganisation und Jugendarbeit angewendet. Eingeleitet wird der Tag mit einem Markt der Möglichkeiten. Den Fachtag veranstaltet das Projekt „PRO Prävention – gegen religiös begründeten Extremismus“ des Fachdienstes Integrationsbüro des Kreises Offenbach.

Termin: 26. Oktober 2017, 9:30-16:00 Uhr
Ort: Haus des Lebenslangen Lernens, Frankfurter Straße 160-166, 63303 Dreieich
Anmeldung: per E-Mail unter propraevention@kreis-offenbach.de
Zielgruppe: Fachkräfte und ehrenamtlich Engagierte staatlicher und zivilgesellschaftlicher Präventions- und Integrationsarbeit sowie Schule, Jugendarbeit, Migrantenorganisationen, Flüchtlingsarbeit, Politiker/-innen sowie Expert/-innen der Sicherheitsbehörden und den Sozial- und Geisteswissenschaften
Zur Website von PRO Prävention: https://www.kreis-offenbach.de/Pro-Pr%C3%A4vention

Podiumsdiskussion: „Glaube, Moral, Recht: Was bietet uns Orientierung in der Vielfalt?“, 30. November 2017, Dietzenbach
Das Leben in gesellschaftlicher Vielfalt kann zu sozialen Konflikten führen. Das zeigen aktuelle Prozesse gesellschaftlicher Polarisierung und die Verbreitung anti-pluralistischer Einstellungen. An welchen Werte- und Normvorstellungen orientieren Menschen in Deutschland heute ihr Handeln? Wann machen wir Zugeständnisse und wie halten wir Widersprüche zwischen unseren Überzeugungen und der Lebenswirklichkeit in der Gesellschaft aus? Darüber diskutieren im November in Dietzenbach unter anderem Prof. Dr. Susanne Schröter (Universität Frankfurt), Prof. Dr. Thomas Fischer (Richter am BGH und Zeit-Kolumnist) und Prof. Dr. Gert Pickel (Universität Leipzig). Organisiert wird die Podiumsdiskussion von „PRO Prävention“.

Termin: 30. November 2017, 19:00 Uhr
Ort: Kreistagssitzungssal im Kreishaus Dietzenbach, Werner-Hilpert-Straße 1, 63128 Dietzenbach
Zielgruppe: Interessierte Bürgerinnen und Bürger in und außerhalb des Kreises Offenbach
Zur Website von PRO Prävention: https://www.kreis-offenbach.de/Pro-Pr%C3%A4vention

Materialien, Handreichungen, Broschüren und Berichte

Jugendbuch und Unterrichtsmaterial: "Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten" (Benno Köpfer, Peter Mathews)
Im Buch wird die Geschichte des 16jährigen Kadir aus Hamburg erzählt – und zwar von Mark, seinem besten Freund. Eines Tages steht Kadir vor dem Hamburger Fußballstadion auf St. Pauli. Die Sporttasche zu seinen Füßen, reckt er die Hand mit dem Handy in die Höhe und ruft: "Allahu Akbar!" Gott ist groß! Wird er sich und Hunderte Unschuldige gleich in die Luft sprengen? Mark berichtet, was zuvor geschah. Im Fußball hätte Kadir vielleicht Karriere machen können, aber er entscheidet sich anders. Nachdem er die Brüder vom Kulturverein kennenlernt, radikalisiert er sich immer mehr und rutscht ab. Irgendwann zählen seine alten Freunde nicht mehr. Stattdessen bricht er nach Syrien auf. Er will IS-Kämpfer werden. Eine dunkle Reise beginnt.

"Ein komplexes Thema fesselnd, leidenschaftlich und mit Gespür für die menschlichen Untiefen der Charaktere erzählt." Ahmad Mansour, Diplompsychologe und Autor von "Generation Allah"

Das Buch ist bei dtv erschienen und umfasst 336 Seiten. Es kann zum Preis von 9,95 Euro bestellt werden:
https://www.dtv.de/buch/benno-koepfer-peter-mathews-kadir-der-krieg-und-die-katze-des-propheten-65023/

Lehrkräfte können sich registrieren und erhalten dann Zugang zum Unterrichtsmaterial.

Methodenhandbuch zum kommunalen Mentoring für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe
Das Methodenhandbuch von Violence Prevention Network (VPN) bietet praktische Übungen für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, die mit Eltern im Gruppensetting arbeiten möchten. Es enthält einleitende Übungen sowie jeweils vier Übungen zu den drei Schwerpunkten "Religionen und Grundlagen des Islam", "Rechtspopulismus und Rechtsextremismus" und "Menschen auf der Flucht". Die vorgestellten Übungen wurden alle in der Praxis durchgeführt.

Das Handbuch umfasst 32 Seiten und kann kostenfrei auf der Website von VPN heruntergeladen werden: http://www.violence-prevention-network.de/de/publikationen/methodenhandbuecher

Methodenhandbuch mit Übungen zur interkulturellen/interreligiösen Arbeit mit Jugendlichen
Im Handbuch werden praktische Ergebnisse der interkulturellen und interreligiösen Arbeit mit Jugendlichen in Berlin Wedding beschrieben. Im Rahmen des VPN-Projekts "Maxime Wedding – Interkulturelles Präventionsprojekt" hatte ein interkulturell und interreligiös zusammengesetztes Team drei Jahre lang mehrtägige Workshops und Seminarreihen durchgeführt – vor allem mit Jugendlichen der 8. bis 10. Jahrgangsstufen an Sekundarschulen.

Die Verfasser/-innen vermitteln einen Einblick in diese Arbeit und wollen Fachkräfte dazu einladen, sich auf die Suche zu begeben – bei sich selbst und in der Arbeit mit Jugendlichen. Zu vier Themenkomplexen werden Übungen vorgestellt: "Ich und meine Person", "Ich und meine Familie", "Ich und die Gruppe" sowie "Ich und die Gesellschaft".

Das Handbuch umfasst 24 Seiten und kann kostenfrei auf der Website von VPN heruntergeladen werden: http://www.violence-prevention-network.de/de/publikationen/methodenhandbuecher

Sammelband: "Islamismus in der Schule: Handlungsoptionen für Pädagoginnen und Pädagogen" (Jan-Friedrich Buckermann, Karsten Jung)
Im Sammelband wird das Phänomen "Islamismus an Schulen" mit Beiträgen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Woran erkennt man Islamisten unter den Schülerinnen und Schülern? Wo ist die Trennlinie zwischen konservativem Islam und Islamismus? Was kann man tun, um dem Islamismus zu begegnen? Er bietet eine Bestandsaufnahme, juristische und politische sowie religionspädagogische Handlungsoptionen. Durch ein breites Spektrum von Autoren aus verschiedenen Religionen soll eine möglichst hohe Bandbreite der Ansätze sichergestellt werden.

Zur Besprechung des Sammelbandes auf deutschlandfunk.de: http://www.deutschlandfunk.de/islamismus-in-der-schule-wie-lehrer-auf-radikalisierung.1148.de.html?dram:article_id=384259

Das Buch ist bei der Verlagsgruppe Vandenhoek & Ruprecht erschienen und umfasst 176 Seiten. Es kann zum Preis von 22,00 Euro bestellt werden: http://www.v-r.de/de/islamismus_in_der_schule/t-0/1039270/

Aktuelle Meldungen

Ausschreibung: ufuq.de sucht für Online-Projekt Projektkoordination und wissenschaftliche/-n Mitarbeiter/-in
Das Projekt „#bildmachen – Politische Bildung und Medienpädagogik zur Prävention religiös-extremistischer Ansprachen in Sozialen Medien“ wendet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren in schulischen und außerschulischen Einrichtungen. Es fördert die aktive Nutzung von Online-Medien in der Begegnung mit religiös-extremistischen Ansprachen. Jugendliche sollen eigene Online-Inhalte gestalten und dabei Bezüge zu persönlich relevanten Themen und lokalen Zusammenhängen herstellen. ufuq.de plant das Projekt ab 1. Juli 2017 mit mehreren Partnern in vier Bundesländern umzusetzen und sucht dafür zwei Mitarbeiter/-innen. Arbeitsplatz ist Berlin.

Zur Ausschreibung „Projektkoordinator/-in“: http://www.ufuq.de/projektkoordination-fuer-online-projekt-bildmachen-gesucht/
Zur Ausschreibung „Wissenschaftliche/-r Mitarbeiter/-in“: http://www.ufuq.de/wissenschaftliche_-mitarbeiter_in-fuer-das-online-projekt-bildmachen-gesucht/

Verfassungsschutz Sachsen: Salafistische Moschee Anlaufstelle für Geflüchtete
Sachsens größte Moscheengemeinde, die Al-Rahman-Moschee in Leipzig, hat durch die Flüchtlingswelle enormen Zulauf bekommen, so der sächsische Verfassungsschutz. Die Moschee gilt als Schwerpunkt salafistischer Bestrebungen. Ihre wachsende Popularität hängt nach Ansicht der Geheimdienstler auch damit zusammen, dass es den Besuchern "schlicht an Alternativen fehlen dürfte, andere Moscheen zum Gebet aufzusuchen". Experten sehen das mit Sorge. Denn der Verfassungsschutz warnt auch davor, dass mit einer Radikalisierung von Migranten gerechnet werden müsse, die bis dahin keine Verbindungen zu islamistischen Strukturen hatten.

Zum Beitrag in der Leipziger Volkszeitung: http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Geheimdienst-fuerchtet-Radikalisierung-von-Migranten-in-Leipziger-Moschee

Niedersachsen: Präventionsstelle gegen islamistische Radikalisierung wird aufgestockt und sucht Mitarbeiter/-innen
Wegen der hohen Zahl an Beratungsfällen wird die Präventionsstelle gegen islamistische Radikalisierung in Niedersachsen von zwei auf acht Mitarbeiter/-innen aufgestockt. Derzeit werden rund 100 Fälle behandelt, so Christian Hantel, Leiter der Präventionsstelle "Die zweite Generation der Salafisten beschäftige inzwischen die Experten. Dabei handele es sich um die Kinder radikalisierter Eltern, die teils bereits in der Grundschule oder selbst im Kindergarten verhaltensauffällig werden.", berichtet die Hannoversche Allgemeine am 10.4.17.

Zum Beitrag in der Hannoverschen Allgemeinen: http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Viele-Hinweise-auf-junge-Islamisten
Zur Stellenausschreibung: https://www.beraten-niedersachsen.de/stellenangebote

NRW baut Programm zur Deradikalisierung in Haftanstalten auf
NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) hat im Februar in der Justizvollzugsanstalt Remscheid ein Programm zur Prävention und Deradikalisierung im Justizvollzug vorgestellt. In den 36 Justizvollzugsanstalten des Landes sollen Maßnahmen gegen die Radikalisierung von Gefangenen ergriffen werden. Religiöser und politisch motivierter Extremismus hätten in den Haftanstalten keine Chance, so das Ministerium.

Zur Ankündigung des Ministeriums: https://www.land.nrw/de/termin/justizminister-thomas-kutschaty-stellt-programm-zur-praevention-und-deradikalisierung-im

Neueröffnung weiterer Wegweiser-Standorte: Aachen, Herford, Bielefeld
NRW-Innenminister Jäger hat im April und Mai drei neue Wegweiser-Standorte eröffnet. In Aachen wird die Beratungsstelle von der Stadt getragen, in Bielefeld und Herford ist der Träger die Arbeiterwohlfahrt. "Wegweiser" gibt es an bislang dreizehn Standorten in NRW. Ab 2017 soll das Angebot auf bis zu 25 Beratungsstellen ausgebaut werden. Auch mobile Teams sind geplant. Pro Woche und Standort gibt es rund 50 Beratungsanfragen.

Weitere Informationen zu Aachen in der Pressemitteilung: https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/wegweiser-schuetzt-auch-aachen-vor-gewaltbereiten-salafisten Weitere Informationen zu Bielefeld und Herford in der Pressemitteilung: https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/wegweiser-schuetzt-bielefeld-und-herford-vor-gewaltbereiten-salafisten

Heidelberg: Neues Präventionsprojekt "Quwwa" gestartet
Die Mitarbeiter/-innen des Projekts "Quwwa" – auf Arabisch "Stärke" – werden in Heidelberger Schulen Unterstützung leisten. Mit Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte, Workshops für Schülerinnen und Schüler und einer Hotline für Fragen soll ein niedrigschwelliges und ganzheitliches Angebot geschaffen werden. Das bei Mosaik Deutschland e. V. angesiedelte Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Heidelberg und des Vereins Sicheres Heidelberg e. V. in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Mannheim.

Weitere Informationen in der Pressemitteilung: http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/14915/3620392

"Beratungsstelle Radikalisierung" im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wird fünf Jahre alt – Rückblick und weitere Entwicklung
Seit fünf Jahren betreibt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die "Beratungsstelle Radikalisierung", die auf Initiative des Innenministeriums (BMI) als Modellprojekt eingerichtet worden war. Seitdem haben die Berater/-innen mehr als 3.400 Anrufe über die zentrale Hotline entgegengenommen. In etwa der Hälfte der Fälle haben die Ratsuchenden eine ausführliche und professionelle Beratung durch die zivilgesellschaftlichen Partner vor Ort in Anspruch genommen.

Um dem erhöhten Beratungsbedarf im Umfeld von Flüchtlingen nachkommen zu können, rufen BMI und das BAMF nun ein weiteres gemeinsames Projekt ins Leben. Für das Projekt stehen rund 650.000 Euro Fördergelder zur Verfügung. Das gab Innenminister De Maizière auf der Pressekonferenz anlässlich des Jubiläums bekannt.

Weitere Informationen in der Meldung des BMI: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2017/05/5-jahre-beratungsstelle.html

Neuerscheinungen

Sammelband: "Salafismus und Dschihadismus in Deutschland – Ursachen, Dynamiken, Handlungsempfehlungen"
Der Band beleuchtet bisher wenig erforschte Bereiche wie die organisatorischen Strukturen der salafistischen Bewegung und ihre transnationale Vernetzung. Wie rekrutieren die Bewegungen ihre Mitglieder? Und wie rechtfertigen sich insbesondere Dschihadisten? Die Autorinnen und Autoren bewerten laufende Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen und schlagen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Dabei verengen sie den Blick nicht auf sicherheitspolitische Fragen, sondern nehmen in interdisziplinärer Perspektive Salafismus und Dschihadismus auch als gesellschaftliche Herausforderung ernst.

Mit Beiträgen von Marwan Abou Taam, Claudia Dantschke, Aladin El-Mafaalani, Wolfgang Frindte, Rüdiger Lohlker, Ahmad Mansour, Götz Nordbruch, Daniela Pisoiu, Nico Prucha, Susanne Schröter, Riem Spielhaus, Nina Wiedl und Andreas Zick.

Das Buch ist im campus-Verlag erschienen und kann zum Preis von 24,95 Euro bestellt werden: http://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wissenschaft/politikwissenschaft/salafismus_und_dschihadismus_in_deutschland-10452.html

Fethi Benslama: "Der Übermuslim. Was junge Menschen zur Radikalisierung treibt"
Warum radikalisieren sich Jugendliche, die weder aus besonders schwierigen Verhältnissen stammen, noch als ungewöhnlich religiös bekannt waren, innerhalb kürzester Zeit zu gewaltbereiten Islamisten und wollen fortan in Syrien oder hierzulande in den Dschihad ziehen? Warum gelingt es islamischen Fundamentalisten weltweit so leicht, moderate Muslime unter Druck zu setzen, weil sie nicht islamisch genug seien?

Fethi Benslama, der 15 Jahre in der Pariser Vorstadt mit radikalisierten Jugendlichen gearbeitet hat, zeigt in seinem Essay, dass weder theologische noch soziologische Erklärungsansätze ausreichen. Vielmehr muss psychologisch gefragt werden, welchen seelischen Gewinn die Einzelnen aus der islamistischen Radikalisierung ziehen.

"[...] Standarderklärungen reichen offensichtlich nicht aus, um die Ursachen des radikalisierten Islam zu erklären. Benslama diagnostiziert hingegen mit psychoanalytischem Sachverstand eben jene Macht des Übermuslim, die vom Muslim verlangt, ›Buße zu tun und zu bereuen, sich zu reinigen und ein Leben ganz in Übereinstimmung mit dem Koran zu führen‹. Eine erstaunliche Tiefenlotung in die Fantasmen der Angst, die der Übermuslim in jungen Muslimen freisetzt. Wir befinden uns in Abgründen der Seele." Andreas Wang, NDR Kultur

Das Buch ist bei Matthes & Seitz erschienen und umfasst 141 Seiten. Es kann zum Preis von 18,00 Euro bestellt werden: http://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/der-uebermuslim.html

Gilles Kepel: "Der Bruch – Frankreichs gespaltene Gesellschaft"
Durch die französische Gesellschaft zieht sich ein Bruch, der sich auch in dem Zuspruch ausdrückt, den der rechtsradikale Front National erfährt. Maßgeblich dazu beigetragen hat der islamistische Terror, der in Frankreich bis jetzt 239 Opfer gefordert hat. In seinem neuen Buch erläutert der Soziologe und Islamwissenschaftler Gilles Kepel, dass es das Ziel dieser mörderischen Provokationen ist, die Gesellschaft in einen Bürgerkrieg zu treiben.

Dafür versuchen die Dschihadisten, die französischen Muslime einzuspannen, die sich durch die wachsende "Islamophobie" in der Gesellschaft immer mehr in die Enge getrieben fühlen. Die Politiker, die mit der Bedrohung durch den Islamismus vor der anstehenden Wahl Propaganda machen, gehen damit den Terroristen in die Falle. Gilles Kepel erklärt die Zusammenhänge und plädiert für ein Engagement der aufgeklärten Bürger, sich nicht in diese falsche Konfrontation treiben zu lassen.

"Besorgt über den Mangel an Substanz in der Politdebatte, legt Gilles Kepel nun, im Kontext der Präsidentschaftswahl, ein weiteres Werk vor. Es basiert auf wöchentlichen Gesprächen, in denen Kepel zwischen September 2015 und Juli 2016 auf Radio France Culture Auskunft zu allen möglichen Fragen des Islams, des Terrorismus und der Nahostpolitik gegeben hat. (...) Kepels Einwurf ist eine wichtige Warnung." Claudia Mäder, NZZ am Sonntag

Das Buch ist im Kunstmann-Verlag erschienen und umfasst 240 Seiten. Es kann zum Preis von 20,00 Euro bestellt werden: http://www.kunstmann.de/titel-0-0/der_bruch-1272/

Audio- und Videobeiträge

Video: "Life Inside Islamic State” (BBC Radio 4)
In einer animierten Kurzdokumentation berichtet ein Aktivist aus Raqqa vom Horror des alltäglichen Lebens unter der Herrschaft des sogenannten Islamischen Staats. Für die Dokumentation stand BBC Radio 4 Korrespondent Mike Thomson in sporadischem Kontakt mit dem Aktivisten, der ihm tagebuchartige Aufzeichnungen übermittelte.

Länge: 17 Minuten
Sprache: Englisch
Kostenfrei online verfügbar: https://vimeo.com/207163783

Dokumentation: "Europas Muslime" (Arte)
Selten zuvor wurde so viel über den Islam gestritten wie im Jahr 2016. Ist er eine Religion der Gewalt? Die Journalistin Nazan Gökdemir und der Islamkritiker und Schriftsteller Hamed Abdel-Samad haben sich auf eine Reise durch Europa begeben, um mit den Muslimen selbst zu sprechen. Im Kopf: viele Fragen, viel Unsicherheit und eine Menge Gesprächsbedarf.

Teil 1 kostenfrei online verfügbar in der Arte-Mediathek: http://www.arte.tv/de/videos/068423-001-A/europas-muslime-1-2 (53 Minuten, verfügbar bis 10.7.2017)
Teil 2 kostenfrei online verfügbar in der Arte-Mediathek: http://www.arte.tv/de/videos/068423-002-A/europas-muslime-2-2 (52 Minuten, verfügbar bis 10.7.2017)


Ihr Kommentar:

(*) Diese Felder sind Pflichtfelder

Ihr Kommentar wird von der Redaktion geprüft und dann freigeschaltet



Veranstaltungsdokumentation (Februar 2018)

Mit Gewalt ins Paradies (Schwerin, Februar 2018)

Mit immer neuen Handelnden im Feld steigt auch der Bedarf nach der Vermittlung von Ansatzpunkten für Prävention. Der Fachtag in Schwerin war ein Ausgangspunkt für diesen Wissenstransfer. Den ganzen Tag über standen Chancen und Grenzen der Radikalisierungsprävention im Fokus der Diskussion.

Mehr lesen

Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

Mehr lesen

Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

Mehr lesen

Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

Sie möchten den Infodienst Radikalisierungsprävention verlinken? Diese Textbausteine und Grafiken können Sie dafür verwenden.

Mehr lesen