Herausforderung Salafismus


Zahlen zur salafistischen Szene in Deutschland

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und andere Fachleute bezeichnen die salafistische Szene als die am schnellsten wachsende Strömung aus dem großen Spektrum islamistischer Gruppen. Circa 10.800 Personen bundesweit rechnet der Verfassungsschutz dem Salafismus zu (Stand Dezember 2017). Im Jahr 2011 waren es schätzungsweise 3.800 Personen.

Die Mehrzahl zählt demnach zum sogenannten politischen Salafismus. Dessen Anhänger konzentrieren sich auf "Missionierung" und rufen nicht offen zu Gewalt auf. Teilweise sprechen sie sich sogar gegen Gewalt aus. Zur Zahl der gewaltbereiten Salafisten macht das Bundesamt für Verfassungsschutz keine Angaben. In Nordrhein-Westfalen stuft das Landesamt für Verfassungsschutz circa 780 Personen aus der Szene als gewaltbereit ein – bei insgesamt 3.000 Szeneangehörigen in NRW (Stand Dezember 2017).

Als sogenannte islamistische Gefährder gelten bundesweit laut Bundeskriminalamt 690 Personen (Stand Juli 2017). Als Gefährder werden Personen eingestuft, bei denen die Sicherheitsbehörden annehmen, dass sie politische Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen könnten.

Der Schritt zur Gewaltanwendung ist in der salafistischen Szene jedoch klein, so der Verfassungsschutz. So sind in den vergangenen Jahren insgesamt circa 960 Szeneanhänger in Richtung Syrien und Irak gereist, um dort den sogenannten IS oder andere terroristische Gruppierungen zu unterstützen (Stand Dezember 2017). Rund ein Fünftel davon ist weiblich, und der überwiegende Teil der Ausgereisten ist jünger als 30 Jahre. Etwa ein Drittel der Ausgereisten befindet sich mittlerweile wieder in Deutschland.


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Kommentare anderer Nutzer

Hannah Zilesch | 17.05.2018 um 14:09 [Antworten]

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