HERAUSFORDERUNG ISLAMISMUS Infodienst Radikalisierungsprävention

27.3.2019

Studien und Berichte März 2019

Jugendschutz.net: Islamistische Inhalte auf Telegram

Der Messenger-Dienst Telegram hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Verbreitungswege für islamistische Propaganda im Netz entwickelt. Durch Tod oder Festnahme vieler Akteure vor allem aus dem gewaltbereiten Spektrum sowie territoriale Verluste des "IS" in Syrien und dem Irak hat sich auch die Online-Propaganda verändert. Jugendschutz.net hat auf der Internetseite "Hass im Netz" einen Report mit aktuellen Beispielen veröffentlicht.

Bis 2017 wurde seitens des sogenannten Islamischen Staates und dessen Sympathisanten noch intensiv zur Ausreise aufgerufen und mit Bildern und Videos für ein angeblich ideales und intaktes "Kalifat" geworben. Zwar finden sich auf Telegram weiterhin offensichtlich dschihadistische Beiträge, die Propaganda wird jedoch zunehmend dominiert von Angeboten, die mit einer lebensweltnahen Kommunikation und subtileren Ansprache junge Userinnen und User für ihre Ideologie gewinnen wollen.

Zum Report auf hass-im-netz.de

„Extreme Out“: Abschlussdokumentation mit Handlungsempfehlungen

Zum Projekt „Extreme out – Empowerment statt Antisemitismus“ ist eine ausführliche Abschlussdokumentation erschienen. Sie enthält unter anderem eine Analyse des Themas „Antisemitismus bei muslimischen Jugendlichen in Deutschland“. Darüber hinaus stellt sie die zentralen Module und Kerninhalte des Projekts vor und gibt Handlungsempfehlungen für die politische Bildungsarbeit. Durchgeführt wurde das Projekt an Schulen in Dinslaken und Duisburg, gefördert wurde es vom Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge.

Zum Download: www.lib-ev.de

bicc: "Theologie, Therapie oder Teilhabe? Deutscher Salafismus, Radikalisierung und die Suche nach Präventionsstrategien" (CoRE Report 8)

Im Rahmen des Projekts "Radikalisierungsprävention in Nordrhein-Westfalen: Wie können die Kapazitäten von Intermediären gestärkt werden?" wurde ein erstes Working Paper veröffentlicht. In diesem regt Marc von Boemcken drei mögliche Orientierungspunkte für die Entwicklung inländischer Präventionsstrategien an: Fokus auf Gewaltprävention, Bekämpfung von Muslimfeindlichkeit, Ermöglichung der gewaltfreien Austragung von Wertekonflikten.

Im Projekt sollen in den nächsten anderthalb Jahren konkrete Empfehlungen für die praktische Präventionsarbeit in Nordrhein-Westfalen erarbeitet werden. Das Projekt wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und durch das CoRE-Netzwerk wissenschaftlich koordiniert ("Connecting Research on Extremism").

Zum Download auf bicc.de

Fachhochschule Dortmund: "Die jugendkulturelle Dimension des Salafismus aus der Genderperspektive" (CoRE Report 7)

Auch das Forschungsprojekt "Die jugendkulturelle Dimension des Salafismus" der Fachhochschule Dortmund hat einen ersten Report veröffentlicht. In diesem führen die Autor/-innen unter anderem empirische Befunde dafür auf, dass Salafismus eine Jugendkultur darstellt. Sie listen Ursachen dafür auf, dass sich Jugendliche salafistischen Szenen anschließen, sie begründen die Attraktivität strenger religiöser Ansichten für Jugendliche und erläutern, warum der Salafismus für Mädchen und junge Frauen attraktiv sein kann.

Das Projekt geht der Frage nach, weshalb salafistisch-islamistische Ansichten für junge Menschen attraktiv sind. Das Projekt wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und durch das CoRE-Netzwerk wissenschaftlich koordiniert ("Connecting Research on Extremism").

Zum Download des Reports auf uni-bielefeld.de

RAN: Ex Post Beiträge

Das europäische Radicalisation Awareness Network (RAN) hat eine Reihe von Beiträgen in englischer Sprache veröffentlicht, die im Rahmen von Veranstaltungen des Netzwerks entstanden sind ("Ex-Post-Papers"):

The role of primary education in preventing radicalisation: a realistic and optimistic perspective

High-Level Conference on child returnees and released prisoners

The challenge of resocialisation: Dealing with radicalised individuals during and after imprisonment

Revisiting the notion of prison as a breeding ground for radicalisation