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Herausforderung Salafismus

2.10.2019

Aktuelle Meldungen

Zahl der islamistischen Gefährder geht zurück

In Deutschland sinkt die Zahl der islamistischen Gefährder, berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf das Bundeskriminalamt. Aktuell gäbe es 702 Gefährder; vor einem Jahr seien es noch 774 gewesen. Das entspräche einem Rückgang von knapp zehn Prozent. Allerdings sei die Zahl der "relevanten Personen" um 42 Personen auf 512 gestiegen. So werden potenzielle Unterstützer von Terroristen bezeichnet. Das BKA führe den Rückgang der Gefährderanzahl auf Abschiebungen, Deradikalisierungmaßnahmen und Neubewertungen durch das Analyse-Instrument "Radar-iTE" zurück.

Zum Bericht auf tagesspiegel.de

Syrische Lager: Kurden warnen vor Rückkehr des "IS" und vor Radikalisierung von Kindern

Syriens Kurden warnten vor einem Wiedererstarken des sogenannten Islamischen Staates (IS) und einer drohenden Massenflucht gefangener Dschihadisten, berichtet der Tagesspiegel. "IS"-Anhänger organisieren sich demnach in den Auffanglagern in Nordsyriens kurdischer Autonomiezone und in Verstecken im Ostirak.

Im Lager Al-Haul gäbe es außerdem viele Anhängerinnen des "IS", die weiterhin dessen Ideologie verträten. Ihre kurdischen Bewacher zeigten sich besorgt, die Kinder in dem Lager im Norden Syriens könnten ebenfalls zu "Terroristen" werden, da es kein Programm zur Deradikalisierung gäbe, so Focus und CNN.

Auswärtiges Amt holt Waisenkinder von "IS"-Anhängerinnen aus Syrien nach Deutschland

Das Auswärtige Amt hat vier (Waisen-)Kinder von deutschen Anhängerinnen des sogenannten Islamischen Staats (IS) aus dem syrischen Lager Al-Haul nach Deutschland bringen lassen, berichtet Spiegel Online. Es handle sich um drei Kinder von zwei getöteten Anhängerinnen des "IS" aus Baden-Württemberg und Hessen. Außerdem sei ein Kind einer im Lager lebenden Berlinerin zurückgeholt worden. Die Kinder würden zu Verwandten heimkehren.

Über den Umgang mit dem hessischen Kind berichtet die Neue Frankfurter Presse. Hessen hat sich demnach mit dem Projekt "Rückkehrkoordinierung" auf die Aufnahme der Kinder vorbereitet. Mit Unterstützung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge seien beim Landeskriminalamt zwei zusätzliche Stellen geschaffen worden, um die Fälle "ganzheitlich zu betreuen". Dazu würden Polizei, Verfassungsschutz, Jugendämter, Jobcenter sowie soziale und psychologische Dienste kooperieren.

Zwei Frauen wegen mutmaßlicher "IS"-Mitgliedschaft in Düsseldorf angeklagt

Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf haben Prozesse gegen zwei "IS"-Rückkehrerinnen begonnen, berichtet der WDR. Im August musste sich die 47-Jährige Mine K. aus Köln wegen der mutmaßlichen Mitgliedschaft in der Terrormiliz verantworten. Im September begann der Prozess gegen Derya Ö. aus Bochum.

Verfassungsschutz NRW startet satirischen YouTube-Kanal "Jihadifool"

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat einen satirischen YouTube-Kanal gestartet, berichtet die Deutsche Welle. Ziel sei, der Radikalisierung junger Menschen vorzubeugen. Innerhalb eines Jahres sollten 32 satirische Videos und 16 Sachvideos veröffentlicht werden. Die Kosten beliefen sich auf rund 500.000 Euro.

Zum Bericht auf dw.com

Zum YouTube-Kanal "Jihadifool"

Zum Beitrag "Studie: Videos gegen Extremismus? Counter-Narrative auf dem Prüfstand" im Infodienst

Verfassungsschutz Hamburg warnt vor Bildungszentrum der Furkan-Gesellschaft

Hinter einem Hamburger Bildungszentrum stünden laut dem Hamburger Verfassungsschutz Extremisten, berichtet der NDR. Es handle sich um die islamistische Furkan-Gemeinschaft. Der Verfassungsschutz warne vor dem Besuch des Zentrums. Die Furkan-Gemeinschaft werde seit 2016 vom Hamburger Verfassungsschutz beobachtet.

Zum Bericht auf ndr.de

Offenbach: Beratungsstelle für "Deradikalisierung" kaum gefragt

Die Resonanz auf die Anfang 2018 in Offenbach eröffnete "Beratungsstelle gegen religiös motivierten Extremismus" sei dürftig, berichtet die Frankfurter Rundschau. Aus Sicht von Thomas Mücke, Geschäftsführer des Trägers Violence Prevention Network, liege dies daran, dass sich die Anlaufstelle zu nahe an der Beratungsstelle in Frankfurt befinde. Außerdem gäbe es mit Pro Prävention im Kreis Offenbach ein weiteres Angebot in dem Bereich.

Bericht über Aussteiger-Programm "Aktion Neustart" in Niedersachsen

"Aktion Neustart" ist das niedersächsische Aussteiger-Programm für Islamisten. Seit dem Start vor zweieinhalb Jahren hätten 58 Menschen einen sogenannten Erstkontakt mit dem Programm gehabt, berichtet der NDR. Demnach hätten einige Personen von sich aus Hilfe erbeten, während andere von den Behörden angesprochen worden seien. 24 Fälle hätten zu einer sogenannten Ausstiegsbetreuung geführt. Auf diese Weise hätten sich bereits fünf Personen eindeutig von islamistischer Ideologie und der Szene gelöst. Bei elf Personen könne zum Teil von positiven Entwicklungen gesprochen werden, zum Teil sei noch keine Prognose möglich. In acht Fällen sei die Ausstiegsbetreuung vorzeitig beendet worden.

Zum Bericht auf ndr.de

Großbritannien: Muslimische Lifestyle-Website vom Innenministerium finanziert

In Großbritannien hat eine muslimische Lifestyle-Website finanzielle Förderung vom "Counter Extremism Programme" des Innenministeriums erhalten, berichten The Guardian und Spiegel Online. Leserinnen und Leser hätten ihren Ärger über die Finanzierung ausgedrückt und die Betreiber der Plattform SuperSisters beschuldigt, damit die muslimische Community zu betrügen. Die Social Media Managerin, die davon nichts gewusst hätte, habe daraufhin ihren Job gekündigt.

Zum Bericht auf theguardian.de

Zum Bericht auf spiegel.de

Islamunterricht in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz

Der Landtag in Nordrhein-Westfalen hat mit einem Beschluss kurz vor den Sommerferien sichergestellt, dass auch im Schuljahr 2019/2020 bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht stattfinden kann, berichtet die FAZ. Rund 19 000 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens erhalten demnach in NRW von 241 in Deutschland ausgebildeten Lehrkräften islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache. Dafür bedurfte es einer provisorischen staatsrechtlichen Brücke, so die FAZ. Denn die islamischen Verbände sind nicht als Religionsgemeinschaften anerkannt. In NRW nimmt daher ersatzweise ein Beirat diese Funktion ein. Er hat acht Mitglieder aus verschiedenen islamischen Organisationen.

In Hessen hat das Verwaltungsgericht Wiesbaden festgestellt, dass ein rein staatlicher Religionsunterricht unter bestimmten Umständen nicht gegen die Verfassung verstoße, so die FAZ. Das Land sei somit nicht mehr auf einen Partner wie die umstrittene türkisch-islamische Union Ditib angewiesen, sondern dürfe den Religionsunterricht auch selbständig erteilen.

In Rheinland-Pfalz gibt es staatlichen Islamunterricht zwar an 25 Schulen, allerdings nur im Rahmen von Modellprojekten, berichtet der SWR. Ein flächendeckendes Angebot sei bislang daran gescheitert, dass die Landesregierung keinen landesweiten Partner auf muslimischer Seite gefunden hat, mit dem sie den Unterricht organisieren könnte. Der staatliche Islamunterricht war in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, weil Experten vor dem Koran- und Islamunterricht einer Moschee in Mainz gewarnt hatten.

Zum Beitrag über NRW auf faz.net

Zum Beitrag über Hessen auf faz.net

Zum Beitrag über Rheinland-Pfalz auf swr.de


Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

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Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

Sie möchten den Infodienst Radikalisierungsprävention verlinken? Diese Textbausteine und Grafiken können Sie dafür verwenden.

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Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
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Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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