Herausforderung Salafismus

21.11.2019

Aktuelle Meldungen

Syrien: Türkische Offensive, Tod von al-Baghdadi

In zahlreichen Medienberichten wurden die jüngsten Ereignisse in Syrien analysiert. Dabei geht es vor allem darum, was sie für die Zukunft des sogenannten Islamischen Staat (IS) bedeuteten sowie für die Sicherheitslage in Europa.

Durch die türkische Offensive gegen die Kurden in Nordsyrien könnte der IS wieder erstarken, berichtet die Zeit. Das Lager Ain Issa, in dem IS-Leute gefangen gehalten würden, sei kaum noch bewacht. Je nach Berichten sollen etwa 100 Dschihadisten zusammen mit ihren Familien geflohen sein, insgesamt etwa 700 bis 800 IS-Anhänger/-innen.

Die möglichen Auswirkungen des Todes von IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi analysiert Yassin Musharbash in der Zeit. Der Tod von al-Baghdadi sei zwar eine Niederlage für den IS, aber nicht das Ende der Terrormiliz. Auch Islamwissenschaftler und Terrorismusexperte Guido Steinberg kommentiert die Ereignisse, ebenfalls in der Zeit. Es begänne damit eine neue Phase in der Terrorbekämpfung, die Europäer zwingen würde, mehr für ihre eigene Sicherheit zu tun, so Steinberg.

Türkei droht, "IS"-Mitglieder nach Deutschland abzuschieben

Anfang November hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan angekündigt, dass sein Land inhaftierte Anhänger des "Islamischen Staats" (IS) in ihre Herkunftsländer zurückschicken könnte, so die Zeit. Die Türkei hat demnach den deutschen Behörden die bevorstehenden Abschiebungen von insgesamt elf Menschen angekündigt. Wer diese Menschen sind, und wie sich die Bundesländer auf ihre Rückkehr vorbereiten, beschreibt der Beitrag.

Zum Bericht auf zeit.de

"Demokratie leben!": Änderungen sorgen für Kritik

Familienministerin Giffey (SPD) steht in der Kritik, weil sie das Bundesprogramm "Demokratie leben!" umstrukturiert hat, berichtet der Deutschlandfunk. Modellprojekte erhalten künftig weniger Geld; mehr Förderung steht hingegen für die sogenannten Partnerschaften für Demokratie zur Verfügung, die an die Kommunen angedockt sind. Zivilgesellschaftliche Initiativen sehen dadurch ihre Arbeit und Existenz bedroht. Mehr als 120 Initiativen haben einen offenen Brief an Giffey unterschrieben. Sie beklagen, dass durch die immer nur befristete Förderung von Projekten immer wieder Kompetenz und Wissen von Mitarbeitenden verloren geht.

Zum Bericht auf deutschlandfunk.de

Zum offenen Brief auf demokratie-mobilisieren.de

Nach Halle: Online-Maßnahmen gegen Extremismus in der Diskussion

Nach dem rechtsextremen Anschlag in Halle thematisieren zahlreiche Medien die Rolle von Online-Plattformen für Extremismus und Terror. Der Täter von Halle hatte den Anschlag live auf Twitch gestreamt, einer Plattform, die vor allem zur Übertragung von Videospielen genutzt wird. Auch der Attentäter von Christchurch hatte seine Tat gestreamt – auf Facebook.

Viele der diskutierten Ansätze sind für alle Phänomenbereiche des Extremismus relevant. Das Fachmagazin für digitale Medien t3n beschreibt in einem Beitrag, wie der Täter von Halle seine Tat ins Netz übertrug, wie sich die Aufzeichnung über verschiedene Plattformen verbreitete und wie die Betreiber dagegen vorgingen. t3n beschreibt dabei auch die Vor- und Nachteile sogenannter Hash-Werte. Das sind digitale Signaturen, mit denen einzelne Dateien zweifelsfrei identifiziert werden können. Einige Plattformbetreiber setzen die Technologie bereits ein und tauschen sich mit anderen Medienplattformen aus, um die Verbreitung der Videos zu verhindern.

Nach dem Anschlag von Christchurch hatte die neuseeländische Regierung angekündigt, knapp zehn Millionen Euro für die Bekämpfung von Extremismus im Netz zur Verfügung zu stellen. Ein spezielles Team des Innenministeriums sollte sich unter anderem mit, Forensik, Aufklärung und Verhinderung von extremistischen Inhalten befassen sowie Verstöße zu verfolgen.

Netzpolitik.org hat Miro Dittrich, Leiter des Projekts "De:hate" bei der Amadeu-Antonio-Stiftung, zu dem Thema interviewt. Dittrich hält es für falsch, eine bestimmte Online-Szene in den Fokus zu nehmen: "... Leute werden nicht rechtsradikal, weil sie Gamer sind. Das sind gesellschaftlich isolierte Menschen, wie auch der Täter von Halle." Darüber diskutiert er Möglichkeiten, wie Sicherheitsbehörden Online-Communities überwachen können. Die Forderung nach sogenannten Hintertüren für die Polizei in verschlüsselten Chats sieht er skeptisch.

Gericht bestätigt: Ansaar International ist "extremistisch-salafistische Bestrebung"

Der umstrittene Hilfsverein Ansaar International aus Düsseldorf hat sich erfolglos dagegen gewehrt, im Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen als extremistisch-salafistische Bestrebung bezeichnet zu werden, berichtet die Rheinische Post. Der Verein, so das Gericht, sei "unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe an Dritte herangetreten, um diese für seine salafistische Weltanschauung zu gewinnen" und habe für seine Spendenkampagnen auch salafistische Prediger wie Sven Lau eingeladen.

Zum Bericht auf rp-online.de

Neues NRW-Informationsportal: "Gegen gewaltbereiten Salafismus"

Die Landeszentrale für politische Bildung NRW informiert in ihrem neuen Online-Portal "Gegen gewaltbereiten Salafismus" über gewaltbereiten Salafismus und die entsprechenden Präventionsangebote der Landesregierung. Das Portal bündelt alle Projekte der Landesregierung in diesem Bereich. Zentrales Element der Plattform ist eine regionale Suche. Das Portal soll Bürgerinnen und -bürgern in NRW eine zentrale Anlaufstelle bieten. Darüber hinaus soll es Fachleute aus Wissenschaft, Pädagogik und Zivilgesellschaft ansprechen.

Zum Portal auf gegen-gewaltbereiten-salafismus.nrw

Beratungsstellen in Hessen: Derzeit Arbeit mit 217 Radikalisierten

Die Beratungsstellen in Hessen arbeiteten derzeit mit 217 radikalisierten Personen beziehungsweise Gefährder/-innen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das ginge aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD hervor. Unter den Menschen, mit denen die 18 Mitarbeiter der Beratungsstelle Hessen arbeiten, seien auch Rückkehrer/-innen aus Syrien, hieß es weiter. Außerdem würden mehr als 200 Angehörige beraten und unterstützt, deren Kinder oder Freunde als gefährdet gelten.

Zum Bericht auf sueddeutsche.de

Debatte über das Kopftuch in Frankreich

In Frankreich wird aktuell über Islam, Islamophobie und Kopftücher gestritten, so die Süddeutsche Zeitung. Muslimische Frauen mit Kopftuch kämen in der Debatte jedoch fast gar nicht vor. Laut der Pariser Soziologieprofessorin Nilüfer Göle seien viele Frauen mit Kopftuch gut ausgebildet und hätten einen intellektuellen Zugang zu ihrer Religion. Der Konflikt entstehe, weil die Frauen integriert seien und sich gleichzeitig, durch ihr Kopftuch, nicht an alle Normen anpassten.

Zum Bericht auf sueddeutsche.de


Thumbnail des Videos "Umma" zum YouTube-Projekt "Bildwelten Islam"
Webvideoformate

Begriffswelten Islam

Im Rahmen von Webvideo-Formaten kooperiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit YouTuberinnen und YouTubern, die sich aus einem persönlichen Interesse heraus mit den in Deutschland geführten Islamdiskursen auseinandersetzen wollen.

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Material für die Verlinkung des Infodienstes Radikalisierungsprävention

Sie möchten den Infodienst Radikalisierungsprävention verlinken? Diese Textbausteine und Grafiken können Sie dafür verwenden.

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Der Islamist Metin Kaplan in Bonn, 7. Februar 1999. Kaplan wurde nach seiner Inhaftierung in Deutschland in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er am 20. Juni 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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