HERAUSFORDERUNG ISLAMISMUS Infodienst Radikalisierungsprävention

Newsletter Juni 2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gleich zwei Infodienst-Beiträge widmen sich der Präventionsarbeit im Strafvollzug. Mitarbeiterinnen der Fach- und Beratungsstelle Legato Bremen berichten über das Angebot der politischen Bildung in Untersuchungshaftanstalten, das sie entwickelt und erprobt haben. Und auch Mitarbeiter der Beratungsstelle Hessen des Violence Prevention Network geben Einblick in ihre Arbeit mit Inhaftierten.

Herzliche Grüße
Ihre Infodienst-Redaktion

PS: Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns an radikalisierungspraevention@redaktion-kauer.de!

Neu beim Infodienst

Schüler und Schülerinnen betrachten gemeinsam mit ihrem Lehrer einen Globus.

Götz Nordbruch

Globale Konflikte im Klassenzimmer – Global denken, vor Ort lernen

Jugendliche in Deutschland bringen eine Vielfalt von biografischen, sozialen, kulturellen und religiösen Erfahrungen mit in die Schulen. Internationale Konflikte wie in Syrien, der Türkei oder Israel und Palästina spielen für viele eine wichtige Rolle – nicht nur, aber auch aufgrund familiärer Migrationsgeschichten. Die Lehrinhalte und Methoden müssen dies berücksichtigen und es muss Raum zur Aussprache geben. Ein Beitrag inklusive Hinweise auf Materialien für das Aufgreifen globaler Konflikte in Unterricht und Jugendarbeit.

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Die Untersuchungshaftanstalt Moabit in Berlin

Birgit Hartlage und Kristina Köhler

Praxisbericht: Politische Bildung in der Untersuchungshaft

Die Fach- und Beratungsstelle Legato Bremen hat ein Angebot der politischen Bildung für Inhaftierte in Untersuchungshaftanstalten entwickelt und erprobt. Dabei stehen die Interessen, Perspektiven und persönlichen Entwicklungen der Teilnehmenden im Fokus. So sollen mögliche Radikalisierungstendenzen frühzeitig erkannt und die Rehabilitation unterstützt werden.

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Blick aus einem Gemeinschaftsraum der JVA Düsseldorf in den Innenhof.

Cuma Ülger und Hakan Çelik

Praxisbericht: Deradikalisierung im Strafvollzug

Zwei Mitarbeiter der Beratungsstelle Hessen des Violence Prevention Network geben Einblick in ihre Arbeit mit Inhaftierten im Strafvollzug. Welche Voraussetzungen sollten Pädagoginnen und Pädagogen erfüllen, welche Settings und Methoden eignen sich, welche Rolle spielt Religion, und wann ist die Arbeit erfolgreich?

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Auf nebeneinanderliegenden Würfeln stehen die Wörter: Risk, Yes, No?

Annika von Berg

Risk Assessment im Phänomenbereich gewaltbereiter Extremismus

Was bedeuten "Risk Assessment" oder "Risikobewertung" im Zusammenhang mit gewaltbereitem Extremismus? Mit welchen Instrumenten bewerten Sicherheitsbehörden und andere Akteure der Prävention das Risiko, das potenziell von Individuen und Gruppen ausgeht? Was macht ein gutes Risikobewertungsinstrument aus?

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Datenbank Angebote der Radikalisierungsprävention

Redaktion Infodienst

Übersicht Anlaufstellen: Neue Angebote aus Neuruppin, Potsdam, Berlin und Hildesheim

Drei neue Angebote wurden in die Übersicht (Datenbank) des Infodienst aufgenommen:

Facetten des Glaubens (Neuruppin)

Fachstelle Islam im Land Brandenburg (Potsdam)

Fortbildung, Austausch, Netzwerke (F.A.N.) Berlin-Brandenburg – für Demokratie, Recht und Freiheit (Berlin)

radius – Service- und Beratungsstelle gegen Radikalisierung und Demokratiefeindlichkeit (Hildesheim)

In der Übersicht finden Sie Beschreibungen und Kontaktdetails zu rund 100 Anlaufstellen in ganz Deutschland, die Unterstützung anbieten – von Hotlines und Beratung über pädagogische Maßnahmen und Weiterbildungen bis hin zu Intervention und Deradikalisierung.

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Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Radikalisierungsmaschinen

Julia Ebner: Radikalisierungsmaschinen – Wie Extremisten die neuen Technologien nutzen und uns manipulieren

Extremistische Aktivisten nutzen das Internet unter anderem zur Rekrutierung, Vernetzung und Mobilisierung. Autorin Julia Ebner war verdeckt in unterschiedlichen extremistischen Online-Netzwerken unterwegs und beschreibt, wie diese realen Terror befördern und zum Teil erst ermöglichen. Es bedürfe eines deutlich verbesserten Verständnisses der neuen Technologien, um Extremisten aus der digitalen Welt zurückzudrängen, so die Autorin.

Das Buch ist seit dem 29. April 2020 bei der bpb erhältlich und umfasst 334 Seiten. Es kann zum Preis von 4,50 Euro bestellt werden.

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4,50

Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Termindetails und weitere Termine finden Sie in der Termin-Übersicht des Infodienstes.

Juni 2020

23. Juni, online
Online-Seminar: The Repatriation of Foreign Terrorist Fighters and Their Families. Why Not?
International Centre for Counter-Terrorism (ICCT)

23. Juni, online
Online-Seminar: Islamisierter Antisemitismus unter Jugendlichen
PROvention

23. Juni, online
Online-Seminar: Alles gleich, alles gut? – Präventionsansätze für die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen
ufuq.de

24. Juni, online
Online-Vortrag: Islamisierter Antisemitismus unter Jugendlichen
PROvention

24. Juni bis 1. Juli, online
Aktionswoche: Aktionen gegen Hass und antimuslimischen Rassismus
Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit

25. Juni, online
Online-Seminar: After the Attack – Crisis Communication Strategy and the Role of the Media
International Centre for Counter-Terrorism (ICCT)

26. Juni, online
Online-Seminar: Auftaktveranstaltung des Arbeitskreises "Online-Prävention im Phänomenbereich religiös begründeter Extremismus"
Arbeitskreis Online-Prävention im Phänomenbereich religiös begründeter Extremismus

30. Juni, online
Online-Seminar: Aufwachsen in salafistisch geprägten Familien
PROvention

Juli

7. Juli, online
Online-Seminar: Türkischer Ultranationalismus
PROvention

7.-8. Juli, online
Online-Basisschulung: Radikalisierungsprävention für Jugendliche und junge Erwachsene – Kurskonzepte erfolgreich umsetzen
Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.

8. Juli, online
Online-Vortrag: Verschwörungstheoretische Narrative im Phänomenbereich Türkischer Ultranationalismus
PROvention, Jugendschutz Kreis Pinneberg

9. Juli bis 4. August, online
Online-Seminar-Reihe: Islamismus in Social Media – Radikalisierungsprozesse und Prävention
streetwork@online

15. Juli 2020, Bremen/online
Fachtag: Religiös begründeter Extremismus und die digitale Welt – Herausforderungen und Möglichkeiten der Präventionsarbeit 'online'
Koordinierungsstelle Islamistischer Extremismus und Muslim*afeindlichkeit des Demokratizentrums Land Bremen

15.-16. Juli, online
Online-Aufbauschulung: Wer bin ICH, was bin ICH, wo gehöre ICH hin? − Ein 'Mehr' an Identitäten und Zugehörigkeiten
Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.

23. Juli, online
Online-Seminar: Aufwachsen in salafistisch geprägten Familien
PROvention

August

17.-19. August, online
Online Summer Programme: Preventing, Detecting and Responding to Violent Extremism
International Centre for Counter-Terrorism (ICCT)

31. August bis 3. September, Berlin
Train-the-Trainer-Fortbildung 2020: Islam, antimuslimischer Rassismus und universelle Islamismusprävention
ufuq.de

September

10.-11. September, Köln
Seminar: Digitale Zivilcourage und Empowerment
Bundeszentrale für politische Bildung

11.-12. September, Augsburg
Train-the-Trainer-Seminar: Pädagogische Praxis im Umgang mit Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus
ufuq.de

Oktober

15.-16. Oktober, Leipzig
Seminar: Digitale Zivilcourage und Empowerment
Bundeszentrale für politische Bildung

21. Oktober, Berlin
Fachtag: Radikalisierung und extremistische Gewalt. Handlungsgrundlagen für Ärzt/-innen und Psychotherapeut/-innen
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Ulm

Stellenangebote

Details finden Sie in der Übersicht mit Stellenangeboten im Indodienst.

Bayern

Pädagogische Mitarbeiterin / Pädagogischer Mitarbeiter bei VPN

Teamende für "Wie wollen wir leben?"-Workshops

Hamburg

Pädagogische Mitarbeiterin / Pädagogischer Mitarbeiter in der Radikalisierungsprävention

Nordrhein-Westfalen

Ehrenamtliche Mitarbeit bei 180 Grad Wende

Schleswig-Holstein

Sozialarbeiter/-in, Psycholog/-in oder (Sozial-)Pädagog/-in für Prävention und Intervention gegen religiös begründeten Extremismus im Bereich der Justizvollzugsanstalten und Bewährungshilfe

Projektmitarbeiter/-in bei PROvention

Sozialarbeiter/-in, Psycholog/-in oder (Sozial-)Pädagoge/-in bei PROvention und Liberi

Aktuelle Meldungen

Fünf Jahre Haft für "IS"-Anhängerin

Eine Frau aus Oberhausen wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Sie war mit ihren drei kleinen Kindern nach Syrien zum "IS" ausgewandert. Eines ihrer Kinder ist dort bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach die Frau wegen einer Reihe von Straftaten schuldig, darunter Kindesentziehung mit Todesfolge, Kriegsverbrechen und Kriegswaffenbesitz sowie die Mitgliedschaft beim "IS".

Zum Beitrag auf sueddeutsche.de

Verbot der Hisbollah in Deutschland

Ende März hat Bundesinnenminister Horst Seehofer ein Betätigungsverbot gegen die libanesische islamistisch-schiitische Terrormiliz Hisbollah in Deutschland ausgesprochen, meldet der Tagesspiegel. Hauptgrund sei die Hetze gegen Israel. Die Hisbollah richte sich außerdem gegen Völkerverständigung. Im Anschluss an das Verbot habe die Polizei Razzien in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bremen durchgeführt.

Zum Beitrag auf tagesspiegel.de

Bayern, Berlin, Schleswig-Holstein: Zahlen zu Islamisten

In Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein hat der Landesverfassungsschutz Zahlen zum extremistischen Personenpotenzial veröffentlicht. In Bayern gab es demnach im Jahr 2019 4.185 Islamistinnen und Islamisten; 30 Personen mehr als im Vorjahr, berichtet die Süddeutsche Zeitung. In Berlin wuchs die Anzahl der Islamistinnen und Islamisten im Jahr 2019 um 180 Personen; auf 2.170, so der Tagesspiegel. Die Zahl der Islamistinnen und Islamisten in Schleswig-Holstein stieg im Jahr 2019 um mehr als zehn Prozent auf 715 Personen, meldet der NDR.

Klage gegen Gottesdienstverbot: Salafist siegt vor Verfassungsgericht

Die in Niedersachsen ansässige "Föderale Islamische Union" (FIU) hat Ende April in einem Eilantrag die Lockerung der Corona-Regeln für Gotteshäuser vor dem Bundesverfassungsgericht erwirkt, so die Tagesschau.

Zum Beitrag auf tagesschau.de

Berliner Salafisten verdächtigt, Corona-Hilfen zu erschleichen

Islamisten in Berlin sollen sich Corona-Hilfen durch falsche Angaben erschlichen haben. Wie die FAZ berichtet, kam es daher Anfang Mai zu Hausdurchsuchungen durch die Polizei. Bei den Verdächtigen handele es sich unter anderem um einen Bekannten von Anis Amri sowie um den Prediger Ahmad Armih, bekannt als "Abul Baraa".

Zum Beitrag auf faz.net

"IS" nutzt Corona-Pandemie

Der sogenannte Islamische Staat befindet sich ein Jahr nach seiner Kapitulation wieder auf dem Vormarsch, so die Badische Zeitung. Aktuell habe er jedoch kein festes Territorium. Dabei nutze der "IS" die Corona-Krise aus: Viele Sicherheitskräfte im Irak und Syrien seien damit beschäftigt, Ausgangssperren zu kontrollieren. Daher habe der "IS" vielfach freie Bahn für seinen Guerillakrieg.

Zum Beitrag auf badische-zeitung.de

Niedersachsen: Präventionsarbeit der Landesprogramme wird neu organisiert

Die niedersächsische Landesregierung hat zwei Landesprogramme zur Weiterentwicklung der Extremismusprävention beschlossen. Eines der Programme erhält die Bezeichnung "Kompetenzforum Islamismusprävention Niedersachsen". Es baut auf der Arbeit der "Kompetenzstelle Islamismusprävention Niedersachsen" (KIP NI) auf und beinhaltet Maßnahmen zur Prävention sowie zur Deradikalisierung. Ein weiteres Landesprogramm richtet sich gegen Rechtsextremismus.

Zur Pressemitteilung auf stk.niedersachsen.de

Mimoun Berrissoun von "180 Grad Wende" geehrt

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat Mimoun Berrissoun die Mevlüde-Genç-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Berrissoun ist Leiter und Mitgründer der Initiative "180 Grad Wende". Die Organisation aus Köln engagiert sich seit 2012 gegen Orientierungslosigkeit, Radikalisierung und Kriminalität bei jungen Menschen. Die Mevlüde-Genç-Medaille wird an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, die sich besonders für den Dialog zwischen Religionen und Kulturen, Toleranz und Versöhnung einsetzen.

Zur Pressemitteilung auf land.nrw.de

Verfassungsschutz sucht Lösung für beschlagnahmte Korane der "Lies!"–Aktion

Im November 2016 wurden tausende Korane der salafistischen Kampagne "Lies!" beschlagnahmt. Seither sind sie eingelagert auf einem Gelände der Bundeswehr. Sie zu vernichten, gilt als ausgeschlossen. Wie die Tagesschau berichtet, hat das Innenministerium nun das Bundesamt für Verfassungsschutz aufgefordert, Vorschläge zu unterbreiten, was mit den Büchern geschehen soll.

Die Korane waren beschlagnahmt worden, nachdem das Bundesinnenministerium die "Lies!"-Kampagne und die dahinterstehende Organisation "Die Wahre Religion" verboten hatte.

Zum Beitrag auf tagesschau.de

Zahl der abgeschobenen Gefährder steigt

Seit Anis Amris Attentat am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 sind 177 Personen aus dem islamistischen Spektrum abgeschoben worden, so die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher des Bundesinnenministeriums. Die Zahl steige stetig an. Weil Abschiebungen von Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft kompliziert sind, beraten darüber Vertreter/-innen der jeweiligen Sicherheitsbehörden im Gemeinsamen Terrorismus-Abwehrzentrum (GTAZ) in Berlin.

Zum Beitrag auf sueddeutsche.de

Studien, Berichte, Handreichungen und Materialien

Universität Duisburg-Essen: Islamfeindlichkeit im Jugendalter

Wie beziehen sich junge Menschen in Deutschland auf den aktuellen Diskurs über "den Islam" und "die Muslime"? Welche Narrative der Islamfeindlichkeit kommen dabei zum Ausdruck? Wie werden islamfeindliche Positionen für junge Menschen anschlussfähig?

Wissenschaftlerinnen der Universität Duisburg Essen haben Jugendliche und junge Erwachsene aus NRW zu ihren Positionen zu Gesellschaft, Religion und Migration im Allgemeinen sowie zum Islam und Musliminnen/Muslimen befragt. Daraus haben sie Ansätze für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zum Thema Prävention und zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit abgeleitet.

Zum Download auf islam-feindlichkeit.de

emel: Onlineberatung im Themenfeld des religiös begründeten Extremismus

In einem Zwischenbericht beschreibt die seit 2019 agierende "Onlineberatung zu religiös begründetem Extremismus" der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) erste Erfahrungen im Aufbau und in der Umsetzung ihrer Angebote. Zunächst werden Hintergründe, Ansätze und Methoden von Onlineberatung beschrieben. Anschließend widmet sich der Bericht Herausforderungen der Onlineberatung sowie der Frage, wie eine bestmögliche Beratung gewährleistet werden kann.

Zum Download auf tgd.de

DJI: Evaluation des Programmbereichs "Strafvollzug und Bewährungshilfe"

Das Deutsche Jugendinstitut hat den Bereich "Prävention und Deradikalisierung in Strafvollzug und Bewährungshilfe" des Bundesprogramms "Demokratie leben!" bis zum Ende der ersten Förderperiode wissenschaftlich begleitet. Der nun erschienene Abschlussbericht beschreibt die Entwicklungen der geförderten Modellprojekte. Er enthält Befunde zur pädagogischen Arbeit mit Inhaftierten im Gruppensetting, zur Einzelfallarbeit sowie zur Arbeit mit Fachkräften. Abschließend werden Perspektiven für die zukünftige Arbeit benannt.

Zum Download auf dji.de (Menüpunkt "Ergebnisse" am Ende der Seite)

DJI: Religion in der pädagogischen Auseinandersetzung mit islamistischem Extremismus

Der Band "Religion in der pädagogischen Auseinandersetzung mit islamistischem Extremismus" diskutiert die Rolle von Religion in Radikalisierungsprozessen sowie den Umgang mit Religion in der Radikalisierungsprävention. Dazu werden aktuelle Forschungsergebnisse des Deutschen Jugendinstituts aus der "Arbeits- und Forschungsstelle Demokratieförderung und Extremismusprävention" (AFS), aus der "Programmevaluation Demokratie Leben!" sowie aus anderen Forschungseinrichtungen dargestellt und diskutiert.

Zum Download auf dji.de

ufuq.de: Methodenheft zu "Wie wollen wir leben?"-Workshops

In zahlreichen Workshops mit Jugendlichen an Schulen und in Jugend¬einrichtungen im Projekt "Wie wollen wir leben?" wurden verschiedene Methoden angewandt. Zwölf bewährte Methoden hat ufuq.de veröffentlicht in einem 52-seitigen Methodenheft für die pädagogische Arbeit zu Islam, antimuslimischem Rassismus und Islamismus.

Zum Download auf ufuq.de

EFUS: Handbuch zum Thema Radikalisierungsprävention während und nach der Haft

Das "Guidebook" des European Forum for Urban Security (EFUS) beschreibt und bewertet die Strategien der Radikalisierungsprävention mehrerer europäischer Länder während und nach Haftstrafen. Der Schwerpunkt liegt auf der Rolle der lokalen Behörden bei der Wiedereingliederung von Straffälligen. In dem Bericht werden neun innovative lokale Pilotprojekte vorgestellt, die von Kommunen in ganz Europa durchgeführt werden. Außerdem beinhaltet der Band Vorschläge, wie lokale Behörden besser ausgerüstet werden können, um Straftäter zu resozialisieren und Radikalisierung vorzubeugen.

Zum Download auf efus.eu

Bundesinnenministerium: Politisch motivierte Kriminalität

Das Bundesinnenministerium hat Fallzahlen zu politisch motivierter Kriminalität (PMK) im Jahr 2019 veröffentlicht. Während das Straftatenaufkommen in den Bereichen rechts und links motivierte politische Kriminalität im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, ist es zu weniger Straftaten gekommen, die durch religiöse Ideologien begründet waren, darunter auch Islamismus.

Bei den religiös-ideologisch motivierten Straftaten verzeichnen die Behörden im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 27,5 Prozent auf 425 Straftaten. Ein Grund hierfür sei der Verlust des Herrschaftsgebietes des sogenannten Islamischen Staates und die damit verbundene verringerte Ausreise in dessen Gebiete. Ein anderer sei der Rückgang von Hinweisen auf Asylantragsteller mit Bezügen zu einer terroristischen Vereinigung. Die Zahl rechts motivierter Straftaten ist um 9,4 Prozent auf insgesamt 22.342 Straftaten gestiegen; die Zahl links motivierter Straftaten ist um 23,7 Prozent auf insgesamt 9.849 Straftaten gestiegen.

Im Jahr 2019 wurden 13 Tötungsdelikte registriert; zehn davon versucht und drei vollendet. Zwei werden dem Phänomenbereich "PMK Religiöse Ideologie" zugerechnet werden. Sieben werden dem Bereich "PMK rechts" zugeordnet, zwei dem Bereich "PMK links" und jeweils eine den Bereichen "PMK ausländische Ideologie" und "PMK nicht zuzuordnen".

Zum Download auf bmi.bund.de

Fachbeiträge

Interview mit Jens Ostwaldt: Welche Rolle spielen islamische und migrantische Vereine in der Extremismusprävention?

Welche Ursachen für Radikalisierung sehen islamische und migrantische Vereine? Welche Rolle spielen sie in der Extremismusprävention? Jens Ostwaldt, Autor des Buchs "Islamische und migrantische Vereine in der Extremismusprävention. Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven" fasst im Interview mit ufuq.de die wichtigsten Ergebnisse seiner Studie zusammen. Er sagt: Präventionsprojekte sind wichtig, um die Handlungssicherheit der Moscheegemeinden zu stärken und Expertise im Umgang mit Extremismus aufzubauen – doch langfristig braucht es mehr.

Zum Beitrag auf ufuq.de

Silke Baer: Genderaspekte im religiös begründeten Extremismus und jugendkulturelle Ansätze für die Präventionsarbeit

Genderaspekte spielen bei religiös begründetem Extremismus eine wesentliche Rolle und werden von Extremistinnen und Extremisten bewusst genutzt, um Jugendliche von islamistischen Vorstellungen und Ideologien zu überzeugen. Mädchen und Frauen unterstützen engagiert islamistische Bewegungen und nehmen so eine wichtige Rolle ein.

Silke Baer setzt sich zum einen mit Religionsfreiheit, Gleichberechtigung, Erziehung von Kindern und Sexualität im Kontext der Genderthematik auseinander. Zum anderen gibt sie Empfehlungen für eine genderreflektierte Präventionsarbeit.

Zum Beitrag auf rise-jugendkultur.de

Till Baaken und Yorck Beese: Die Peripherie des Extremismus auf YouTube

In zwei Blogartikeln widmen sich Till Baaken und Yorck Beese den technischen Mitteln, die Extremisten bei der Produktion und Verbreitung ihrer Inhalte für YouTube zur Verfügung stehen. Ohne professionelle Kameratechnik, aber dank eindeutiger Bildsprache in Verbindung mit Ton und Narrativ könne ein "Hollywood-Look" produziert werden. Im Hinblick auf Filmsemiotik, Technik und Schnitt analysieren die Autoren verschiedene islamistisch orientierte YouTube-Kanäle, darunter "Macht’s Klick?", der zweitgrößte Kanal seiner Art.

Zum ersten Teil des Beitrags auf modus-zad.de

Zum zweiten Teil des Beitrags auf modus-zad.de

Neuerscheinungen

Jens Ostwaldt: Islamische und migrantische Vereine in der Extremismusprävention

Islamische und migrantische Vereine gelten als mögliche Akteure in der Extremismusprävention. Sie befinden sich dabei in einem erheblichen Spannungsfeld von gesellschaftlicher Erwartung und der Verantwortung gegenüber der eigenen Community. Der Band bietet auf Grundlage einer bundesweiten qualitativen Interviewstudie konkrete Handlungsempfehlungen für die präventive Praxis und die politische Bildung.

Das Buch ist am 11. Mai 2020 beim Wochenschau Verlag erschienen und umfasst 384 Seiten. Es kann zum Preis von 31,99 Euro bestellt werden.

Rainer Kilb: Konflikte, Radikalisierung, Gewalt

In seinem Buch betrachtet Rainer Kilb Konflikte, Radikalisierung und Gewalt zunächst getrennt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten abzugrenzen. Anschießend setzt er sie in Beziehung zueinander, um ausgewählte Handlungsansätze und Strategien im Umgang mit ihnen zu analysieren. Daraus leitet Kilb Ansätze zur Konfliktbeilegung sowie der Prävention von Radikalisierung und Gewalt ab.

Das Buch ist am 20. Mai 2020 bei Beltz Juventa erschienen und umfasst 339 Seiten. Es kann zum Preis von 24,95 Euro bestellt werden.

DPT: Handbuch Extremismusprävention

In sieben aufeinander aufbauenden Kapiteln werden die Arbeitsbereiche der Extremismusprävention auf der Grundlage des aktuellen Wissens- und Erfahrungsstandes für ein breites Publikum verständlich und nachvollziehbar erklärt. Das Handbuch Extremismusprävention wurde vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und dem Bundeskriminalamt gemeinsam finanziert und kann kostenfrei bestellt werden.

Das Buch kann kostenfrei auf praeventionstag.de bestellt werden.

Video- und Audio-Beiträge

Netflix: Serie "Kalifat"

Die fiktive Netflix-Serie "Kalifat" beschäftigt sich mit schwedischen "IS"-Terroristen im ehemaligen "Kalifat" sowie mit der Anwerbung von drei jungen Teenagerinnen in Schweden. Der Deutschlandfunk hat Islamwissenschaftler Hazim Fouad um seine Einschätzung zu der Serie gebeten. "Was ich mir gut vorstellen kann ist, dass diese Serie verwendet wird als ein Element in einem weiter umfassenden Aufklärungskonzept über Gefahren von Radikalisierung", so Fouad. Sie sei grundsätzlich geeignet für die "Sensibilisierung für Eltern, für Lehrer, für sonstige Personen, die mit jungen Menschen zusammenarbeiten."

Zum Beitrag auf deutschlandfunkkultur.de

Zur Serie auf netflix.com (kostenpflichtiges Abonnement erforderlich)