HERAUSFORDERUNG ISLAMISMUS Infodienst Radikalisierungsprävention

Newsletter August 2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Thema Evaluation gewinnt in der Präventionsarbeit zunehmend an Relevanz. Wir haben unsere Übersicht mit Evaluationen von Projekten der Radikalisierungsprävention aktualisiert. Insgesamt 23 Projekte sind mit Kurzinformationen aufgeführt sowie – falls vorhanden – Links zu den Evaluationsberichten.

Außerdem in diesem Newsletter: Kerstin Sischka legt dar, wie Psychotherapie einen wichtigen Beitrag in der Ausstiegsbegleitung leisten kann. Janusz Biene erläutert, wie kommunale Präventionsarbeit gelingen kann am Beispiel des Offenbacher Modellprojekts PRO Prävention. Und Dr. Frank Greuel plädiert für ein engeres Verständnis des Begriffs "Prävention".

Wir wünschen Ihnen trotz der heißen Temperaturen einen möglichst kühlen Kopf!

Herzliche Grüße
Ihre Infodienst-Redaktion

PS: Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns an radikalisierungspraevention@redaktion-kauer.de!

Neu beim Infodienst

Psychische Störungen können den Beratungsprozess erheblich beeinflussen.

Kerstin Sischka

Zur Rolle von Psychotherapie in der Ausstiegsbegleitung und Deradikalisierung

Psychotherapeutinnen und -therapeuten können einen wichtigen Beitrag in der Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit leisten. Anhand eines Fallbeispiels zeigt Kerstin Sischka, warum es wichtig ist, sich bei der Deradikalisierungsarbeit mit der "Innenwelt" von Patientinnen und Patienten zu beschäftigen. Die psychischen Entwicklungen und Herausforderungen im Rahmen von Radikalisierungs- und Deradikalisierungsprozessen beschreibt sie aus einer psychoanalytischen Perspektive.

Mehr lesen

Blick auf Wohnsiedlungen in Dietzenbach im Kreis Offenbach

Janusz Biene

Kommunale Radikalisierungsprävention: Das Beispiel PRO Prävention

Religiös gerahmte Konflikte und Radikalisierungsprozesse sind zunächst vor allem auf lokaler Ebene sichtbar. Sie zeigen sich beispielsweise in der Schule, im Stadtviertel oder bei kommunalen Behörden. Der Kreis Offenbach startete 2016 das Modellprojekt PRO Prävention. Es unterstützt und vernetzt Akteure vor Ort, bietet Fortbildungen für Lehrkräfte sowie Projekte für junge Menschen an. Wie kann Präventionsarbeit auf kommunaler Ebene gelingen und welche Herausforderungen gibt es? Der ehemalige Projektkoordinator Janusz Biene berichtet von seinen Erfahrungen.

Mehr lesen

Anhand von Domin-Steinen wird eine Kettenreaktion symbolisiert

Dr. Frank Greuel

Zum Konzept der Prävention: Ein Plädoyer für engere Grenzen

Unter dem Label "Radikalisierungsprävention" wird eine Vielzahl von pädagogischen Angeboten gefördert. Dabei wird in unterschiedlichsten Formen und mit verschiedensten Zielgruppen gearbeitet, der präventive Gehalt lässt sich zum Teil jedoch kaum erkennen. Aus fachlicher Sicht wäre es ratsam, in diesen Fällen nicht von Prävention zu sprechen, argumentiert Frank Greuel. Wenn der Begriff Prävention für eine zu große Bandbreite von Maßnahmen angewendet wird, kann das zu Stigmatisierung und Pathologisierung führen.

Mehr lesen

Serie: Evaluation

Infodienst Radikalisierungsprävention

Aktualisierung: Evaluationen von Projekten der Radikalisierungsprävention

Die Anzahl von Trägern und Projekten, die in Deutschland Präventionsarbeit im Bereich Islamismus/Salafismus leisten, hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Zahlreiche wissenschaftliche Evaluationsvorhaben befassen sich mit diesen Projekten. Die Redaktion hat eine Übersicht zu bereits durchgeführten sowie aktuell laufenden Evaluationen zur Radikalisierungsprävention im Bereich Islamismus/Salafismus erstellt. Die Übersicht wurde im April 2019 veröffentlicht und im Juni 2020 aktualisiert.

Mehr lesen

Neu bei der bpb

Abdelkratie_Teaser

YouTube-Reihe: Abdelkratie

Was ist Meinungsfreiheit? Wozu brauchen wir Menschenrechte? Was versteht man genau unter Rechtsstaat? In zehn kurzen Folgen setzt sich der Comedian Abdelkarim mit den Grundlagen der Demokratie auseinander. Eine Folge ist der Religionsfreiheit gewidmet. Darin erklärt Abdelkarim, was hinter dem Grundrecht der Religionsfreiheit steckt, wer dafür sorgt, dass sie durchgesetzt wird und wo die Grenzen dieser Freiheit liegen. Die Videoreihe richtet sich vornehmlich an Jugendliche. Sie wurde in der Kategorie "Best Newcomer" des YouTube Goldene Kamera Digital Award 2020 nominiert.

Im Interview mit dem Tagesspiegel erklärt der Comedian, wie er zu dem Projekt gekommen ist und warum das Projekt in Zeiten von Corona besonders wertvoll sein könnte.

Zur YouTube-Video-Reihe auf youtube.com

Zum Interview auf tagesspiegel.de

Mehr lesen

CleaRTeaching

Fortbildung: CleaRTeaching – Umgang mit rechtsextremen und neosalafistischen Haltungen im schulischen Kontext

27.01.-02.06.2021 | Hamburg

Die Aktion Gemeinwesen und Beratung e. V. bietet eine Weiterbildung zum/zur Clearingbeauftragten an. Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte und Sozialarbeitende an Schulen in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, die sich im Umgang mit radikalisierungsgefährdeten Jugendlichen fortbilden möchten. Die Weiterbildung ist gefördert und zertifiziert von der Bundeszentrale für politische Bildung. Sie findet von Januar bis Juli 2021 statt.

Mehr lesen

Fluter Terror

fluter: Terror

Terrorismus bedroht die offene Gesellschaft und die kulturelle Vielfalt. Der aktuelle fluter beschäftigt sich mit den Ideologien, die hinter dem Terror stehen, zeigt globale Vernetzungsstrategien auf und fragt, wie man neue Anschläge verhindern könnte und wie Betroffene und Angehörige nach dem Terror weiterleben. Unter den Beiträgen findet sich auch eine Experteneinschätzung zur aktuellen Gefahr durch den Islamismus sowie ein Beitrag über deutsche Frauen und ihre Motivation, sich dem "IS" anzuschließen.

Der fluter ist seit dem 29. Juni 2020 kostenlos bei der bpb erhältlich und umfasst 50 Seiten.

Mehr lesen

0,00

Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Termindetails und weitere Termine finden Sie in der Termin-Übersicht des Infodienstes.

August

12. August 2020, online
Online-Seminar: Salafismus und Radikalisierung

17.-19. August, online
Online Summer Programme: Preventing, Detecting and Responding to Violent Extremism

18. August 2020, online
Online-Seminar: Verschwörungsideologien im Islamismus

20. August 2020, online
Online-Seminar: Türkischer Ultranationalismus

26. August 2020, online
Online-Seminar: Aufwachsen in salafistisch geprägten Familien

31. August bis 3. September, Berlin
Train-the-Trainer-Fortbildung 2020: Islam, antimuslimischer Rassismus und universelle Islamismusprävention

September

2. September 2020, online
Online-Seminar: Islamisierter Antisemitismus unter Jugendlichen

9.-10. September 2020, Berlin
Fachtag: Religion verhandeln?! Aushandlungsprozesse im Kontext von Demokratie, Gesellschaft und Bildung

10.-11. September, online
Seminar: Digitale Zivilcourage und Empowerment

11.-12. September, Augsburg
Train-the-Trainer-Seminar: Pädagogische Praxis im Umgang mit Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus

17. September 2020, Kiel
Fachtagung: Islam und Salafismus in der Kinder- und Jugendhilfe

Oktober

15.-16. Oktober, online
Seminar: Digitale Zivilcourage und Empowerment

21. Oktober, Berlin
Fachtag: Radikalisierung und extremistische Gewalt. Handlungsgrundlagen für Ärzt/-innen und Psychotherapeut/-innen

Januar

27. Januar bis 2. Juni 2021, Hamburg
Fortbildung: CleaRTeaching – Umgang mit neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen im schulischen Kontext

Stellenangebote

Details finden Sie in der Übersicht mit Stellenangeboten im Infodienst.

Bayern

Pädagogische Mitarbeiterin / Pädagogischer Mitarbeiter bei VPN

Berlin

Bildungsreferent/-in und wissenschaftliche/-r Mitarbeiter/-in in Elternzeitvertretung

Nordrhein-Westfalen

Berater/-in für das Präventionsprogramm "Wegweiser – gemeinsam gegen gewaltbereiten Salafismus" beim Multikulturellen Forum

Ehrenamtliche Mitarbeit bei 180 Grad Wende

Aktuelle Meldungen

"Legalistischer Islamismus" - langfristig große Gefahr

Der sogenannte legalistische Islamismus könnte langfristig eine größere Gefahr für die Gesellschaft sein als Salafismus und Dschihadismus, berichtet Tagesschau.de unter Berufung auf den NRW-Verfassungsschutzchef Burkhard Freier. Dieses Spektrum des Islamismus übe zwar keine Gewalt aus; jedoch verfolge es Ziele, die nicht mit der Demokratie vereinbar sind. So sollen vom Koran abgeleitete Regeln in der deutschen Gesellschaft etabliert werden. Laut Freier besteht die Gefahr insbesondere darin, dass legalistische Islamisten versuchten, ihre Inhalte in die Gesellschaft einsickern zu lassen und Politik und Gesellschaft für sich zu vereinnahmen.

Zum Beitrag auf tagesschau.de

Verfassungsschutzbericht: Zahl der Islamisten steigt auf über 28.000

Der Verfassungsschutzbericht 2019 des Bundes ist erschienen. Laut Bericht ist die Zahl der Islamisten in Deutschland auf über 28.000 gestiegen, das sind knapp 1.400 Personen mehr als im Vorjahr beziehungsweise ein Wachstum von etwa 5,5 Prozent.

Für die dem sogenannten Islamischen Staat zugerechneten Organisationen und das Islamische Zentrum Hamburg gibt es keine gesicherten Zahlen. Die Zahl der Ausreisen geht seit dem Jahr 2014 zurück und ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken.

Zum Beitrag auf tagesschau.de

Gülen-Bewegung: "Nicht auf dem Radar"

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" ein Jugendprojekt eines Vereins finanziert, der in einem Grundsatzpapier Religion als wichtiger darstellt als Demokratie. Das haben Recherchen der Süddeutschen Zeitung ergeben. Demnach hat der Verein in seinem Förderantrag verschwiegen, dass er religiös motiviert ist und der Gülen-Bewegung angehört. Zur Bewegung gehören in Deutschland unter anderem eigene Kitas, Schulen und Nachhilfeeinrichtungen. Nicht alle Angebote verfolgen fundamentalistische Ziele, so Fachleute gegenüber der SZ. Doch wenn göttliche Regeln als überlegen dargestellt werden, sei das keine geeignete Grundlage für demokratisch orientierte Jugendarbeit.

Zum Beitrag auf sueddeutsche.de

AfD-Mitarbeiterin spionierte für Verfassungsschutz Salafisten aus

Eine islamfeindlich eingestellte Frau, die heute für die AfD-Bundestagsfraktion arbeitet und sich bei der Jugendorganisation der Partei engagiert, sei für zwei Jahre vom bayerischen Verfassungsschutz als V-Frau eingesetzt worden, berichtet die Frankfurter Rundschau. Die Frau war demnach als Informantin in der Salafisten-Szene tätig und hatte dem Verfassungsschutz ihre Dienste selbst angeboten.

Zum Beitrag auf fr.de

Ehemalige "IS"-Anhängerin darf zurück ins Vereinigte Königreich

Nach einem Gerichtsbeschluss darf die ehemalige "IS"-Anhängerin Shamima Begum ins Vereinigte Königreich einreisen, um Einspruch gegen den Entzug der britischen Staatsbürgerschaft zu erheben, so die New York Times. Begum war im Alter von 15 Jahren in das ehemalige Herrschaftsgebiet des "IS" ausgereist. Aktuell befinde sie sich in einem Flüchtlingslager in Syrien. Das britische Innenministerium hatte ihr im vergangenen Jahr die Staatsbürgerschaft entzogen. Als Begründung wurden Sicherheitsbedenken angeführt. Der Fall ist ein Beispiel für die Schwierigkeiten, die viele westliche Regierungen mit ehemaligen "IS"-Anhängerinnen und -anhängern haben, so die New York Times.

Zum Beitrag auf nytimes.com

Der schwierige Umgang mit Dschihad-Rückkehrenden

Rückkehrende aus dem „IS“ zu reintegrieren, stellt die Staaten weltweit vor ein Problem, für das es noch keine zufriedenstellende Lösung zu geben scheint, berichtet der Deutschlandfunk. Aussteigende und Rückkehrende berichten in dem Beitrag von ihren Erfahrungen mit dem sogenannten Islamischen Staat und der Salafisten-Szene in Deutschland.

Zum Beitrag auf deutschlandfunk.de

Bundesregierung schätzt 61 IS-Rückkehrer weiterhin als Gefährder ein

Von den mehr als einhundert nach Deutschland zurückgekehrten "IS"-Kämpfern stuft die Polizei 61 Personen weiterhin als terroristische Gefährder ein, berichtet der Merkur. Die Hälfte befinde sich derzeit im Gefängnis. Die Polizei sehe sich bei der Überwachung von Gefährdern mit personellen und rechtlichen Engpässen konfrontiert.

Zum Beitrag auf merkur.de

KN:IX veröffentlicht Website

Das neu gegründete Kompetenznetzwerk “Islamistischer Extremismus” (KN:IX) hat seine Website veröffentlicht. KN:IX widmet sich drei Arbeitsschwerpunkten: Bedarfs- und Trendmonitoring, Analyse, Auswertung und Entwicklung sowie Wissenstransfer. Das Netzwerk vereint die bundesweiten Akteure ufuq.de und Violence Prenvention Network sowie die Dachorganisation der zivilgesellschaftlichen Akteure des Themenbereichs, BAG RelEx. Ziel des Netzwerkes sei es, innovative Angebote im Bereich "Islamistischer Extremismus" weiterzuentwickeln und zu fördern.

Zur Website von KN:IX

Hamburg: Überblick über die islamistische Szene

In einem umfangreichen Beitrag stellt der Deutschlandfunk die Entwicklungen der islamistischen Szene in Hamburg in den vergangenen Jahren vor. Demnach hat sich die Lage in Hamburg auch nach der militärischen Niederlage des „IS“ nicht entspannt. Vielmehr wachsen Gruppen wie Hizb ut-Tahrir und die Furkan-Gemeinschaft. Ein weiteres Thema ist der andauernde Konflikt über die Beobachtung des Islamischen Zentrums.

Zum Beitrag auf deutschlandfunk.de

Berlin: Razzia gegen mutmaßliche Islamisten

Die Polizei hat in Berlin eine Razzia gegen mutmaßliche Islamisten durchgeführt, berichtet rbb24.de. Bei den 19 durchsuchten Objekten habe es sich vor allem um Wohnungen und Gewerberäume gehandelt. Die Polizei konnte nach eigenen Angaben Bargeld, gefälschte Ausweisdokumente, Waffen und Datenträger sicherstellen.

Zum Beitrag auf rbb24.de

Britische Polizei sucht Alternativen für Begriffe wie "islamistischer Terror"

Eine Organisation von Muslimen innerhalb der britischen Polizei hat vorgeschlagen, bestimmte Begriffe nicht mehr zu verwenden, um der Islam- und Muslimfeindlichkeit keinen Vorschub zu leisten, berichtet die britische Zeitung Daily Mail. Dabei gehe es um Begriffe wie "Dschihad" oder "islamistischer Terror", für die Alternativen gefunden werden sollen. Infrage kämen demnach Begriffe wie "religiös begründeter Terrorismus" oder "Anhänger von Osama bin Ladens Ideologie".

Zum Beitrag auf dailymail.co.uk

Selbsternannter "Cyber-Dschihadist" zu fünf Jahren Haft verurteilt

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat einen selbsternannten "Cyber-Dschihadisten" zu fünf Jahren Haft verurteilt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Auf dem Laptop des Angeklagten war ein Schulungsvideo zum Töten von Menschen gefunden worden. Darüber hinaus habe er die Terrorgruppe Ahrar al-Scham in Syrien mit Nachtsichtgeräten, Waffen-Reinigungssets und Krankentransportern unterstützt.

Zum Beitrag auf sueddeutsche.de

Fahndung durch "virtuelle Agenten"

Das Bundesamt für Verfassungsschutz setze verstärkt auf „virtuelle Agenten“, um Rechtsextremisten im Internet besser auffinden zu können, so die Tagesschau. Das zugrunde liegende Konzept, die "Operative Nutzung des Internets" (ONI), sei bereits im Kampf gegen Islamismus eingesetzt worden. Zum Beispiel 2017, als ein deutscher Dschihadist aus Syrien heraus über Facebook nach freiwilligen Attentätern in Essen gesucht hatte. Mit dem Wissen aus dem Bereich Islamismus wolle das Bundesamt für Verfassungsschutz nun auch gegen Rechtsextremismus vorgehen.

Zum Beitrag auf tagesschau.de

Umstrukturierungen in der Bundeswehr nach Extremismus-Fällen

Mehrere Medien berichten über Veränderungen bei der Bundeswehr, nachdem eine Reihe von Extremismus-Fällen bekannt geworden sind.

Mit der Reform des Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr stelle Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Eliteeinheit auf eine Bewährungsprobe, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Unter anderem sollen alle Übungen und internationale Kooperationen eingestellt werden und dem KSK die Oberhoheit über die Ausbildung genommen werden. Ende Oktober wolle die Verteidigungsministerin Bilanz ziehen.

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet von einem Gesetzesänderungsantrag der Bundesregierung, demzufolge auch Soldaten, die über vier Jahre im Dienst sind, bei besonders schweren Fällen entlassen werden könnten. Bislang war die Entlassung nach vier oder mehr Jahren nur nach einer strafrechtlichen Verurteilung oder einem Disziplinarverfahren möglich.

Die Rheinische Post berichtet darüber, dass der Militärische Abschirmdienst und der Reservistenverband enger miteinander kommunizieren wollen, um gegen Extremismusverdächtige vorzugehen.

NRW: Neuer Wegweiser-Standort in Bergisch Gladbach

In Bergisch Gladbach hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) einen neuen Standort der Beratungsstelle „Wegweiser“ eröffnet. Sie ist für Bergisch Gladbach, Rhein-Berg und den Oberbergischen Kreis zuständig. Drei Mitarbeiter sind dort tätig und sollen zukünftig mit gefährdeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten.

Zum Beitrag auf wdr.de

Der "IS" breitet sich in Syrien wieder aus

Im Irak und in Syrien breite sich der "IS" ein Jahr nach seiner militärischen Niederlage wieder aus, meldet der Tagesspiegel. Grund sei vor allem die Schwäche seiner Gegner. Unter anderem hat der Irak das Sicherheitspersonal in Krisenregionen reduziert, um Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu überwachen. Auch der Rückzug der US-amerikanischen Streitkräfte aus Syrien und die Schwäche des Irans und seiner schiitischen Milizen im Irak werden als Gründe angegeben.

Zum Beitrag auf tagesspiegel.de

Fachbeiträge und Handreichungen

PRIF: Evaluation in der Extremismusprävention – Chancen einer vielfältigen Landschaft nutzen

Der Artikel aus der neuen Ausgabe des "PRIF Spotlight" setzt sich mit der Rolle der Evaluation in der Extremismusprävention auseinander. Dabei geht es auch um die Vielfalt der Akteure, Ansätze und Maßnahmen in Deutschland, die sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich bringt.

Zum Beitrag auf blog.prif.org

CoRE NRW: Schwer erreichbare Zielgruppen für die Radikalisierungsprävention – Erfahrungen und Ansätze der Sozialen Arbeit

Das Gutachten stellt zum einen verschiedene Perspektiven von Praxiseinrichtungen der Sozialen Arbeit auf schwer erreichbare Zielgruppen vor. Zum anderen werden anhand von Best-Practice-Beispielen Strategien und Methoden besprochen, um diese Zielgruppen zu erreichen. Schwerpunkte sind unter anderem die zielgruppenspezifische Ansprache, Beziehungs- und Vertrauensarbeit sowie die Lebenswelt- und Sozialraumorientierung.

Zum Download auf bicc.de

RAN: Rehabilitation Manual ‒ Rehabilitation of radicalised and terrorist offenders for first line practitioners

Das Handbuch bietet einen Einstieg in die Rehabilitationsarbeit mit radikalisierten Personen. Der Band basiert auf einer Fallstudie, anhand derer sieben Phasen von Rehabilitation detailliert dargestellt werden. Das Handbuch thematisiert sowohl notwendige Akteure, Werkzeuge und Methoden für einen erfolgreichen Verlauf, als auch die Herausforderungen, die während des Rehabilitationsprozesses aufkommen.

Zum Download auf ec.europa.eu (in englischer Sprache)

Neuerscheinungen

Offene Kinder- und Jugendarbeit im Kontext des Salafismus

– David Yuzva Clement –

In diesem Band geht es zum einen darum, wie pädagogische Fachkräfte Jugendlichen helfen können, konstruierte Unterschiedlichkeitsbilder zu hinterfragen. Zum anderen geht es um das Handeln pädagogischer Fachkräfte in der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen der Auseinandersetzung mit Hinwendungsprozessen Jugendlicher zum Salafismus.

Das Buch ist am 13. Juni 2020 beim Springer Verlag erschienen und umfasst 488 Seiten. Es kann zum Preis von 42,99 Euro als E-Book und zum Preis von 54,99 Euro als Softcover bestellt werden.

Handbuch Extremismusprävention

– Bundeskriminalamt –

Das Handbuch Extremismusprävention versammelt Beiträge von Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis. In sieben Kapiteln werden die unterschiedlichen Arbeitsbereiche der Prävention für ein breites Publikum ausgeleuchtet. Im ersten Teil des Buches gibt es Einordnungen der Phänomenbereiche politisch motivierter Kriminalität und Beiträge zu Radikalisierungsprozessen auf verschiedenen Ebenen. Im zweiten Teil wird die Praxis der Extremismusprävention in Deutschland anhand mehrerer Beispiele in den Blick genommen. Im dritten Teil geht es um gesamtgesellschaftliche Ansätze, wie zum Beispiel die Rolle von Moscheen oder der politischen Bildung in der Extremismusprävention.

Zum Download auf bka.de

The Prevent Duty in Education – Impact, Enactment and Implications

– Joel Busher, Jerome Lee –

Der Band beschäftigt sich damit, was sich im britischen Bildungsbereich in den letzten fünf Jahren im Zusammenhang mit der Extremismusprävention verändert hat. Seit Juli 2015 besteht für alle, die im Bildungsbereich arbeiten, die Pflicht, an der Verhinderung von Radikalisierung mitzuarbeiten. Anhand von sechs Forschungsprojekten zeigt der Band, wie Lehrkräfte diese als "Prevent Duty" bekannte Pflicht umsetzen, aber auch, wie unterschiedlich Lehrkräfte und Studierende die Pflicht wahrnehmen.

Das Buch ist im August 2020 bei Palgrave Macmillan erschienen und umfasst 176 Seiten. Es kann kostenlos heruntergeladen werden und ist zum Preis von 51,99 Euro als gebundene Ausgabe verfügbar.

Zum Download auf palgrave.com (in englischer Sprache)

Video- und Audio-Beiträge

Podcast: "Politischer Islam" in Deutschland – Gefahr oder Panikmache?

In diesem Podcast von SWR2 Wissen und BR Kontrovers kommt unter anderem der Sprecher der Furkan-Gemeinschaft zu Wort, die dem legalistischen Islam beziehungsweise dem politischen Islam zugerechnet wird. Der Podcast fragt nach der Bedeutung und den Zielen des politischen Islams sowie seinen Vertretern und Anhängern in Deutschland. Außerdem geht es darum, was das Phänomen für die deutsche Gesellschaft und Demokratie bedeutet.

Zum Podcast auf swr.de

Online-Seminar: RAN Young – radicalisation and prevention

In dieser Aufzeichnung eines Online-Seminars wird die Plattform RAN YOUNG vorgestellt. Die Plattform ist für 18-25-Jährige gedacht und richtet sich speziell an zukünftige Praktikerinnen und Praktiker im Bereich der Radikalisierungsprävention. Dazu zählen unter anderem Lehrkräfte oder Polizeibeamte. Die Teilnehmenden bekommen einen Überblick über die Themenbereiche gewaltbereiter Extremismus, Radikalisierung und Prävention.

Zum Video auf youtube.com