HERAUSFORDERUNG ISLAMISMUS Infodienst Radikalisierungsprävention

Newsletter April 2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie sieht eigentlich die Beratung von radikalisierungsgefährdeten Menschen und ihren Familien in Zeiten von Corona aus? Kaan Orhon arbeitet bei der Beratungsstelle Leben in Bonn. Er unterstützt Angehörige von Menschen, die sich religiös radikalisieren sowie Menschen, die Hilfe beim Ausstieg aus dem religiös begründeten Extremismus suchen. In seinem Arbeitsprotokoll beschreibt er, wie die Pandemie seine Tätigkeit verändert hat.

Für unsere Serie zum "legalistischen" Islamismus widmet sich Hanna Baron der Hizb ut-Tahrir, ihrer Ideologie und ihren Zielen. Die Autorin skizziert auch, wie Akteure der Jugend- und Kulturarbeit präventiv tätig werden können.

Herzliche Grüße
Ihre Infodienst-Redaktion

PS: Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns an radikalisierungspraevention@redaktion-kauer.de!

Neu beim Infodienst

Serie: "Legalistischer" Islamismus: Menschen demonstrieren gegen die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China. Der Hamburger Verfassungsschutz hatte erklärt, die Kundgebung werde von Islamisten organisiert. Hinter dem Veranstalter «Generation Islam» verberge sich die verbotene Organisation Hizb ut-Tahrir.

Hanna Baron

Die Hizb ut-Tahrir in Deutschland. Herausforderungen und Ansätze der Präventionsarbeit

Die islamistische Hizb ut-Tahrir ist keine besonders große Gruppierung, aber ihre Initiativen erreichen gerade im Internet neue und vor allem junge Zielgruppen. Hanna Baron betrachtet Ideologie und Ziele der Gruppierung. Sie analysiert ihre Attraktivität und Strategie in den sozialen Medien sowie ihr Vorgehen bei der Anwerbung im Offline-Bereich. Und sie zeigt, wie verschiedene Stellen der Jugend- und Kulturarbeit präventiv tätig werden können.

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Ein Telefon und ein Notizblock: Das Telefon ist durch die Pandemie zum wichtigsten Kommunikationskanal geworden

Kaan Orhon

Beratung in Zeiten von Corona. Ein Arbeitsprotokoll

Wie sieht der Alltag eines Beraters im Bereich des religiös begründeten Extremismus in Zeiten von Corona aus? Kaan Orhon ist Islamwissenschaftler und leitet das Bonner Büro der Beratungsstelle Leben des in Berlin ansässigen Vereins Grüner Vogel e. V. Er unterstützt Angehörige von Menschen, die sich religiös radikalisieren sowie Menschen, die Hilfe beim Ausstieg suchen. In seinem Arbeitsprotokoll beschreibt er, wie die Pandemie seine Tätigkeit verändert hat.

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Herausforderung Salafismus - Schule und religiös begründeter Extremismus

Redaktion Infodienst

Handreichung "Schule und religiös begründeter Extremismus" – überarbeitete Neuauflage

Die Infodienst-Handreichung „Schule und religiös begründeter Extremismus“ wurde umfangreich überarbeitet. Dabei wurde der Fokus erweitert: von Salafismus hin zum Islamismus. Im Zentrum der Handreichung steht die Vorstellung aktueller Unterrichtsmaterialien, Multimedia- und Online-Angebote für alle Schulformen sowie Publikationen für pädagogische Fachkräfte zum Themenfeld. Die Handreichung kann kostenlos heruntergeladen oder als Print-Version bestellt werden.

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Datenbank Angebote der Radikalisierungsprävention

Redaktion Infodienst

Übersicht Anlaufstellen: Neues Angebot aus Augsburg

Das Büro für Kommunale Prävention Augsburg: Augsburger Netzwerk für Prävention von Salafismus wurde in die Infodienst-Übersicht mit Anlaufstellen aufgenommen.

In der Übersicht finden Sie Beschreibungen und Kontaktdetails zu rund 100 Anlaufstellen in ganz Deutschland, die Unterstützung anbieten – von Hotlines und Beratung über pädagogische Maßnahmen und Weiterbildungen bis hin zu Intervention und Deradikalisierung.

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Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung

Randbereiche des Extremismus auf YouTube

bpb & Modus | ZAD

Monitoring von islamistischen YouTube-Kanälen: Februar/März 2021

modus | zad betreibt ein Monitoring der populärsten islamistischen YouTube-Kanäle. Monatlich werden auf bpb.de Analysen veröffentlicht, die Trends identifizieren und die Präventionsarbeit unterstützen. In Handreichungen wird darüber informiert, wie die Kanäle Jugendliche und junge Menschen erreichen und wie Fachkräfte dem begegnen können.

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Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Termindetails und weitere Termine finden Sie in der Termin-Übersicht des Infodienstes.

April

Online-Seminar: Radikalisierungsprävention – Handlungskonzepte für die Praxis
27. April 2021, online
Interdisziplinäres Kompetenznetzwerk Radikalisierungsprävention

Online-Fachgespräch: Politische Bildung – vernachlässigt, unterschätzt, doch demokratierelevant?
27. April 2021, online
Evangelische Akademie Thüringen

Webtalk: Gewaltdarstellungen des "IS" – Hintergrund, Wirkung und Anregungen zur pädagogischen Nutzung von künstlerischen Aneignungen
27. April 2021, online
Infodienst Radikalisierungsprävention, Bildungsstätte Anne Frank, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Museum für islamische Kunst, ufuq.de

Online-Vortrag: Rechts, Links, Islamistisch – Alles gleich? Die Extremismustheorie in der Präventionsarbeit
28. April 2021, online
Evangelische Akademie Frankfurt

Online-Vortrag: CoRE-NRW Projektvorstellung
29. April 2021, online
CoRE-NRW

Mai

Online-Basisschulung: Radikalisierungsprävention für Jugendliche und junge Erwachsene – Kurskonzepte erfolgreich umsetzen
4.-5. Mai 2021, online
Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.

Webtalk: Wer muss wann was tun? – Schulrechtliche Regelungen im Umgang mit gewaltbefürwortenden und extremistischen Aussagen und Verhaltensweisen
6. Mai 2021, online
Infodienst Radikalisierungsprävention, Bildungsstätte Anne Frank, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Museum für islamische Kunst, ufuq.de

Online-Kongress: 26. Deutscher Präventionstag
10. und 11. Mai 2021, online
Deutscher Präventionstag

Webtalk: Welche Informationen brauchen Schulöffentlichkeit und Medien? Herausforderungen der Kommunikation über Radikalisierungen im Kontext Schule
18. Mai 2021, online
Infodienst Radikalisierungsprävention, Bildungsstätte Anne Frank, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Museum für islamische Kunst, ufuq.de

Juni

Online-Fachtagung: Familie extrem – Zugänge schaffen und Kinder stärken
7. und 8. Juni, online
Fachstelle Liberi, PROvention, beRATen e. V. Niedersachsen

Webtalk: Was können Museen als Kulturinstitutionen zu Prävention beitragen?
8. Juni 2021, online
Infodienst Radikalisierungsprävention, Bildungsstätte Anne Frank, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Museum für islamische Kunst, ufuq.de

Online-Basisschulung: Radikalisierungsprävention für Jugendliche und junge Erwachsene – Kurskonzepte erfolgreich umsetzen
30. Juni/1. Juli 2021, online
Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.

September

Online-Basisschulung: Radikalisierungsprävention für Jugendliche und junge Erwachsene – Kurskonzepte erfolgreich umsetzen
28.-29. September 2021, online
Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.>

Stellenangebote

Details finden Sie in der Übersicht mit Stellenangeboten im Infodienst.

Bayern

Pädagogische Mitarbeit in der "Beratungsstelle Bayern"
München
Violence Prevention Network

Berlin

Junior Expert for Consultancy and Training in P/CVE
Berlin
Violence Prevention Network

Hamburg

Mitarbeiter/-in im Bereich Beratung/Netzwerk bei Legato
Hamburg
Vereinigung Pestalozzi gGmbH

Nordrhein-Westfalen

Ehrenamtliche Mitarbeit
NRW-weit
180 Grad Wende, Jugendbildungs- und Sozialwerk Goethe e. V.

Berater/-in Präventionsprogramm "Wegweiser"
Recklinghausen/Bottrop
Präventionsprogramm "Wegweiser", RE/init e. V.

Schleswig-Holstein

Zwei Projektmitarbeiter/-innen für die Fach- und Informationsstelle gegen religiös begründeten Extremismus von PROvention
Kiel
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V.

Projektmitarbeiter/-in für die Fach- und Informationsstelle gegen religiös begründeten Extremismus von PROvention
Kiel
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V.

Handreichungen, Studien & Berichte

Ramadan in der Offenen Jugendarbeit

– Amadeu Antonio Stiftung –

Die Handreichung soll Fachkräfte in der Jugendarbeit für die Tradition des Ramadans sensibilisieren und ihnen dabei helfen, Jugendliche im Fastenmonat zu unterstützen. Typische Fragestellungen und Situationen werden zusammen mit Lösungsansätzen aufgeführt.

Zur Handreichung auf amadeu-antonio-stiftung.de

Dschihadismus in Österreich

– Konrad Adenauer Stiftung; Dr. Guido Steinberg –

Am 2. November 2020 verübte ein Attentäter den ersten dschihadistischen Anschlag in Österreich. Er tötete vier Menschen und verletzte 23 weitere Personen in der Wiener Innenstadt, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde. In der Studie werden die aktuelle Gefahrenlage in Österreich, die entsprechenden Gegenstrategien und die politische Debatte analysiert.

Zur Studie auf kas.de

Islamistische YouTube-Propaganda

– Klevesath, Munderloh, Sprengeler, Grahmann, Reiter –

Wie nehmen Jugendliche Online-Videos aus dem Spektrum des radikalen Islam wahr? Wie stark wird ihre Sicht auf die Inhalte von ihrem Religionsverständnis, ihrer sozialen Zugehörigkeit und aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatten in Deutschland beeinflusst? Die qualitative Studie untersucht die Rezeption ausgewählter Videos von Marcel Krass, Ahmad Armih (bekannt unter dem Pseudonym "Ahmad Abul Baraa") sowie von Yasin Bala ("Yasin al-Hanafi").

Zur Studie (kostenloser Download von EPUB oder PDF; Printversion 38,00 €) auf transcript-verlag.de

Strafvollzug und Bewährungshilfe

– Deutsches Jugendinstitut –

Der Bericht beschreibt, wie die 15 Modellprojekte im Themenfeld "Prävention und Deradikalisierung in Strafvollzug und Bewährungshilfe" des Bundesprogramms "Demokratie leben!" in die neue Förderperiode gestartet sind (2020-2024). Ebenso werden die durch die Covid-19-Pandemie verursachten Arbeitseinschränkungen beleuchtet. So verwehrten die Justizvollzugsanstalten den Externen zum Schutz vor Ansteckung Anfang März für längere Zeit den Zugang. Als Reaktion auf die Pandemie entwickelten die Modellprojekte teilweise neue Formate – Präsenzworkshops wurden den Corona-Regeln entsprechend umgestaltet und Online-Workshops wurden konzipiert und weiterentwickelt.

Zum Bericht auf dji.de

Fachbeiträge

"Konfrontative Religionsausübung" als Synonym für Islamismus?

– ufuq.de; Götz Nordbruch –

Götz Nordbruch setzt sich in seinem Beitrag kritisch mit dem Begriff "Konfrontative Religionsausübung" auseinander. Er kritisiert, dass dieser zunehmend als Synonym für "Islamismus" verwendet zu werden scheint – oder als Hinweis auf ein frühes Radikalisierungsstadium. Er spricht sich gegen solche Verkürzungen aus, da dies den Blick auf jugendliche Handlungsmotive verzerre und besondere Dringlichkeit von Sanktionen suggeriere.

Zum Beitrag auf ufuq.de

"Graue Wölfe" in Deutschland: Ist ein Verbot möglich?

– ufuq.de; Kemal Bozay –

Die "Ülkücü" ist eine rechtsextreme Bewegung aus der Türkei, die auch in Deutschland aktiv und unter dem Namen "Graue Wölfe" bekannt ist. Ende 2020 forderte der Bundestag größere Anstrengungen, um der Bewegung auf gesellschaftlicher und politischer Ebene entgegenzutreten. In seinem Beitrag informiert der Sozialwissenschaftler Kemal Bozay über Hintergründe und Strukturen der "Grauen Wölfe" – und über die Schwierigkeiten, ein Verbot durchzusetzen.

Zum Beitrag auf ufuq.de

Antimuslimischer Rassismus: Hintergründe, Zahlen und Fakten

– Mediendienst Integration –

Das Infopapier des Mediendienst Integration erklärt Begrifflichkeiten wie Islamophobie oder Muslimfeindlichkeit und grenzt sie voneinander ab. Es fasst Zahlen unterschiedlicher Studien zusammen – etwa zu Diskriminierungserfahrungen muslimischer Menschen oder der Anzahl islamfeindlicher Straftaten in Deutschland. Für Betroffene werden Hilfestellungen, Ansprechpartner und Beratungsstellen vorgestellt.

Zum Infopapier auf mediendienst-integration.de

Imamausbildung in Deutschland

– Mediendienst Integration –

Rund 90 Prozent der in Deutschland tätigen Imame wurden im Ausland ausgebildet. Kritisiert wird seitens des Mediendienst Integration, dass auf diese Weise andere Staaten deutsche Moscheegemeinden und Verbände beeinflussen könnten. Das Factsheet erklärt den Beruf des Imams, beschreibt den Ausbildungsweg, die Lehre und greift gängige Kritik auf. Außerdem werden Programme beschrieben, die in Deutschland religiöses und Moscheepersonal ausbilden.

Zum Factsheet auf mediendienst-integration.de

Audio- und Video-Beiträge & Spiele

Muslimische Jugendarbeit in Moscheen

– ufuq.de: "Wovon träumst Du eigentlich nachts?"; Audio; 26 Minuten –

Der Islamwissenschaftler und politische Bildner Mohammed H. Scheikani gewährt Einblicke in die muslimische Jugendarbeit. Er erzählt, wie Social Media und Moscheegemeinden zusammenpassen und erklärt, weshalb Religiosität bei der Selbstfindung ein zentraler Aspekt sein kann.

Zum Podcast und zum Transkript auf ufuq.de

Zwischen rechter Instrumentalisierung und linkem Schweigen: Können wir keine Islamismus-Kritik?

– Bildungsstätte Anne Frank: "StreitBar"; Video; 108 Minuten –

Der politischen Linken wird häufig vorgeworden, zu islamistischer Gewalt zu schweigen. Stimmt das? In der "StreitBar" diskutieren Kevin Kühnert und Saba-Nur Cheema unter anderem über die Instrumentalisierung von Opfern islamistischer Gewalt durch das rechte Spektrum sowie die Reaktion der Linken. Außerdem steht die Frage im Raum, wie rassismusfreie Kritik geübt und Islamismus trotzdem angeprangert werden kann.

Zum Video auf youtube.com

Anwerbungstaktiken auf Gaming-Plattformen

– Radicalisation Awareness Network; Video; 30 Minuten –

Mit welchem Taktiken werben Extremisten junge Menschen auf Gaming-Plattformen an? Jordy Nijenhuis und Veera Tuomala sprechen mit Expertinnen und Experten über ihre Erfahrungen in der Praxis.

Zum Video auf youtube.com

Islamische Redewendungen im Alltag

– Deutschlandfunk Kultur; Audio; 8 Minuten –

Alhamdullilah, Maschallah, Inschallah – arabische Redewendungen sind in migrantisch geprägten deutschen Großstädten inzwischen häufig zu hören. Ihr Ursprung ist islamisch, doch spricht im Alltag aus ihnen tatsächlich noch ein religiöses Bekenntnis?

Zum Audio-Beitrag auf deutschlandfunkkultur.de

Aktivist Hassan Geuad: "Mehr Präsenz zeigen gegen den Terror"

– Deutschlandfunk Kultur; Audio; 35 Minuten –

Der aus dem Irak stammende Marketinganalyst Hassan Geuad wird von Islamisten bedroht. Grund dafür ist sein Aktivismus mit der Gruppe "12thMemoRise". In Straßenaktionen rufen sie Muslime dazu auf, sich gegen Radikale ihres Glaubens zu wehren. Geuad spricht über Entstehung und Ziele der Gruppe und teilt seine Erfahrungen.

Zum Audio-Beitrag auf ardaudiothek.de

Spiel soll für Radikalisierung sensibilisieren

– Bildungsstätte Anne Frank; Spiel –

"Hidden Games" ist eine Social Media-Simulation, die junge Menschen für Anzeichen von rechtsextremer und islamischer Radikalisierung sensibilisieren soll. Durch das Chatten, Kommentieren und Interagieren mit anderen Nutzerinnen und Nutzern soll die Medienkompetenz gefördert werden und Spielerinnen und Spieler sollen lernen, problematische Inhalte zu erkennen und sachkundig darauf zu reagieren.

Zum Spiel auf hidden-codes.de

Zum Gespräch mit Projektleiterin Deborah Schnabel auf deutschlandfunknova.de

Aktuelle Meldungen

Union blockiert Demokratiefördergesetz: Streitpunkt Extremismusklausel

Die Unionsfraktion will den Entwurf für das von der SPD geforderte Demokratiefördergesetz nicht unterstützen, berichtet die Zeit. Abgeordnete haben Bedenken, damit "zu linke" Organisationen zu stärken, die bereit seien, ihre Ziele auch mit Gewalt durchzusetzen. Außerdem fordert die Union von Geldempfängern ein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Dies käme jedoch einer Rehabilitierung der "Extremismusklausel" von 2011 gleich. Kritisiert wurde seinerzeit, dass die von der damaligen Familienministerin Kristina Schröder initiierte Klausel Projekte und Träger unter Generalverdacht stellen würde. Entsprechend wurde sie 2014 wieder abgeschafft.

Zum Beitrag auf zeit.de

Umgang mit radikalen Stimmen in Social Media

Im Interview mit der Zeit spricht Extremismusforscher Jakob Guhl vom Institute for Strategic Dialogue über Sinn und Unsinn von Deplatforming – also die Strategie von Social Media Plattformen, Nutzerkonten zu sperren, um sie so an der Verbreitung extremistischer Inhalte zu hindern. Guhl fürchtet, dass Nutzerkontensperrung zum "Umzug auf alternative Plattformen" führe könne. Manche Expertinnen und Experten befürchten eine "beschleunigte Radikalisierung". Guhl spricht sich für mehr Transparenz und direkten Austausch aus und erklärt, dass die Formulierung von Moderationskonzepten für Millionen von Nutzerinnen und Nutzern eine Mammutaufgabe sei. Vorwürfe der Parteilichkeit seitens Social Media-Plattformen könnten weder entkräftet noch bestätigt werden, da es an Daten fehle.

Zum Interview auf zeit.de

Kein deutscher Pass für mutmaßliche Islamisten

Der Versuch zweier Islamisten, die deutsche Staatsbürgerschaft einzuklagen, wurde vom Verwaltungsgericht Hannover zurückgewiesen, berichtet der NDR. Ein dritter Kläger zog seine Klage gegen die Stadt Hildesheim zurück. Eine 2014 erfolgte Einbürgerung soll wegen islamistischer Tätigkeiten rückgängig gemacht werden. Alle Kläger standen in Kontakt mit dem mittlerweile verbotenen Deutschsprachigen Islamkreis Hildesheim.

Zum Beitrag auf ndr.de

Corona-Hilfen zur Terrorfinanzierung in Kriegsgebieten?

In mindestens drei Fällen sollen Corona-Hilfen der Bundesregierung "bandenmäßig" zur Finanzierung von islamistischen Extremisten und der direkten Terrorismusunterstützung im Nahen Osten genutzt worden sein, so die Welt am Sonntag. Allein in Berlin laufen Ermittlungen gegen mehr als 60 Personen und Moscheevereine aus dem islamistischen Spektrum. Die Schadenssumme wird auf rund eine Million Euro geschätzt.

Zum Beitrag auf welt.de

Witwe von Denis Cuspert rechtskräftig verurteilt

Der Bundesgerichtshof hat laut Zeit das Urteil gegen Omaima A., deutsch-tunesische Witwe des "IS"-Terroristen Denis Cuspert, bestätigt. Die Revision der Angeklagten wurde verworfen, da kein Rechtsfehler bei der Urteilsüberprüfung festgestellt werden konnte. Die gebürtige Hamburgerin wurde unter anderem wegen Mitgliedschaft im "IS", der Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Waffenbesitz und der Verletzung der Fürsorgepflicht ihrer drei Kinder verurteilt. Sie war 2015 mit ihnen nach Rakka gezogen.

Zum Beitrag auf zeit.de

BMI fördert sechs kommunale Projekte gegen Extremismus

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat sechs Kommunen ausgewählt, die Projekte zu unterschiedlichen Extremismusformen erproben sollen: Augsburg, Bamberg, Berlin, Essen, Heidelberg und Wolfsburg. Die Projekte sollen kommunale Akteure mit zuständigen Landesstrukturen vernetzen, lokale Koordinierungsstellen etablieren sowie Expertise aus Jugendhilfe und Gesundheitsberufen stärker in die Deradikalisierungsarbeit einbeziehen.

Zur Meldung auf bmi.bund.de

Ausbau und Fortführung von Präventionsprojekten für Eltern in Bayern

Der Verein "Frauen ohne Grenzen" erhält eine Viertelmillion Euro vom Bayerischen Sozialministerium, berichtet der BR. Damit sollen neue Standorte der sogenannten "MotherSchools" und "FatherSchools" in Regensburg und in Passau entstehen. Außerdem wird die Weiterführung der "MotherSchools" in Augsburg finanziert. Die Projekte sensibilisieren Erziehende für Radikalisierungsprozesse, damit sie mögliche Anzeichen bei ihren Kindern früh erkennen und kompetent darauf reagieren können.

Zum Beitrag auf br.de

Neue Forschungsstelle will politische Bildung in Sachsen verbessern

Die "Forschungsstelle für Didaktik der Demokratie" will die politische Bildung bei Jugendlichen und Erwachsene verbessern. Gegründet wurde sie von der TU Dresden und dem sächsischen Ministerium für Europa und Gleichstellung. Direktorin Anja Besand erklärt im Interview mit dem MDR, wieso der Austausch in Zeiten von Desinformation besonders wichtig ist und spricht über die Wichtigkeit von politischer Bildung als Werkzeug zur Urteils- und Handlungsfähigkeit.

Zum Interview auf mdr.de

Meinung: Falsch verstandene Toleranz hilft nicht gegen religiös begründeten Extremismus

Dschihadisten und "moderate Islamisten" eint ihre Agenda, meint Kacem El Ghazalli: Die Religion soll demnach das politische und soziale Leben bestimmen. Es sei deshalb ein Irrglauben, diese Akteure mit mehr Toleranz "zähmen" zu können. In seinem Kommentar in der NZZ beleuchtet er die geschichtlichen Hintergründe des sogenannten politischen Islams. Er glaubt, dass in muslimischen Staaten die Übernahme des islamischen Gesetzes als Rechts- und Moralkodex zur Erosion toleranter sozialer Normen geführt hat.

Zum Beitrag auf nzz.ch

Schließung muslimischer Kita in Mainz war rechtmäßig

2019 wurde der ersten muslimischen Kindertagesstätte die Betriebsgenehmigung entzogen. Der Grund: Dem Träger der Al-Nur-Kita wurde Nähe zur radikalen Muslimbruderschaft und dem Salafismus unterstellt. Außerdem habe die Kita gegen Betriebsauflagen verstoßen. Im April 2021 hat das Mainzer Verwaltungsgericht diese Entscheidung für rechtmäßig befunden – und eine Klage der Kita abgewiesen. Es werde zwar bedauert, die einzige muslimische Kita im Land zu verlieren, allerdings dürfe das Kindeswohl nicht zur Diskussion stehen.

Zum Beitrag auf swr.de

Islamistischer Attentäter von Dresden: Homosexualität ist eine Sünde

Der Syrer, der im Oktober 2020 zwei Touristen in Dresden aus homofeindlichen Motiven mit einem Messer angegriffen und dabei einen von ihnen schwer verletzt und den anderen getötet hat, steht nun vor Gericht. Die FAZ berichtet vom Gutachten des forensischen Psychiaters, der mit dem Angeklagten gesprochen hat. Der Angeklagte habe gesagt, dass Homosexualität eine Sünde sei. Homosexuelle seien "Feinde Gottes", sie müssten bekämpft und getötet werden.

Zum Beitrag auf faz.net