HERAUSFORDERUNG ISLAMISMUS Infodienst Radikalisierungsprävention

Newsletter September 2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Thema Islamismus bewegt weiterhin die Welt: von der Machtergreifung durch die Taliban in Afghanistan, über den 20. Jahrestag von 9/11, den Auftakt des Prozesses gegen die Attentäter von Paris bis zum verhinderten Anschlag auf eine Synagoge in Hagen mit mutmaßlich islamistischem Hintergrund.

Dem gegenüber steht in Deutschland eine vielfältige Präventions- und Distanzierungsarbeit – das zeigt sich auch darin, wie viel im Arbeitsfeld publiziert wird. Die Infodienst-Redaktion hat eine Übersicht mit rund 100 Büchern und Zeitschriften zu Islamismus, Radikalisierung, Prävention und Ausstiegsarbeit zusammengestellt. Neben Hintergrundinformationen bieten sie auch persönliche Einblicke im Rahmen von (Auto-)Biografien und fiktionale Zugänge über (Jugend-)Romane. Viel Vergnügen beim Entdecken!

Herzliche Grüße
Ihre Infodienst-Redaktion

PS: Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie uns an radikalisierungspraevention@redaktion-kauer.de!

Neu beim Infodienst

Sachbücher liegen auf einem Tisch in einer Bibliothek

REDAKTION INFODIENST

Übersicht: Literatur zu Islamismus, Radikalisierung, Extremismus, Prävention & Ausstiegsarbeit

Rund 100 Publikationen, übersichtlich aufbereitet: Die Infodienst-Redaktion hat deutschsprachige Bücher und Zeitschriften aus den letzten zehn Jahren zusammengestellt. Sie beantworten Fragen wie: Was wissen wir über Radikalisierungsprozesse? Wie kann Präventionsarbeit gelingen? Wie sehen die Biografien derjenigen aus, die sich radikalisiert haben?

Die Publikationen sind in fünf Kategorien aufgeteilt: Die Fachbücher richten sich vor allem an Expertinnen und Experten aus dem Arbeitsfeld. Die Sachbücher eignen sich als Einstieg für alle interessierten Personen. Die (auto-)biografischen Bücher schildern sehr persönliche Eindrücke – von Menschen, die sich extremen Ideologien zugewandt und wieder von diesen abgewandt haben, sowie von ihren Familien. Die Romane bieten die Möglichkeit, sich zum Beispiel in der Schule dem komplexen Thema Extremismus zu nähern. Und die Zeitschriften liefern aktuelle Informationen für Fachleute.

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Farbfoto: Kunstinstallation im Haus Bastian.

ROMAN SINGENDONK, DR. LEONARD SCHMIEDING UND CHRISTOPHER FÖRCH

Was können Museen zu Extremismusprävention beitragen?

Museen können mit Angeboten politischer Bildung einen Beitrag zur Prävention von Extremismus leisten, sagen Roman Singendonk, Dr. Leonard Schmieding und Christopher Förch. Sie haben bei den Staatlichen Museen zu Berlin Projekte entwickelt, die anhand von Objekten Geschichten erzählen, die für Vereinnahmungen und Mythologisierungen sensibilisieren und neue Perspektiven eröffnen. Sie wollen damit einen Beitrag für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander und gegen Abwertungen, Diskriminierungen und Ausschlüsse leisten. Dafür gehen sie neue Wege und kooperieren zum Beispiel mit Moscheegemeinden und anderen Partnern.

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Serienbild: Kooperation von Präventionsakteuren

CARMEN FIGLESTAHLER & KATJA SCHAU

Zusammenarbeit zwischen Sozialer Arbeit und Sicherheitsbehörden

Wenn Akteure der Sozialen Arbeit und Sicherheitsbehörden im Bereich des islamistischen Extremismus zusammenarbeiten, müssen Zuständigkeiten, Falleinschätzungen und der Umgang mit Informationen immer wieder ausgehandelt werden. Auf Basis einer empirischen Fallstudie betrachten die Mitarbeiterinnen des Deutschen Jugendinstituts, Carmen Figlestahler und Katja Schau, wie in Kooperationen die unterschiedlichen professionellen Selbstverständnisse auch konflikthaft aufeinandertreffen.

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Grafik mit verschiedenen Icons, die für verschiedene Berufsgruppen stehen

REDAKTION INFODIENST

Infodienst nach Berufsgruppen: Infos für Politik & Verwaltung, Beratungsstellen und Wissenschaft

Wir haben für unterschiedliche Berufsgruppen die relevantesten Inhalte des Infodienst Radikalisierungsprävention zusammengestellt – neben Infos für die Bereiche Schule & pädagogische Praxis, Jugendarbeit & Soziale Arbeit, Sicherheitsbehörden & Justiz gibt es nun auch Überblicksseiten für:

Beratung & Ausstieg

Politik & Verwaltung

Wissenschaft

Wir ergänzen laufend Seiten für weitere Berufsgruppen.

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Datenbank Angebote der Radikalisierungsprävention

REDAKTION INFODIENST

Übersicht Anlaufstellen: Neue Angebote aus Berlin, Mainz und München

Die folgenden Projekte wurden in die Infodienst-Übersicht mit Anlaufstellen aufgenommen:

Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz – Präventionsstelle Salafismus und Hinweistelefon (München)

Reflect – Freiheit beginnt im Kopf (Berlin)

Leitstelle Kriminalprävention im Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz (Mainz)

In der Übersicht finden Sie Beschreibungen und Kontaktdetails zu über 100 Anlaufstellen in ganz Deutschland, die Unterstützung anbieten – von Hotlines und Beratung über pädagogische Maßnahmen und Weiterbildungen bis hin zu Intervention und Deradikalisierung.

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Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung

CleaRTeaching

BPB & AKTION GEMEINWESEN UND BERATUNG E. V.

Weiterbildung: "CleaRTeaching". Neosalafistischen und rechtsextremen Haltungen in der Schule begegnen

Bremen: November 2021 bis April 2022, Bonn: März bis Dezember 2022

Wie erkenne ich Radikalisierungsprozesse und wie gehe ich pädagogisch angemessen darauf ein? Die Weiterbildungsreihe CleaRTeaching soll Lehrkräfte und Fachpersonal aus der Schulsozialarbeit befähigen, ein strukturiertes Verfahren zum Umgang mit Radikalisierung an ihren Schulen anzuwenden. So kann Radikalisierung früh erkannt und kompetent darauf reagiert werden. Das Angebot richtet sich an allgemeinbildende und berufsbildende Schulen. Bewerbungsschluss ist der 8. Oktober 2021 (für Bremen) bzw. 14. Dezember 2021 (für Bonn).

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Jugendlicher mit Skateboard

BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG

Seminar: Ausprägungen des türkischen Ultranationalismus als Herausforderung für die (politische) Jugendbildung

22.-23.10.2021 | Georgsmarienhütte

Im Seminar werden verschiedene Ausprägungen des türkischen Ultranationalismus in den Blick genommen – beispielsweise die sogenannten Grauen Wölfe. Dabei werden Geschichte und Ideologie des türkischen Ultranationalismus eine Rolle spielen; der Fokus wird jedoch auf den pädagogischen und gesellschaftlichen Herausforderungen liegen, die in diesem Zusammenhang auftreten.

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Jugendlicher mit Skateboard

BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG

Seminar: Die Corona-Pandemie in der Wahrnehmung und in den Strategien demokratiefeindlicher Gruppierungen

29.-30.10.2021 | Bad Nauheim

Welche Rolle spielt die Pandemie für ideologisch gefestigte Demokratiefeinde? Lassen sich Strategien von islamistischen und rechtsradikalen Gruppen mit Blick auf Corona identifizieren? Und wie kann Verschwörungsdenken sinnvoll und mit pädagogischer Haltung entgegengetreten werden? Diesen Fragen widmet sich dieses Seminar in interaktiver Form.

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Jugendlicher mit Skateboard

BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG

Online-Seminar: Legalistischer oder gewaltablehnender Islamismus als Herausforderung für die Prävention

05.-06.11.2021 | online

Europaweit können gewaltverzichtende islamistische Gruppierungen und Bewegungen Zulauf verzeichnen und gelangen durch medienwirksame Aktionen in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Als problematisch erweist sich ihre langfristige gesellschaftliche und politische Wirkung. Die meisten vertreten Ziele und Ideologien, die demokratische Strukturen zu überwinden versuchen, sich gegen ein offenes pluralistisches Gesellschaftsbild richten und damit bestimmte Menschengruppen grundlegend abwerten.

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Bibel, Koran, Thora

RUUD KOOPMANS & EYLEM KANOL

Fachbeitrag: Gewalt im Namen der Götter?

Welche Rolle spielen gewaltverherrlichende Schriftverse für die Unterstützung religiöser Gewalt? Die Forscher Ruud Koopmans und Eylem Kanol haben dazu ein Umfrageexperiment mit gut 8.000 christlichen, muslimischen und jüdischen Menschen durchgeführt. Ein Ergebnis: Personen unterstützen religiöse Gewalt signifikant stärker, wenn sie mit gewaltlegitimierenden Zitaten aus der Bibel, der Thora oder dem Koran konfrontiert werden. Die Zustimmung für religiöse Gewalt steigt am deutlichsten unter Personen mit einer fundamentalistisch geprägten Glaubensauffassung.

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Ground Zero

STEFAN WEIDNER

Schriftenreihe: Ground Zero. 9/11 und die Geburt der Gegenwart

Was sind die Wurzeln und die weltpolitischen Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2011? Der Islamwissenschaftler Stefan Weidner analysiert anhand zentraler Ereignisse – wie der Islamischen Revolution im Iran und der Besetzung der Großen Moschee von Mekka – die Entwicklungen und Stimmungen, die den Anschlägen vorausgingen. Dabei interpretiert er 9/11 als Geflecht globaler Fehlentwicklungen wie Ungleichheit, Rassismus und Menschenfeindlichkeit.

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4,50
ABDELKRATIE Cover Handreichung

THOMAS GOLL

Didaktische Handreichung für die politische Bildung: Abdelkratie

Die Video-Reihe "Abdelkratie" wurde für den Einsatz im Schulunterricht und in der außerschulischen politischen Bildung aufbereitet. In YouTube-Videos setzt sich der Comedian Abdelkarim mit Grundbegriffen der Demokratie wie "Volk", "Meinungsfreiheit" oder "Rechtsstaat" auseinander. Die nun erschienene Handreichung liefert Anregungen für die Nutzung der Videos in der Schule oder in anderen Bereichen der politischen Bildung.

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Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Oktober

Weiterbildung: Arbeit mit psychosozial auffälligen jungen Menschen
Oktober 2021 bis März 2022, online und Berlin
Denkzeit–Gesellschaft

Fachtagung: Von Empowerment und Abwertung, Emanzipation und Kommerz
4. und 5. Oktober 2021, online
Bundeszentrale für politische Bildung

Workshop: Kein Zugang!? Wie kann Vermittlung von jungen Menschen in radikalisierungspräventive Programme gelingen?
6. Oktober 2021, online
Interdisziplinäres Kompetenznetzwerk Radikalisierungsprävention

Online-Veranstaltung: "Bruder, sei ein Löwe!" – Über Gender-Konstruktionen in der salafistischen Szene
26. Oktober 2021, online
TRIAS Berlin

November

Online-Weiterbildung: CleaRTeaching – Eine Weiterbildung zum Umgang mit Radikalisierungsprozessen im schulischen Kontext
3. November 2021 bis 20. Mai 2022, online oder Bremen
Aktion Gemeinwesen und Beratung e. V., Bundeszentrale für politische Bildung

Online-Fachaustausch: Macht von Sprache im Kontext der Präventionsarbeit
3. und 4. November 2021, online
Deutscher Volkshochschul-Verband

Online-Fachtagung: Evaluation von Programmen der Demokratieförderung, Vielfaltgestaltung und Extremismusprävention
4. November 2021, online
Deutsches Jugendinstitut

Save the Date: Online-Fachtag zu Auswirkungen des Sicherheitsdiskurses auf die Präventionsarbeit von religiös begründetem Extremismus
10. und 11. November 2021, online
Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus

Online-Fachkonferenz: "Let‘s play: Jihad and Reconquista" –Gamification als Strategie des politischen Extremismus
10. und 11. November 2021, online
Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) des Demokratie-Zentrums Sachsen

Fachtagung: Radikal, fundamentalistisch, anders – Fachkräfte im Kontakt
16. November 2021, Fulda
SOCLES, Deutsches Jugendinstitut, cultures interactive e. V.

März 2022

Online-Weiterbildung: CleaRTeaching – Eine Weiterbildung zum Umgang mit Radikalisierungsprozessen im schulischen Kontext
21. März 2022 bis 13. Dezember 2022, Bonn
Aktion Gemeinwesen und Beratung e. V., Bundeszentrale für politische Bildung

Stellenangebote

Hessen

Drei wissenschaftliche Mitarbeitende
Frankfurt am Main
Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS e. V.)

Nordrhein-Westfalen

Bildungsreferent:in für Beratungsnetzwerk Grenzgänger
Bochum
Beratungsnetzwerk Grenzgänger

Ehrenamtliche Mitarbeit
NRW-weit
180 Grad Wende, Jugendbildungs- und Sozialwerk Goethe e. V.

Sachsen-Anhalt

Wissenschaftliche/-r Referent/-in im Projekt Programmevaluation "Demokratie leben!"
Halle (Saale)
Deutsches Jugendinstitut

Wissenschaftliche/-r Referent /-in im Projekt Programmevaluation „Demokratie leben!“
Halle (Saale)
Deutsches Jugendinstitut

Schleswig-Holstein

Prävention und Intervention gegen religiös begründeten Extremismus im Bereich der Justizvollzugsanstalten und Bewährungshilfe
Kiel
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein

Mitarbeiter/-in bei PROvention
Kiel
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V.

Fachbeiträge

Entstehung von Verschwörungsmythen im islamistischen Extremismus

– Violence Prevention Network: Schriftenreihe: Heinrich Vogel & Johanna West –

Wie wirken Verschwörungsmythen im islamistischen Extremismus? Welche Strategien wenden Islamistinnen und Islamisten an? Und wie kann man Verschwörungsmythen in der Extremismusprävention begegnen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das fünfte Heft der Schriftenreihe "Interventionen" von Violence Prevention Network.

Zur Publikation auf interventionen.blog

Resiliente Sozialräume und Radikalisierungsprävention

– ufuq.de: Britta Hecking, Kayra Hohmann & Victoria Schwenzer –

Welche Faktoren erhöhen die Resilienz von Sozialräumen gegenüber religiös begründeter Radikalisierung? Und wie wirkt sich die Arbeit einer Jugendeinrichtung auf die Resilienzbildung in bestimmten Stadtteilen aus? Das Berliner Forschungsinstitut Camino stellt die Zwischenergebnisse eines Forschungsprojektes vor.

Zum Beitrag auf ufuq.de

Städtischer Raum und Radikalisierung

– Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (BAG RelEx) –

Welche Rolle spielen urbane Milieus für Radikalisierungsprozesse? Und wie können soziale Räume aktiv in die Präventions- und Ausstiegsarbeit einbezogen werden? Zu diesen Fragen veranstaltete die BAG RelEx im Juli ein Fachgespräch. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Jugend- und Sozialarbeit gaben Einblicke in die Thematik und ihre Praxiserfahrungen. Die Ergebnisse des Fachgesprächs hat die BAG RelEx zusammengefasst.

Zum Fachgespräch auf bag-relex.de

Einführung der "Scharia" in Afghanistan? Ein Vorschlag zur Sprachregelung

– ufuq.de: Jochen Müller –

In Berichten über die Machtergreifung der afghanischen Taliban ist oft von einer Einführung "der Scharia" die Rede. Doch "DIE" Scharia gibt es nicht, sagt der Islamwissenschaftler Jochen Müller. Die Bezeichnung sei uneindeutig und rufe viele Stereotype hervor. In seinem Beitrag erläutert Müller den Begriff und plädiert für einen kritischen Umgang damit.

Zum Beitrag auf ufuq.de

Kritik am Radicalisation Awareness Network

– Harald Weilnböck –

In einem Essay kritisiert Harald Weilnböck von cultures interactive das europäische RAN-Netzwerk. Das Netzwerk mache sich zum "Gesamtevaluator" der europäischen NGOs in der Extremismusprävention, so Weilnböck. Das führe zu einer "unstatthaften Methoden-Selektion". Die Kriterien für die Selektion seien den NGOs unbekannt.

Darüber hinaus befürchtet Weilnböck, dass sich "eine Art Präventions-Polizeistaat auf gesamteuropäischer Ebene" abzeichne. Eine Ausschreibung des EU-weiten "Fonds für innere Sicherheit/Polizei" würde dazu auffordern, "Mechanismen zur Bewertung der Vertrauenswürdigkeit von NGOs" zu entwickeln. Dem positiv gegenüber stehen würde hingegen das deutsche Bundesprogramm "Demokratie leben!", das mit dem Aufbau einer zivilgesellschaftlich basierten Struktur für Prävention und Evaluation begonnen hätte.

Zum Essay in englischer Sprache auf cultures-interactive.de

Zur Zusammenfassung in deutscher Sprache auf cultures-interactive.de

Studien & Handreichungen

Ausstiegsarbeit in NRW: Ein Vergleich

– Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC): Alina Neitzert –

Das BICC hat die Unterschiede zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Ausstiegsprogrammen in NRW sowie zwischen den Phänomenbereichen Islamismus, Rechts- und Linksextremismus untersucht. Differenzen werden unter anderem im Fallzugang, der Risikoeinschätzung, dem Stellenwert der Ideologie und dem Ziel der Programme deutlich. Das BICC empfiehlt, die zivilgesellschaftliche Ausstiegsarbeit finanziell und personell besser auszustatten und sie aus unsicheren und zeitlich begrenzten Projekten in langfristige Regelstrukturen zu überführen – um eine kontinuierliche Arbeit mit Ausstiegswilligen zu gewährleisten.

Zum Direkt-Download auf bicc.de

Herausforderungen in der Ausstiegsarbeit mit Rückkehrerinnen und Rückkehrern

– Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC): Tim Röing –

Fachkräfte der Präventions- und Ausstiegsarbeit stehen zunehmend strukturellen Herausforderungen gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des BICC. Begrenzte Projektförderungen, ein Mangel an therapeutischen Kapazitäten sowie Abstimmungsprobleme mit der Justiz seien dabei besonders problematisch. Die Empfehlung des Papers lautet daher, zivilgesellschaftliche und staatliche Träger finanziell, strukturell und im Austausch mit Sicherheitsbehörden zu unterstützen.

Zum Direkt-Download auf bicc.de

Distanzierung vom islamistischen Extremismus: autarke vs. begleitete Fälle

– modus | zad –

Die Distanzierung von extremistischen Ideologien kann sowohl professionell begleitet als auch selbstbestimmt (autark) ablaufen. Was unterscheidet begleitete und autarke Fälle der Distanzierung, und wo gibt es Parallelen? Was macht professionelle Distanzierungsarbeit aus, und was kann sie (nicht) leisten? Im Rahmen des Projektes DISLEX 3D hat modus | zad einen Zwischenbericht veröffentlicht, der sich mit diesen Fragen beschäftigt.

Zum Direkt-Download auf modus-zad.de

Zur Projektbeschreibung auf modus-zad.de

Deradikalisierungs- und Distanzierungsarbeit

– Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) –

Das BAMF hat ein umfassendes Werk zur Deradikalisierungsarbeit veröffentlicht. Die Publikation enthält Beratungsgrundlagen und Hintergrundwissen zu Radikalisierungsprozessen, Präventionsarbeit und muslimischem Leben in Deutschland. Außerdem finden sich darin Informationen zu rechtlichen Fragen, Interviews mit Forschenden sowie Methoden, Fallbeispiele und Fakten. Das Buch ist begleitend zum ersten Qualifizierungslehrgang der "(Umfeld-)Beratung im Phänomenbereich islamistisch begründeter Extremismus" des BAMF entstanden.

Zum Buch auf bamf.de

Begriffe und Konzepte aus dem Arabischen und Türkischen im islamischen Kontext

– Demokratiezentrum Baden-Württemberg –

Die Fachstelle PREvent!on des Demokratiezentrums Baden-Württemberg hat ein Glossar erstellt, um Fachkräfte in der praktischen Präventionsarbeit zu unterstützen. Das Glossar erklärt eine Reihe arabischer und türkischer Begriffe, die im islamischen Kontext relevant sind.

Zum Direkt-Download auf demokratiezentrum-bw.de

Online Jihadist Propaganda. 2020 in Review

– Europol –

In seinem Jahresbericht analysiert Europol die wichtigsten Entwicklungen der dschihadistischen Online-Propaganda im Jahr 2020. Der Bericht geht der Frage nach, wie extremistische Gruppen auf sich verändernde Dynamiken und Rückschläge reagiert haben. Im Fokus stehen dabei der sogenannte Islamische Staat, al-Qaida sowie deren Ableger.

Zum Report in englischer Sprache auf europol.europa.eu

Neuerscheinungen

Islamismus in der Jugendphase

– Anja Frank & Anna F. Scholz –

Die Autorinnen untersuchen anhand autobiografischer Erzählungen, wie junge Erwachsene sich radikalisieren und wieder distanzieren. Sie rekonstruieren diese Prozesse anhand der Selbst- und Weltwahrnehmung der jungen Menschen sowie als Resultat ihrer Interaktion mit ihrer Familie, Peers und radikalen Gruppen.

Zum Buch (49,90 Euro) auf shop.budrich.de

Radikalisierung im Jugendalter

– Björn Milbradt, Anja Frank, Frank Greuel & Maruta Herding –

Das Handbuch versammelt Beiträge zu Radikalisierungsprozessen im Jugendalter. Es bietet damit eine Grundlage für die Präventionspraxis, die sozialwissenschaftliche Forschung sowie Verantwortliche in Politik und Verwaltung. Thematisiert werden neben islamistischem Extremismus auch Rechts- und Linksextremismus. Für die jeweiligen Phänomenbereiche werden Besonderheiten untersucht, die mit Radikalisierung in unterschiedlichen Jugendphasen einhergehen.

Zum Handbuch (46,00 Euro) auf shop.budrich.de

Evaluation von Demokratieförderung, Vielfaltsgestaltung und Extremismusprävention

– Björn Milbradt, Frank Greuel, Stefanie Reiter, Eva Zimmermann –

Im Fokus des Bandes stehen zentrale Methoden, Herausforderungen und Lösungsansätze der Demokratieförderung und Extremismusprävention. Er richtet sich an Fachkräfte aus Präventionsarbeit, Politik und Verwaltung und will diesen Wissen, Methoden und praktische Erfahrungen näherbringen. Der Band bewertet dazu konkrete Programme und Projekte aus den genannten Bereichen.

Zum Band (39,95 Euro) auf beltz.de

Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes

– Ozan Zakariya Keskinkılıç –

Fremd, rückständig und irgendwie gefährlich: mit diesen Vorurteilen sehen sich viele Musliminnen und Muslime in Deutschland konfrontiert – egal, wie gut sie integriert sind, meint Ozan Zakariya Keskinkılıç. "Muslimaniac" nennt der Autor diese Erfindung der Muslime als Problem. In seinem gleichnamigen Buch spürt der Politik- und Rassismusforscher dem Phänomen des antimuslimischen Rassismus nach. Er betrachtet es aus historischer Sicht und fragt: Wie könnten wir muslimisches Leben stattdessen erzählen – jenseits von Klischees und Vorurteilen?

Zum Buch (20,00 Euro) auf koerber-stiftung.de

Zum Audio-Interview mit dem Autor auf deutschlandfunkkultur.de

Zur Serie "Antimuslimischer Rassismus" mit einem Beitrag von Ozan Zakariya Keskinkılıç im Infodienst

Audio- und Videobeiträge

Das Kopftuch lässt sich auch auf fränkische Art binden

– Deutschlandfunk Kultur: Radiobeitrag; 8 Minuten –

Unter Namen wie "Hijabi on Tinder" präsentieren sich junge Frauen auf Instagram, die zum Islam konvertiert sind. Sie sind selbstbewusst und wehren sich gegen Ablehnung und Vorurteile. Warum setzen sich die Frauen dem aus? Und wieso suchen sie so bewusst die Öffentlichkeit? Der Radiobeitrag erzählt die Geschichten dreier junger Aktivistinnen und berichtet von ihrem Wunsch, gehört zu werden.

Zum Radiobeitrag auf deutschlandfunkkultur.de

Mit Filmen gegen Geschlechterklischees und Extremismus

– Deutschlandfunk Kultur: Radiobeitrag; 7 Minuten –

Starke Männer, schwache Frauen: Extremistinnen und Extremisten vertreten oft starre Rollenbilder. Um Jugendliche vor Klischees und Ideologien zu schützen, setzt das Präventionsprojekt "RISE" auf Medienkompetenz. Junge Menschen erstellen Filme zu Gender, Sexualität und Religion, um eine Haltung zu diesen Themen zu entwickeln. Der Radiobeitrag berichtet über Hintergründe und Ziele des Projektes und erzählt, welche Filme im Rahmen von "RISE" bereits entstanden sind.

Zum Radiobeitrag auf deutschlandfunkkultur.de

Podcast-Reihe zu Radikalisierungsprävention

– Interdisziplinäres Kompetenznetzwerk Radikalisierungsprävention: Podcast-Reihe; 25-30 Minuten –

Was haben Verschwörungserzählungen mit Radikalisierung zu tun? Wie erreicht man Kinder und Jugendliche in salafistisch geprägten Familien? Diese und weitere Fragen beantwortet das Netzwerk in einer Podcast-Reihe rund um die Radikalisierungsprävention. Wissenschaftliche Themen werden dabei kurz und praxisnah aufbereitet.

Zur Podcast-Reihe auf netzwerk-radikalisierungspraevention.com

Podcast-Reihe zu Prävention in Niedersachsen

– Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen, beRATen e. V.: PINs; Podcast; 19 Minuten –

Pädagogischen Fachkräften Hilfestellungen für die Präventionsarbeit bieten – das ist das Ziel von PINs (Primärpräventive Intervention Niedersachsen). Das Podcast-Angebot widmet sich Themen aus den Bereichen religiös-begründete Radikalisierung und antimuslimischer Rassismus. Die erste Folge beschäftigt sich mit Konfliktlinien zwischen Religions- und Meinungsfreiheit.

Zur ersten Folge auf soundcloud.com

Aktuelle Meldungen

Kabinettsbericht untermauert Bedeutung der Bundesprogramme zur Extremismusprävention

Die Bundesprogramme "Demokratie leben!" und "Zusammenhalt durch Teilhabe" sind tragende Säulen der Präventionsarbeit der Bundesregierung. Das geht aus dem "Zweiten Bericht über Arbeit und Wirksamkeit der Bundesprogramme zur Extremismusprävention" hervor, der vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Der Bericht zeigt, wie sich die Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements zur Extremismusprävention entwickelt hat und welche Ansätze besonders zielführend waren.

Zur Pressemitteilung auf bundesfinanzministerium.de

Bund will "IS"-Rückkehrer-Projekt einstellen

Der Bund ziehe sich bald aus der Finanzierung der "Rückkehrkoordination (RKK)" zurück, so der Tagesspiegel. Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2022 seien bislang keine Mittel für das "Nationale Präventionsprogramm gegen islamistischen Extremismus" vorgesehen. Berlins Innensenator Andreas Geisel habe daher an Bundesinnenminister Horst Seehofer appelliert, die Weiterführung des Projektes zu sichern. Zukünftig würden sonst in Berlin die finanziellen Mittel für die RKK fehlen. Bei der RKK handelt es sich um ein Netzwerk von Institutionen und Vereinen, das sich mit der Deradikalisierung und Wiedereingliederung von "IS"-Rückkehrenden befasst.

Zum Beitrag auf tagesspiegel.de

Syriens Kurden appellieren an Bundesregierung

Die Autonomieverwaltung der syrischen Kurdenregion bittet die Bundesregierung, aus Deutschland stammende inhaftierte Dschihadistinnen und Dschihadisten zurückzuholen. Darüber berichtet der Tagesspiegel. Sei die Bundesregierung dazu nicht bereit, müsse sie zumindest humanitäre oder finanzielle Hilfe leisten, so ein Vertreter der Selbstverwaltung in Nordost-Syrien. Die Bundesregierung hält sich bisher zurück, während Schweden der Kurdenregion Rovaja bereits 8,5 Millionen Euro Hilfe zugesagt hat.

Zum Beitrag auf tagesspiegel.de

Anschlag auf Synagoge in Hagen verhindert

Mitte September haben Behörden einen Anschlag auf eine Synagoge in Hagen verhindert. Ein 16-Jähriger befindet sich in Untersuchungshaft. Bei ihm haben die Ermittler umfangreiches islamistisches Propagandamaterial gefunden, berichtet der Spiegel. Der Syrer sei von einem mutmaßlichen "IS"-Mitglied online kontaktiert worden.

Zur Meldung auf spiegel.de

Blickwechsel-Training in Niedersachsen

Die Denkzeit-Gesellschaft bietet ab sofort in Niedersachen das Blickwechsel-Training an: Ausgebildete Trainerinnen und Trainer führen phänomenübergreifende Einzeltrainings mit Jugendlichen durch, die präventiv wirken sollen. Das Training basiert auf der Annahme, dass sich vor allem junge Menschen mit bestimmten psychosozialen Einschränkungen vom Angebot radikaler Gruppierungen angezogen fühlen. Wer junge Menschen kennt, die möglicherweise vom Blickwechsel-Training profitieren könnten und sich anonym beraten lassen möchte, kann sich beim Denkzeit-Team melden.

Zur Meldung auf denkzeit.de

Digitale Lehrgänge zu islamistischem Extremismus im Netz

Das bundesweite Projekt CEOPS soll Jugendliche durch digitale Lehrgänge dazu befähigen, islamistischen Extremismus in den sozialen Netzwerken zu erkennen und aktiv eigene Präventionsarbeit umzusetzen. CEOPS richtet sich an Schülerinnen und Schüler sowie junge Engagierte in kleinen und mittleren muslimischen NGOs, wie zum Beispiel Moscheegemeinden oder Migrantenselbstorganisationen.

Zur Projektseite auf ceops.online

Zur Projektbeschreibung auf integrationavp.de

BKA startet Online-Infoportal zu Extremismusprävention

Das neue "Infoportal Extremismusprävention" des Bundeskriminalamtes (BKA) bündelt Informationen und Angebote der Präventionsarbeit für Fachkräfte und Betroffene. Die Webseite besteht aus zwei Teilen: dem "Handbuch Extremismusprävention" und dem "Extremismuspräventionsatlas". Das Handbuch bietet umfassende Informationen zu verschiedenen Phänomenbereichen und zu Radikalisierungsprozessen sowie Praxisberichte. Im Präventionsatlas können Nutzerinnen und Nutzer deutschlandweit nach passenden Präventionsangeboten in den unterschiedlichen Phänomenbereichen suchen.

Zum Infoprotal auf handbuch-extremismuspraevention.de

Wird Afghanistan erneut Basis für den Dschihad?

Dschihadistische Gruppen in Afghanistan könnten sich neu organisieren, berichtet die Deutsche Welle. Dass Afghanistan zu einem sicheren Rückzugsort dieser Gruppen werden könnte, sei jedoch eher unwahrscheinlich. Dafür gebe es mehrere Gründe: al-Qaida habe an Stärke verloren, der "IS" sei mit den Taliban verfeindet, und die Taliban selbst strebten vermehrt nach internationaler Anerkennung.

Zum Bericht auf dw.com

Islamistische Gruppierungen in Afghanistan: Überblick

Anlässlich der Machtübernahme der radikal-islamistischen Taliban in Afghanistan berichtet Deutschlandfunk über die dschihadistischen Akteure in Afghanistan und ihre Ziele. Neben den Taliban sind das der "IS-K", der "Islamischer Staat Provinz Khorasan" ein regionaler Ableger der Terrororganisation "Islamischer Staat", sowie al-Qaida.

Zum Bericht auf deutschlandfunk.de

Hamburgs Verfassungsschutzchef hält islamistisches Gedankengut für gefährlicher als einen Terroranschlag

Im Interview mit der taz spricht Torsten Voß über den Einfluss von 9/11 auf die Arbeit des Verfassungsschutzes und die Folgen des islamistischen Terrors für die Gesellschaft. Die Entgrenzung des Islamismus sieht er dabei als größte Gefahr: "Dieses Verwischen der Anliegen und das Einsickern des Extremismus in die Gesellschaft ist gefährlicher für die Demokratie als ein Anschlag. Ein Anschlag führt zu gesellschaftlicher Gegenwehr und Solidarisierung mit den Opfern. Das Einsickern aber vergiftet das Miteinander."

Zum Interview auf taz.de

Verfassungsschutz sieht Hamburger IZH als "Außenposten Teherans"

Beim Islamischen Zentrum Hamburg (IZH) handelt es sich wahrscheinlich um einen "Außenposten Teherans in Europa", so die Zeit. Diese Einschätzung werde durch iranische Dokumente belegt, die dem Hamburger Verfassungsschutz vorliegen. Die Dokumente zeigten die Weisungsgebundenheit des IZH-Leiters Mohammad Hadi Mofatteh an das iranische Regime, so ein Sprecher. Die Selbstinszenierung des IZH als rein religiöse, von Teheran unabhängige Einrichtung, sei deshalb nicht glaubhaft.

Zum Beitrag auf zeit.de

Bei TikTok wird ein salafistischer Prediger zum Star

Der als extremistisch geltende Prediger Abul Baraa erklärt in TikTok-Videos die "Gesetze des Islams" aus seiner Sicht – und ging damit kürzlich viral, berichtet der Bayerische Rundfunk. Problematisch sei das vor allem aufgrund des Sogs, den die Plattform auslöst: Video folgt an Video und allein der Algorithmus entscheidet, was man gezeigt bekommt. Nutzerinnen und Nutzer könnten dadurch ungewollt auf Videos mit extremistischem Gedankengut stoßen.

Zum Beitrag auf br.de

Islamistische Gefährder: Die Hälfte sind Deutsche

186 der 330 Gefährder im Bereich "religiöse Ideologie" sind entweder ausschließlich deutsche Staatsbürger oder besitzen neben der deutschen noch eine zweite Staatsbürgerschaft. Das berichten die Stuttgarter Nachrichten. Die ausländischen Gefährder hätten sich in der Regel nicht im Ausland radikalisiert, sondern erst nach ihrer Ankunft in Deutschland. 96 der Gefährder seien in Haft (Stand: Juli 2021).

Zum Beitrag auf stuttgarter-nachrichten.de

Kontroverse um neues Kooperationszentrum von Verfassungsschutz und Wissenschaft

Im neuen "Zentrum für Analyse und Forschung (ZAF)" will der Verfassungsschutz zum Thema "Extremismus und Sozialisation" mit der Wissenschaft kooperieren. Doch Forschende sehen dies kritisch, so die taz. Mehr als 200 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnten in einem "Einspruch" vor Vereinnahmung und bezeichneten das Vorhaben als "Problem". Sie verwiesen auf Wissenschaftsstandards wie freies Forschen und öffentliche Verfügbarkeit der Ergebnisse – deren Einhaltung dem Verfassungsschutz nicht möglich seien. "Der Verfassungsschutz sollte sich auf die Terrorabwehr beschränken, um den Rest kümmern sich Wissenschaft und Zivilgesellschaft", so Sozialpsychologe Oliver Decker.

Zum Beitrag auf taz.de

Prozess zur Anschlagsserie in Paris gestartet

In Paris hat der Prozess zur Pariser Anschlagsserie von 2015 begonnen, berichtet die Tagesschau. Vor Gericht habe sich der Angeklagte Salah Abdeslam klar und deutlich zum sogenannten "Islamischen Staat" bekannt und die Kooperation verweigert. Damit zerstörte er die Hoffnung vieler Nebenklägerinnen und Nebenkläger auf Antworten, denn der Belgier Abdeslam ist der einzige Überlebende, der direkt an den Anschlägen beteiligt war und der diese maßgeblich koordiniert haben soll. Insgesamt haben 14 Angeklagte, mehr als 300 Anwälte und rund 1.000 Journalistinnen aus aller Welt den Prozessauftakt vor Ort verfolgt.

Zum Beitrag auf tagesschau.de

Islamistinnen und Islamisten vor Gericht

In den letzten Wochen wurden diverse Islamistinnen und Islamisten angeklagt oder zu Haftstrafen verurteilt, unter anderem:

Anklage gegen "IS"-Rückkehrerin Leonora M. in Naumburg erhoben

Zum Artikel auf mdr.de

"IS"-Rückkehrerin Omaima A. in Hamburg zu vierjähriger Freiheitsstrafe verurteilt

Zum Artikel auf spiegel.de

"IS"-Rückkehrerin in Berlin zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt

Zum Artikel auf tagesspiegel.de

Neuneinhalb Jahre Haft für islamistische Anschläge von Waldkraiburg

Zum Artikel auf augsburger-allgemeine.de

Call for Papers für Publikationen des KN:IX

Das Kompetenznetzwerk "Islamistischer Extremismus" (KN:IX) sucht Autorinnen oder Autoren für Texte zu den Themen "Die Rolle der Religion bei der Hinwendung zum religiös begründeten Extremismus" und "Chancen und Grenzen phänomenübergreifender Ansätze in der Extremismusprävention”. Deadline für die Bewerbung ist der 4. Oktober.

Zur Ausschreibung zum Thema "Die Rolle der Religion bei der Hinwendung zum religiös begründeten Extremismus" auf kn-ix.de

Zur Ausschreibung zum Thema "Chancen und Grenzen phänomenübergreifender Ansätze in der Extremismusprävention" auf kn-ix.de

Interviewpartner für Forschungsprojekt zu Resilienz gesucht

Für eine Studie zum Thema "Demokratische Resilienz im Jugendalter" im Herbst/Winter 2021 sucht ein Forschungsteam der Humboldt-Universität zu Berlin Interviewpartnerinnen und -partner. Diese sollen im Alter von 16-27 Jahren sein und selbst demokratiefeindliche Ideologien (Rechtsextremismus, Islamismus) ablehnen, aber Personen in ihrem Umfeld kennen, die sich rechtsextrem oder islamistisch radikalisiert haben.

Zum Projekt auf hu.berlin.de

Interviewpartner für Forschungsprojekt zur Perspektive Islamischer Theologinnen und Theologen gesucht

Für eine Studie zu den Perspektiven angehender islamischer Theologinnen und Theologen zum Phänomen der islamistischen Radikalisierung sucht ein Forschungsteam der Universität Vechta und der Internationalen Hochschule Essen Interviewpartnerinnen und -partner. Gesucht werden Personen, die islamische Theologie (mit und ohne Lehramtsoption) studieren.

Für Fragen steht Prof. Dr. Margit Stein zur Verfügung: margit.stein@uni-vechta.de.