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Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.
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19.12.2006 | Von:
Zusammengestellt von Joachim Wolf und Doreen Karger

Links und Literatur

Links und Literatur zum Thema rechtsextreme Gewalt und rechtsextreme Gewalttäter.
Diese kommentierte Auswahl an Büchern, Studien und Aufsätzen versucht den Themenschwerpunkt ebenso aus wissenschaftlich- theoretischer wie aus alltäglich-praktischer Sicht zu beleuchten. So finden sich hier neben politikwissenschaftlichen, soziologischen, sozialpädagogischen und psychologischen Beiträgen beispielsweise auch Ratgeber für Eltern, Lehrer und Betroffene.

Bücher

Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit : Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt unter Jugendlichen: Eine Elterninformation, Potsdam 2001

Wie sollen Eltern damit umgehen, wenn sich ihre Kinder rechtsextremen Ideologien annähern, in die rechte Szene abdriften, vielleicht sogar ausländerfeindliche oder antisemitische Gewalttaten begehen? Nach einer detaillierten Einführung in das Thema Rechtsextremismus im Allgemeinen und seine jugendkulturellen Erscheinungsformen im Speziellen geben die Autoren Verhaltenstipps für Eltern potentieller oder tatsächlicher Rechtsextremisten.

Benz, Wolfgang (Hrsg.): Auf dem Weg zum Bürgerkrieg? Rechtsextremismus und Gewalt gegen Fremde in Deutschland, Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2001

Welche Strukturen liegen der rechtsextremen Gewalt zugrunde? Wie groß ist ihr gesellschaftlicher Rückhalt? Diesen Fragen gehen die zwölf in diesem Band versammelten Autoren nach. Der Herausgeber Wolfgang Benz: "Es kommt darauf an, das gesellschaftliche Umfeld zu mobilisieren und Langzeitstrategien zur Problemlösung zu erörtern, anstatt aufgeregt "Haltet den Dieb!" zu schreien. Mit anderen Worten, die Täterfixierung, die bei Politikern und in den Medien grassiert, muss überwunden werden."

Butterwegge, Christoph/Lohmann, Georg (Hrsg.): Jugend, Rechtsextremismus und Gewalt: Analyse und Argumente, 2. veränd. Aufl. , Leske + Budrich, Opladen 2001

Sozialwissenschaftler und Praktiker aus der täglichen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Gewalt analysieren die aktuelle Situation und geben aus dieser Analyse heraus strategische Ratschläge für den Umgang mit rechtsextremer Gewalt, die in ihren unterschiedlichsten Formen fast alltäglich geworden zu sein scheint.

Boehnke, Klaus (Hrsg.): Jugendgewalt und Rechtsextremismus : soziologische und psychologische Analysen in internationaler Perspektive, Juventa, Weinheim 2002

Dieser Band versucht sich dem "Phänomen" Jugendgewalt und Rechtsextremismus aus dem Blickwinkel verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen zu nähern. So finden sich hier neben quantitativen und qualitativen empirischen Beiträgen auch psychoanalytische und phänomenologische Texte. Soziologen, Psychologen und Pädagogen sind hier ebenso versammelt wie Kriminologen, Historiker und Mediziner.

Böttger, Andreas: Opfer rechtsextremer Gewalt, VS Verlag, Wiesbaden 2006

Wie erleben die Opfer rechtsextremer Gewalt die Angriffe auf sie? Welche kurz- oder langfristigen Folgen hat die Tat für ihren weiteren Lebensweg? Andreas Böttger stellt in seinem Buch die Ergebnisse einer qualitativen Studie vor, die rechtsextreme Gewalttaten aus der subjektiven Sicht der Opfer untersucht hat. Auch die Prozesse einer individuellen und sozialen Re-Stabilisierung nach der Tat sowie die gesellschaftlichen Bedingungen, welche diese Prozesse unterstützen oder behindern können, spielen eine wichtige Rolle.

EXIT- Elterninitiative(Hg.): Mein Kind- ein Neonazi? Ein Ratgeber für Eltern und Angehörige von RechtsextremistInnen, Berlin 2002

Dieser Ratgeber bietet neben einer ausführlichen Einführung in das Thema Rechtsextremismus auch Verhaltensregeln für Eltern und Angehörige von Rechtsextremisten. Darüber hinaus werden Adressen von Anlaufstellen und Ansprechpartnern genannt und Literaturtipps zum Weiterlesen gegeben.

Fuchs, Marek: Querschläger. Jugendliche zwischen rechter Ideologie und Gewalt, VS Verlag, Opladen 2003

Grundlage dieser Studie sind die Ergebnisse einer Befragung von ca. 5.000 Schülerinnen und Schülern an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Bayern über das Ausmaß von rechtsextremen Orientierungen sowie von Gewaltakzeptanz und Gewalttätigkeit. Bei der Auswertung dieser Studie überprüfen die Autoren auch verschiedene Theorieansätze auf ihre Tauglichkeit für die Erklärung von Rechtsextremismus und Gewalt.

Klose, Christiana : Gewalt und Fremdenfeindlichkeit - jugendpädagogische Auswege : fünf Modellprojekte im Hessischen Jugendaktionsprogramm gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus, VS Verlag, Opladen 2000

In fünf Modellprojekten reagierte das Land Hessen auf die zunehmende Bedrohung durch Rechtsextremismus und Gewalt. Die von einer Fachjury ausgewählten Projekte richteten sich dabei an unterschiedliche Zielgruppen: An rechte Jungen ebenso wie an randständige Cliquen unterschiedlicher Nationalitäten, an schwierige Schulklassen ebenso wie an von Gewalt bedrohte Mädchen und junge Frauen. Kurz: Die Modellprojekte richteten sich sowohl an (potentielle) Täter als auch an (potentielle) Opfer.

Kohlstruck, Michael: Rechtsextreme Jugendkultur und Gewalt. Eine Herausforderung für die pädagogische Praxis, Metropol- Verlag, Berlin 2002

Michael Kohlstruck stellt in seinem Buch die Entwicklung der rechtsextremen Jugendszene und ihrer gewalttätigen Praxis seit der deutschen Vereinigung dar. Außerdem fragt er nach Handlungsmöglichkeiten der schulischen und außerschulischen pädagogischen Arbeit gegen Rechtsextremismus und Gewalt. Denn: Laut Kohlstruck sind diese bereits zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Lebens geworden. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt dabei auf der rechtsextremen Szene in Sachsen-Anhalt.

Marneros, Andreas: Blinde Gewalt: rechtsradikale Gewalttäter und ihre zufälligen Opfer, Scherz, Frankfurt am Main 2005

Der Autor musste als Psychiater bei zahlreichen Prozessen gegen Neonazis die Persönlichkeit und Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten beurteilen. Seine Ergebnisse: Rechte Gewalt ist "blind", sie kennt keine Form der Unterscheidung, die Rechtsextremen "töten um des Töten willen". Und: Gewalttätige Neonazis wissen kaum etwas über den Nationalsozialismus, sie haben eine niedrige Bildung und entstammen dem untersten sozialen Niveau.

Minkenberg, Michael: Demokratie und Desintegration: der politikwissenschaftliche Forschungsstand zu Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt, Pro Business, Berlin 2005

Das Buch fasst den aktuellen politikwissenschaftlichen Forschungsstand zu den Themenkomplexen Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt in ihren jeweiligen Ausprägungen, Ursachen und Zusammenhängen zusammen. Dabei wird sowohl die international vergleichende als auch die spezifisch auf Deutschland bezogene Forschung berücksichtigt.

Möller, Kurt: Rechte Kids: eine Langzeitstudie über Auf- und Abbau rechtsextremistischer Orientierungen bei 13- bis 15jährigen, Juventa, Weinheim u.a. 2000

Möller untersuchte in seiner Studie eine Altersgruppe, die lange von der Rechtsextremismusforschung vernachlässigt wurde: Die 13- bis 15-Jährigen. Ausgehend von den quantitativ-empirischen Ergebnissen seiner Studie, klärt Möller zunächst die Zusammenhänge zwischen Rechtsextremismus und Sozialisation und stellt dann die wichtigsten gegenwärtigen Theorien zur Entstehung von Rechtsextremismus, insbesondere bei Jugendlichen, vor.

Müller-Münch, Ingrid: Biedermänner und Brandstifter: Fremdenfeindlichkeit vor Gericht, Dietz Taschenbuch, Bonn 1998

Ingrid Müller-Münch begleitete als Gerichtsreporterin acht Gerichtsverfahren gegen fremdenfeindliche Straftäter- darunter auch die Prozesse gegen die Täter der Brandanschläge von Solingen. Mit der Beschreibung der Prozesse versucht die Autorin einen Einblick in die Köpfe der Täter zu geben. Müller- Münch untersucht aber auch kritisch den Umgang von Polizei und Justiz mit rechten Gewalttätern.

Rommelspacher, Birgit: »Der Hass hat uns geeint« - Junge Rechtsextreme und ihr Ausstieg aus der Szene, Campus, Frankfurt am Main, 2006

Anhand von Interviews und Biographien schildert die Autorin, wie junge Menschen in die rechtsextreme Szene hineingeraten und wie sie sich dann in einem langen inneren Prozess aus dieser Ideologie und diesem Umfeld wieder lösen. Bei diesem Ausstieg brauchen sie allerdings oftmals Unterstützung von Bezugspersonen. Neben dieser "persönlichen Ebene" analysiert Rommelspacher aber auch die gesellschaftlichen Ursachen des Rechtsextremismus. Und: Sie zeigt entsprechende Gegenstrategien auf.

Speit, Andreas: Mythos Kameradschaft: gruppeninterne Gewalt im neonazistischen Spektrum, Bildungsvereinigung ARBEIT u. LEBEN, Braunschweig 2005

Wo Gewaltbereitschaft zur Politik und Selbstinszenierung einer Gruppe gehören, bedroht sie nicht nur die ideologisch ausgemachten äußeren Feinde, sie richtet sich auch nach innen, gegen die eigenen "Kameraden". Andreas Speit schildert in der Broschüre ausgewählte Fälle gruppeninterner Gewalt in der rechten Szene. Diese reichen von Misshandlungen, Vergewaltigungen bis hin zu Morden.

Wahl, Klaus (Hg.) : Skinheads, Neonazis, Mitläufer: Täterstudien und Prävention, Leske + Budrich, Opladen 2003

Das Buch geht den sozialen und biografischen Hintergründen von fremdenfeindlichen, antisemitischen und rechtsextremistischen Tätern nach. Grundlage hierfür sind drei aufeinander bezogene empirische Studien über Tatverdächtige und Täter in Deutschland. Über einen umfassenden Überblick über die sozialen Strukturen und Einsichten in die Biografien von rechtsextremen Tätern hinaus bietet der Sammelband aber auch Empfehlungen für das praktische Handeln von Politik, Justiz, Polizei, Schule und Familie.

Widmann, Peter u. a. (Hrsg.): Gewalt ohne Ausweg? Strategien gegen Rechtsextremismus und Jugendgewalt in Berlin und Brandenburg, Metropol-Verlag, Berlin 1999

Ausgehend von der Darstellung der Hintergründe und Erscheinungsformen von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Jugendgewalt im Raum Berlin-Brandenburg versuchen die zwölf Autoren dieses Sammelbandes anhand von Beispielen aus der Region aufzuzeigen, wie Jugendpolitik, Kommunalpolitik und Sozialpädagogik gegen rechtsextreme Jugendgewalt vorgehen können.

Wippermann, Carsten/Zarcos-Lamolda, Astrid/Krafeld, Franz Josef: Auf der Suche nach Thrill und Geborgenheit. Lebenswelten rechtsradikaler Jugendlicher und neue pädagogische Perspektiven, VS Verlag, Wiesbaden 2002

Das Buch präsentiert die Ergebnisse einer Studie, die anhand von 73 Tiefeninterviews die Lebenswelten von rechtsradikalen Jugendlichen untersucht hat. Ziel der Studie war die Darstellung der subjektiven Innenperspektive von gewaltbereiten rechtsorientierten Jugendlichen und das Erkennen von strukturellen Zusammenhängen. Das Buch liefert dabei auch empirisch gesicherte Basisinformationen für pädagogisches Handeln.

Aufsätze und Studien

Frindte, Wolfgang/Neumann, Jörg: Gewaltstraftaten gegen Fremde. Eine situative Analyse, 2002

Ein interdisziplinäres Forscherteam befragte in den Jahren 1999 und 2000 insgesamt 101 fremdenfeindliche Gewalttäter in 21 bundesdeutschen Haftanstalten. Mit den Interviews sollen zum einen die situativen und biografischen Bedingungen für fremdenfeindliches Gewalthandeln vor allem junger Menschen untersucht werden. Zum anderen sollen aus den Ergebnissen der Befragungen aber auch Vorschläge für potentielle Prävention und Intervention abgeleitet werden.
Die ganze Studie unter:
www.uni-jena.de

Frindte, Wolfgang/ Neumann, Jörg u. a.: Rechtsextremismus = Ideologie plus Gewalt? Wie ideologisiert sind rechtsextreme Gewalttäter?, 2001

Mit einer standardisierten Befragung unter deutschen Jugendlichen und qualitativen Interviews mit fremdenfeindlichen Gewalttätern gingen die Autoren dieser Studie zwei wichtigen Fragen nach: Wie lassen sich rechtsextreme Orientierungen operationalisieren und theoretisch erklären? Wie ideologisiert sind rechtsextreme Gewalttäter? Aus den Ergebnissen ihrer Studie leiten sie auch Handlungsmöglichkeiten gegen Rechtsextremismus und Gewalt ab.
Die ganze Studie unter:
www.uni-jena.de

Möller, Kurt: Gewalt und Rechtsextremismus. Konturen – Erklärungsansätze -Grundlinien politisch-pädagogischer Konsequenzen, 2001

"Gewalt und Rechtsextremismus bilden Problemlagen, die mehr sind als aktuelle Konflikte an den Rändern der Gesellschaft". Zu diesem Ergebnis kommt die von Möller verfasste Studie. Ausgehend von der Darstellung der qualitativen und quantitativen Konturen von Gewalt und Rechtsextremismus stellt der Autor unterschiedliche Erklärungsansätze für die beiden Phänomene vor um dann politische – pädagogische Konsequenzen aus seiner Analyse zu ziehen.
Die ganze Studie unter:
www.politische-bildung.de

Opferperspektive e.V. : Rechtsextreme Übergriffe auf Imbissbuden im Land Brandenburg, 2005

Über 60 Angriffe auf ausländische Imbissbuden hat der Brandenburger Verein "Opferperspektive" seit dem Jahr 2000 gezählt. Das Tatmotiv in allen Fällen: Rassismus. Im Mittelpunkt der vor einem Jahr erschienen Studie stehen drei exemplarische Analysen von Brandanschlägen in verschiedenen Kommunen. Die "Opferperspektive" gibt dabei auch Tipps für Betroffene sowie Empfehlungen für deren sinnvolle Unterstützung.
Die ganze Studie unter:
www.opferperspektive.de
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